Bild: Chris Bućanac
Wie der Vater, so der Sohn? Eindeutiges „Jein!“ im Fall von Gabriel Kelly, ältester Spross von Kelly-Family-Mitglied Angelo. Ja, weil er nun in die Fußstapfen seines Vaters steigt und Musik macht. Nein, weil es eben kein irisch angehauchter Pop-Folk-Rock ist, mit dem er sich heute erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. So gar nicht. Es ist vielmehr so etwas wie der musikalische Gegenentwurf zu dem, was Angelo mit der Kelly Family oder mit seinem eigenen Projekt Angelo Kelly & Family gemacht hat. Gabriel Kelly macht deutschsprachigen Hip-Hop.
Die Fanbase seines Vaters oder der übrigen Kelly Family wird er damit vermutlich nicht oder nur zum Teil anzapfen können – was seinen nun eingeschlagenen musikalischen Weg umso mutiger macht. Oder einfach nur konsequent, denn natürlich ist der 19-jährige Gabriel mit Hip-Hop und Rap großgeworden. Und so ist seine Musik auch nicht als Rebellion gegen das musikalische Erbe seiner Familie, sondern schlichtweg als Ausdruck seines persönlichen Musikgeschmacks zu verstehen.
In seiner ersten Single rappt Gabriel Kelly von einer nicht näher spezifizierten Sucht, die ihm einen Teil seiner Seele raubt. Könnte eine Substanz sein, aber vielleicht auch einfach ein Mensch, der einem nicht gut tut – die Interpretation ist bewusst dem Hörer selbst überlassen. Eine Überraschung gibt es obendrauf: Gabriels 18-jährige Schwester Helen ist bei „Sucht“ ebenfalls mit von der Partie und steuert den weiblichen Refrain-Gesang bei. „Zuerst hatte ich Helen nur als Demo-Sängerin im Lied, da ich eine weibliche Stimme im Refrain brauchte“, erklärt Gabriel, der den Song in einem Studio in Köln eingesungen hat. „Helen sang den Refrain dann netterweise von Irland aus ein. Das gefiel mir dann aber so gut, dass sie einfach im Song blieb.“ Unverhofft kommt oft!
Hier ist das Musikvideo zu „Sucht“, in dem Helen ebenfalls mit dabei ist. Falls ihr sie überhaupt erkennt...