Fugazi ist eine US-amerikanische Post-Hardcore Musikgruppe aus Washington, D.C.
Hintergrund
Der Bandname leitet sich von der Abkürzung Fugazi her, die ein amerikanischer Slangbegriff aus dem Vietnamkrieg ist. Fugazi war hier ein Akronym für: „Fucked Up, Got Ambushed, Zipped In“ und bezog sich auf eine aussichtslose Gefechtssituation.
Hintergrund
Fugazi entstammt der Washingtoner Punk- und Hardcore-Szene der 1980er Jahre. Veröffentlichungen erscheinen auf dem Plattenlabel Dischord, dessen Gründer Fugazi-Mitglied Ian MacKaye ist, der in früheren Zeiten schon bei diversen Washington-Punk-Bands (z. B. Minor Threat) an Bekanntheit gewann. Die durch das nicht kommerziell ausgerichtete Label vorhandene Handlungsfreiheit nutzt die Band, um gewisse Grundsätze zu bewahren, beispielsweise niedrige Konzertpreise, Konzerte ohne Altersbeschränkung und keine Massenveranstaltungen. Diverse Gratisauftritte (z. B. Protestaktion zu Beginn des 2. Golfkrieges 1992 vor dem Weißen Haus in Washington, D.C.) sind auf diese Weise ebenfalls möglich.
Werbung und Reklame für Konzerte sind kein Merkmal für Fugazi. Die Band vertraut auf Mundpropaganda, Konzertkarten gab es anfangs nur an der Abendkasse und nicht im Vorverkauf. Auf der letzten Tour in den USA waren die Karten jedoch auch über Ticketmaster erhältlich. Möglich gemacht wurde dies, laut Guy Picciotto, um auch Fans, die nicht in der Nähe der Veranstaltungsorte leben, eine Möglichkeit zu geben, an Tickets zu kommen. Ticketmaster ging auf die Forderungen der Band ein, respektierte die niedrigen Eintrittspreise und verlangte nur moderate Gebühren. Es wird auf sämtliche Arten von Merchandising-Artikeln verzichtet, es gibt etwa keine offiziellen T-Shirts. Auch das weitverbreitete T-Shirt mit dem Aufdruck „This is not a Fugazi-T-Shirt“, oft für ein offizielles gehalten, ist nicht autorisiert. Trotz allem erfreut sich Fugazi eines hohen Bekanntheitsgrades in der Hardcore-Punk-Szene, nicht nur in den USA, sondern auf fast allen Kontinenten. Für viele andere Musikgruppen, darunter zum Beispiel Rise Against, dieser Szene hat Fugazi Vorbildcharakter.
Geschichte
Schon bald nach der Auflösung der Band Embrace im Jahre 1987 beginnt Ian MacKaye zusammen mit Joe Lally und Brendan Canty damit, neue Lieder einzuspielen, das erste Fugazi-Konzert findet am 3. September 1987 im Wilson Center (Washington, D.C.) statt.
Während der ersten Liveauftritte gesellt sich dann oft ein gemeinsamer Freund, Guy Picciotto, zu der Band, der wie auch Schlagzeuger Brendan Canty zuvor bei Rites of Spring aktiv war. Zuerst singt er eher inoffiziell bei einigen Liedern mit, aber mit der Zeit wird er zum beständigen Mitglied.
Die beiden ersten EPs Fugazi (1988) und Margin Walker (1989) erscheinen später zusammen auf CD unter dem Namen 13 Songs.
Im Laufe der Zeit entfernt sich Fugazi immer mehr vom ursprünglichen Punk-Stil, die LPs werden experimenteller, teilweise langsamer und immer mehr „durchkonstruiert“. Erste allmähliche Veränderungen in diese Richtung kann man ab der LP In On The Kill Taker (1993) ausmachen. Von da an klingen Fugazi mit jeder weiteren Veröffentlichung „erwachsener“ und ernsthafter. Trotz allem bleiben wütende, politische und vor allem sehr sozialkritische Bestandteile erhalten, jedes Lied hat eigene markante Elemente. Die Einstellung der Bandmitglieder ändert sich nicht, man bleibt seinem „Hardcore“-Weg treu.
Bei den darauffolgenden Alben Red Medicine (1995) und End Hits (1997) macht sich dann auch rein äußerlich eine Weiterentwicklung bemerkbar: Das Design der Plattencover wird anspruchsvoller. Es entstehen kleine „Kunstwerke“, Kollagen aus Fotos, die auf den ersten Blick nichts miteinander gemeinsam haben; extreme Nahaufnahmen stehen neben augenscheinlichen Belanglosigkeiten, wie z. B. einem Fahrrad im Schnee ohne Sattel oder defekte Toilettenfliesen, die mit benutzten Kaugummis ausgekittet wurden.
Im Jahr 1999 findet die Veröffentlichung des Dokumentarfilms Instrument statt, produziert von Jem Cohen, der gewissermaßen der Fugazi-Familie angehört und die Gruppe von Anbeginn an begleitet hat. Das Werk besteht aus Konzertmitschnitten, Interviews, Privat-, Studioaufnahmen und Ähnlichem. Die Musik zum Film liefert Fugazi selbst, erschienen auf der gleichnamigen LP.
Auf dem 2001 produzierten Album The Argument scheint es, die Band habe sich erneut weiterentwickelt. Acht der zehn Titel werden mit Jerry Busher am zusätzlichen zweiten Schlagzeug bzw. Percussion eingespielt, was dieser LP einen eigenen Sound verleiht. Die Cello-Einspielungen im Intro und bei zwei weiteren Liedern stammen von Amy Domingues. Die ebenfalls im Jahre 2001 erschienene Single Furniture + 2 enthält drei Lieder, die nicht auf The Argument zu finden sind.
Anfang 2004 verbreitete sich das Gerücht, Fugazi habe sich aufgelöst, was aber von der Gruppe selbst dementiert wurde. Eigenen Angaben zufolge befindet sie sich lediglich in einer Ruhephase, was Studioprojekte betrifft. Dies rührt unter anderem daher, dass zwei Bandmitglieder mittlerweile eine eigene Familie haben.
Noch im selben Jahr beginnt Bassist Joe Lally damit, zwanzig verschiedene Live-Mitschnitte aus den Jahren 1987 bis 1999 auf CD zu brennen und über eine eigene Internet-Seite zu vertreiben. Diese CDs sind im regulären Handel nicht erhältlich, da es sich um nicht nachträglich im Studio bearbeitete Aufnahmen handelt. Dadurch bleibt die ursprüngliche Live-Version so erhalten, wie sie im Moment der Aufnahme mitgeschnitten wurde; trotzdem haben sie durchgehend eine relativ gute Klangqualität. Manchmal ist allerdings in den ersten drei bis fünf Liedern die Abmischung noch nicht perfekt eingestellt, dadurch kann es vorkommen, dass ein Instrument oder der Gesang kurzzeitig extrem laut oder leise ertönt. Nach diesen ersten Liedern ist die Qualität aber durchgehend gut.
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