Bild: Paul Schimweg
Mit Hits wie „Bilder von Dir“, „Dein Lied“ oder „Keine Wie Du“ prägte Laith Al-Deen den Deutschpop maßgeblich mit. Kaum zu glauben, dass er als Teenager eigentlich Metal-Gitarrist werden wollte! Im Interview spricht der 52-Jährige über seine Anfänge, Tränen auf der Bühne und Rituale vor seinen Auftritten. Und natürlich geht es auch um seine Club-Tour, die am 9. April in Frankfurt startet, und sein neues Album „Dein Begleiter“, das kurz darauf, am 19. April, erscheint. Laith Al-Deen zeigt sich darauf sehr persönlich – zum Beispiel in seiner berührenden neuen Single „Familie“, in der er die Tiefe der familiären Liebe erkundet.
Laith Al-Deen: Ja, das stimmt. Mit 16 oder 17 wollte ich nur Heavy-Metal-Gitarre spielen! Soli, Nebel, Windmaschine, langes Haar… Die langen Haare hatte ich dann auch, doch da in meiner ersten Band niemand singen wollte, habe ich das quasi aushilfsweise übernommen. Und irgendwie hab ich dann wohl die Kontrolle verloren…
Mein Musikgeschmack war schon immer breit aufgestellt, das heißt obwohl ich Iron Maiden und Slayer hörte, habe ich zeitgleich Mixtapes aus dem Radio aufgenommen. Ich empfand die deutsche Sprache immer als wortgewaltig und spannend in der Rhythmik und deutschsprachige Texte einfach eindringlicher.
Eine Sache sind die Menschen, die ich „begleite“. Manche sind seit 24 Jahren dabei und wenn wir uns zum Beispiel nach Konzerten treffen, besteht ein Gefühl der Nähe, auch wenn wir uns kaum kennen. Andererseits möchte ich meine Sicht auf bestimmte Themen immer noch mitteilen in dem Wissen, dass es jemanden erreichen und sensibilisieren kann.
Themen gibt es genug und sie finden dich von selbst. Auf meinen Alben geht es schon immer um menschliche Interaktion im Umfeld und die Suche nach sich selbst. „Dein Begleiter“ ist eine konsequente Weiterführung dessen und beinhaltet teilweise sehr persönliche Themen, für deren Aufarbeitung ich ein wenig mehr Zeit gebraucht habe.
Komischerweise muss ich immer Bargeld in der Hosentasche haben. Das hat sich über die Jahre ergeben und ist zu einem ordentlichen Zwang herangewachsen. Es muss nicht viel sein, aber auf jeden Fall vorhanden…
Nach all den Jahren sogar etwas mehr als früher! Doch ich genieße das Gefühl inzwischen so gut ich kann und hoffe, dass es noch lange so bleibt.
Ja, sogar ziemlich gut. Das war im Jugendzentrum in Mannheim als Support für eine Punk-Band, vor sieben zahlenden Zuschauern. Wir haben damals Deutschrock gemacht, wurden zunächst ausgebuht und konnten im Verlauf zwei Leute überzeugen. Schön war‘s nicht.
Mach keine wichtigen Verträge, wenn du dich damit nicht auskennst! Gib lieber etwas Geld für eine Beratung aus und sieh zu, dass deine Beratung vom Fach ist. Und hör nicht zu sehr auf das was die anderen sagen.
Mein erstes Mal Hessentag, 2002, zusammen mit meinem Keyboarder Tobi. Nur zu zweit vor 20.000 Menschen. Wir haben uns damals fast eingenässt, doch das Publikum hat uns als einzigen wirklichen Live-Act des Tages damals emotional in den Arm genommen und gefeiert… unvergesslich!
Nein, aus Fehlern lernt man und daher behält man immer etwas Gutes… oder mindestens etwas Lustiges zu erzählen.
Das passiert mir immer wieder mal, vor allem bei persönlichen Songs, in denen man emotional an bestimmte Situationen erinnert wird. Ein paar Mal musste ich kurz aufhören zu singen.
Es gibt Schnaps! Für alle Beteiligten und dabei schwören wir uns auf das bevorstehende Konzert ein. Ein schönes Ritual.
Am meisten fehlt mir mein Bett – in meinem Zuhause – mit dem ganzen Familyhaufen. Auch wenn meine Partnerin und Managerin dabei ist, sind Hotelübernachtungen einfach nicht mehr so erholsam wie in den Anfängen.
Nach der „Dein Begleiter“-Tour stehen bereits ein paar Kollaborationen auf dem Plan. Ich werde direkt nach der Tour weiter Musik machen und möchte andere Stilistiken mit feinen Kollegen verbauen. Mehr wird noch nicht verraten…
Wir gehen nach längerer Zeit wieder mal auf Clubtour und haben eine aufwendig produzierte Platte mit vielen Sounds im Gepäck. In der Umsetzung stellt sich das gern rockiger dar oder teilweise reduzierter, was ich sehr gerne habe. Und ich freue mich zusätzlich auf ein paar leckere Akustik-Versionen der früheren Lieder.
Ab dem 9. April 2024 ist Laith Al-Deen auf Club-Tour. Die Termine und Tickets findet ihr mit einem Klick auf den Button.