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Interviews

Backstage mit Kerstin Ott: „Meine Stärke ist, dass ich mich nicht verändern lasse“

17.10.2024 von Nadine Wenzlick

Mit „Die immer Lacht“ wurde Kerstin Ott 2016 berühmt. Seitdem hat sich im Leben der Sängerin und Songwriterin so einiges getan. Mittlerweile kann die Künstlerin auf knapp 1,5 Millionen verkaufte Tonträger, Gold- und Platinauszeichnungen für alle ihre Alben und erfolgreiche Tourneen zurückblicken. Am 18.10.2024 erschien ihr fünftes Album „Für immer für dich“, das – genau wie seine Vorgänger – das Leben in allen seinen Farben schildert. Im Interview haben wir mit Kerstin Ott über den Beginn ihrer Karriere gesprochen und darüber, was ihre Fans auf den kommenden Konzerten erwarten dürfen.  

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Kerstin, in deinem Song „Alte Liebe rostet nie“ singst du davon, wie eine Melodie oder ein Song einen an einen bestimmten Moment zurücktransportieren kann. Welchen Songs beamen dich in die Vergangenheit?

Kerstin Ott: Bei mir sind es oft Lieder von Tracy Chapman, weil ich die in meiner Jugend sehr viel gehört habe.

Das Kassettendeck war schon in frühester Kindheit dein ständiger Begleiter. Wie kam die Musik in dein Leben, welche Musik hat dich geprägt? 

Kerstin Ott: Mich haben definitiv Oldies geprägt. Und auch deutsche Schlagermusik. Ich wurde in der ersten oder zweiten Klasse mal geärgert, weil ich auf dem Walkman Juliane Werding hatte. Da gab es dann kurz eine kleine Klopperei zum Nachteil meines Klassenkameraden (lacht).

Wann war dir klar, dass du selbst gerne singen würdest?

Kerstin Ott: Ich wollte eigentlich nie selbst singen. Ich habe ja nicht mal selber „Die immer lacht“ ins Netz gestellt. Das ist alles einfach passiert – aber jetzt bin ich sehr froh, wie sich alles gefügt hat!

Kannst du dich noch an deinen ersten Auftritt erinnern?

Kerstin Ott: Ja, der war ganz schlimm (lacht)! Ich war mir danach eigentlich sicher, dass ich nie wieder eine Bühne betreten werde, aber zum Glück habe ich mir das dann doch noch anders überlegt.

Der Ruhm kam bei dir erst mit 34, und zwar mit dem Song „Die immer lacht“, den du 2005 als Hobbymusikerin aufgenommen hattest und der 2016 von Stereoact geremixt wurde. Mit welchen Gefühlen blickst du auf den Song und die Zeit zurück?

Kerstin Ott: Mit einem guten Gefühl! Ich weiß aber auch noch, dass ich damals sehr überfordert war mit der ganzen Aufmerksamkeit.

Von den Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit über den ZDF Fernsehgarten bis zum Bierkönig auf Mallorca bist du schon überall aufgetreten. Was waren die verrücktesten und denkwürdigsten Auftritt deiner bisherigen Karriere?

Kerstin Ott: Da gibt es zu viele! Das erste Mal Bierkönig hatte ich große Angst ausgebuht zu werden, das ist Gott sei Dank aber nicht passiert.

Ging auch mal ein Auftritt richtig daneben?

Kerstin Ott: Ganz am Anfang hat ein R’n‘B und Rap-Laden mich falsch gebucht – da war ich natürlich komplett fehl am Platz.

Kamen dir auf der Bühne schon mal die Tränen, und wenn ja warum?

Kerstin Ott: Schon öfter mal. Meistens berühren mich dann die Menschen, die mitsingen oder selbst weinen oder sich eng umschlungen Halt geben.

Hast du Lampenfieber? Und wenn ja, wie äußert sich das?

Kerstin Ott: Ja, Lampenfieber habe ich, zum Glück aber nicht mehr ganz so stark wie früher. Ich bekomme dann immer einen schnellen Puls und fange an zu schwitzen.

Was musst du immer dabei haben, wenn du auf Tour gehst?

Kerstin Ott: Auf jeden Fall mein eigenes Kissen!

Im Oktober warst du im Rahmen deiner Konzertreihe „Schlagerfest mit Kerstin Ott“ auf Tour. Was hat die Leute dort erwartet?

Kerstin Ott: Bei der Konzertreihe war ich ohne meine Band unterwegs – die große Tour folgt dann 2025. Bei den Konzerten im konnten die Menschen sich freuen auf gute Laune und ganz viele verschiedene Gefühle: Von mitsingen über tanzen und gemeinsam ausflippen und manchmal vielleicht auch ein Tränchen verdrücken.

2025 folgt dann die „Für immer für euch“ Tour mit deiner Band. Was wird auf der Tour anders?

Kerstin Ott: 2025 ist wieder eine große Tour mit Band durch komplett Deutschland geplant, aber auch Österreich und die Schweiz werden mit dabei sein.

Was macht für dich den Reiz der Bühne aus?

Kerstin Ott: Die Energie, die zwischen dem Publikum und mir immer hin und her wandert. Dieser Moment, wenn aus vielen Menschen eine Einheit wird.

Im Oktober erscheint dein fünftes Album „Für immer für dich“. Was war dir bei dem Album wichtig?

Kerstin Ott: Gute Texte und gute Melodien sind mir immer am wichtigsten, auch bei meinem neuen Album.

Du hast seit dem letzten Album einen Lebenswandel durchgemacht, unter anderem nach 30 Jahren mit dem Rauchen aufgehört und auf eine vegane Ernährung umgestellt. Wie kam es dazu? Und hat sich das auch auf das Album ausgewirkt?

Kerstin Ott: Das waren alles große Schritte für mich, das stimmt. Ich trinke auch seit über einem Jahr keinen Alkohol mehr. Ich denke schon, dass es auch was mit der Musik und den Texten macht. Aber genau festmachen kann ich das jetzt nicht.

In dem Song „Rockstar“ heißt es: „Sing deine eigene Melodie und bleib sonderbar“. Warst du selbst immer Rockstar oder „anders"?

Kerstin Ott: Ich weiß nicht genau, ob ich immer anders war, wenn dann eher ungewollt. Meine Stärke ist, glaube ich, dass ich mich nicht verändern lasse – egal worum es geht. Aber das mache ich nicht aus Rebellion, sondern weil ich einfach weiß, dass es nicht lange gut gehen würde, wenn man versuchen würde mich zu ändern.

Enthalten ist auf dem Album auch dein Duett mit Ben Zucker. Auch mit Stars wie Helene Fischer hast du schon gesungen. Mit wem würdest du dir gerne noch mal die Bühne teilen oder ein Duett singen?

Kerstin Ott: Ich finde alle meine Duett-Partner toll und würde mit jedem gerne wieder zusammenarbeiten.

Auf ihrer „Für immer für dich"-Tour könnt ihr Kerstin Ott noch dieses Jahr live erleben! Tickets findet ihr mit einem Klick auf den Button.

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