Bild: Marius Knieling
Seit Lena vor 14 Jahren mit „Satellite“ den Eurovision Song Contest gewonnen hat, ist sie aus der deutschen Unterhaltungsbranche nicht mehr wegzudenken. Die 32-Jährige hat im Laufe der Jahre unter anderem als Model, Schauspielerin sowie Synchron- und Hörsprecherin gearbeitet, war in zahlreichen TV-Shows zu sehen und Coach bei „The Voice Kids“. Zur Musik allerdings kehrt sie immer wieder zurück – so auch jetzt mit ihrem neuen Album „Loyal to myself“, das am 31. Mai erscheint. Ab Juni ist Lena damit auf Deutschlandtour. Wir trafen sie vorab zum Interview – und erfuhren nicht nur, dass es bei ihr Backstage immer Schokolade gibt, sondern auch von einem schönen Ritual.
Lena: Ich denke, viele Menschen fragen sich manchmal: Mag ich das, was ich mache und vor allem, wie ich es mache? Ich genieße so viele kreative Freiheiten in meinem Job, was ich als totales Privileg sehe. Ich war aber phasenweise wie genervt von der Branche, den Algorithmen, dem Druck, sich anzupassen, zu gefallen und fand vieles doof. Und dann habe ich gedacht, ich bin eigentlich keine Person, die alles doof findet. Deswegen war klar, ich muss Sachen machen, die mir Spaß machen. Ich bereue deswegen nichts und halte auch nichts davon, Dinge lieber anders gemacht zu haben. Am Ende bringt mich oder uns alle das ja auch alles weiter.
Ich habe mir erlaubt, das zu machen, was ich gerne machen möchte und was ich gut finde. Deswegen ist das Album auch musikalisch und inhaltlich eher divers. Die nächste Single ist eine richtige Gute-Laune-Single, was ich total cool finde. Ansonsten sind auf dem Album aber auch viele gefühlvolle Songs, die gitarrenlastiger und roher sind. Einen kleinen Drum’n’Base Moment gibt es auch. Es sind Themen aus der Gegenwart, aber auch aus der Vergangenheit dabei. Aber es ist natürlich trotzdem ein Pop-Album, weil das einfach meinen Kern widerspiegelt. Generell ist „Loyal to myself“ wie ein Versprechen an mich, meinen Kern nicht aus den Augen zu verlieren.
Ich bin echt ultra aufgeregt und habe richtig doll Angst, aber ich freue mich auch. Der Moment auf der Bühne wird unglaublich toll. Ich gebe mir ganz viel Mühe, dass es eine super Show wird. Mein Team, meine Band und ich arbeiten gerade an ganz viel, planen das Stage Design und die Setlist und überlegen uns neue Dinge für die Shows. Ich wünsche mir, dass wir alle laut sein können und feiern und gemeinsam einfach Spaß haben.
Es ist das, was ich liebe und hat ganz viele Gründe. Einer davon ist Freiheit – kreativ, inhaltlich und natürlich auch finanziell das zu tun, was ich gerne mag. Und dann noch zu wissen, dass die Leute davon etwas haben, was sie hören und feiern, macht nicht nur Spaß, sondern motiviert mich auch immer wieder.
Britney Spears im Jahr 2000. Absurd, wie lange das schon her ist, wenn ich jetzt darüber nachdenke.
Herbert Grönemeyer. Er hat einfach so eine tolle Energie auf der Bühne, an die ich häufig denke.
Streng genommen im Kindergarten bei einer Zaubervorstellung (lacht).
Es war ein kompletter Rausch, ja. Es hat mich damals natürlich ganz doll geprägt und ich bin auch heute noch dankbar für diesen Moment. Das ist jetzt schon recht lange her, aber an die Aufregung und Nervosität zum Beispiel erinnere ich mich heute noch.
Na klar. Ohne „Satellite“ gäbe es mich in der Form nicht. Ich muss den jetzt nicht jeden Tag beim Kaffee machen hören, aber es macht mir immer noch große Freude, den live zu spielen. Vor allem, weil alle so wahnsinnig textsicher sind und meistens laut mitsingen.
Mehr auf die eigene Intuition vertrauen und durchziehen. Seiner eigenen Entscheidung vertrauen und dabei bleiben.
Ich könnte jetzt Taylor Swift sagen. Aber es gibt so viele KünstlerInnen, die ich toll finde, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Ja, das letzte Mal war letzten Sommer, als ich das erste Mal seit 2019 wieder auf der Bühne stand. In Eckernförde war das glaube ich. Und dann auch noch vor 10.000 Leuten, am Strand, bei Sonnenschein. Das hat mich kurz richtig überfahren und ich musste ein paar Glückstränen verdrücken.
Wir singen uns alle zusammen vor den Shows ein, was total viel für das Miteinander macht. Und es gibt bei uns in der Band eine Art Ritual, das sich „warme Dusche“ nennt und nicht das ist, was jetzt alle denken. Wenn jemand „warme Dusche“ ruft, dann versammeln sich alle in einem Kreis und wir sagen uns im Uhrzeigersinn, was wir an der anderen Person total schätzen, bewundern oder worauf man stolz ist. Das kann etwas Emotionales, Tiefgründig oder auch was Oberflächliches sein, aber es tut einander einfach gut.
Auf jeden Fall immer. Ich bin auch richtig aufgeregt wegen der Tour, auch wenn ich weiß, dass wenn es dann losgeht, alles ganz toll wird.
Ich versuche lange zu schlafen, gut zu essen und wenn es geht, viel an der frischen Luft zu sein, bevor der Soundcheck und die Show losgehen.
Ich würde jetzt mal behaupten, ich bin da ganz einfach. Es gibt immer eine Duftkerze und Palo Santo, damit es einfach gut riecht. Und ich liebe leider Schokolade, sehr viel Schokolade - daran fehlt es eigentlich nie.
Am 1. Juni startet Lena in Leipzig ihre Deutschlandtour. Alle Termine und Tickets findet ihr mit einem Klick auf den Button.