Was passiert, wenn ein Orchester alles gibt und niemand weiß, was als Nächstes kommt? Wenn Klassik auf Improvisation trifft, Gustav Mahler auf spontanen Alltagswahnsinn und jüdischer Humor auf norddeutsche Trockenheit?
Mit „Volles Orchester. Kein Plan.“ bringen das Jewish Chamber Orchestra Hamburg und hidden shakespeare ein neues Format auf die Bühne, das sich lustvoll dem Kontrollverlust hingibt und darin Freiheit findet.
Ein Abend zwischen Konzert und Theater: von Gershwin bis Korngold, von Stummfilm bis Traumsequenz, von inneren Stimmen bis kollektiven Finalmomenten. Klassisches Orchester trifft Improvisationsprofis. Ernsthafte Momente kippen in absurde Komik, Szenen entstehen aus dem Moment und verschwinden wieder. Musiker:innen werden zu Figuren, Gedanken zu Klang, das Publikum Teil des Abends. Taktlos ungeskriptet, live und unfrisiert.
Im Kern steht der Gedanke der JCOHH-Reihe „Büschen Meschugge“: das Leben nicht glattziehen, sondern es in all seinen Brüchen und Absurditäten annehmen. Ganz im Sinne Gustav Mahlers wird „Auf[er]stehen“ hier nicht als großes Pathos verstanden, sondern als alltägliche Praxis: hinfallen, lachen, Krone richten, weitermachen.
Humor wird zur Haltung, Improvisation zu Widerstandskraft. Denn dieser Abend hat zwar ein Programm, aber keinen Plan. Büschen meschugge, eben.