Musical

Musical – Mitreißendes Gesangstheater

Bewegende Geschichten, großartige Schauspieler und natürlich Songs, die auch nach Jahren in Erinnerung bleiben: Musicals sind wahre Publikumsmagnete und begeistern unzählige Fans. Dabei sind die Anfänge des Genres eher bescheiden.

Ursprünglich wird der Begriff „Musical“ lediglich als nähere Beschreibung von Revuen oder Dramen verwendet, die mit musikalischer Begleitung aufgeführt werden – egal ob von einem einzelnen Klavier oder einem gesamten Orchester. Musicals, wie wir sie heute kennen – die also eine zusammenhängende Geschichte erzählen und die Songs in die Story eingliedern – entwickeln sich erst ab dem Ende des 19. Jahrhunderts.

Zur damaligen Zeit reicht das Angebot von Operetten über Vaudeville-Shows bis hin zu lustigen Theaterstücken mit eigenen Liedern und Tänzen. Als erstes echtes Musical gilt heute „The Black Crook“ aus dem Jahr 1866. Dieses entsteht fast zufällig, als eine Ballettgruppe das gleichnamige Melodrama von Charles Barras aufführt und mit der Mischung aus Musik, Tanz und einer mitreißenden Geschichte einen unerwarteten Publikumserfolg verbucht.

Zum Welthit schafft es dieses Stück allerdings vorerst noch nicht. Die ersten größeren Produktionen entstehen in den folgenden Jahrzehnten an jenem Ort, der auch heute noch als das Paradies der Shows und Musicals gilt: dem New Yorker Broadway. Hier wird auch „Show Boat“, eines der ersten wirklich erfolgreichen Musicals, aufgeführt.

Musical-Filme: Kreuzung von zwei Erfolgsformaten

In dieser Zeit entwickeln sich die Musicals stetig weiter – auch weil die Konkurrenz durch den Tonfilm immer größer wird. Bessere Geschichten, Schauspieler und Songs sollen dafür sorgen, dass das Publikum auch weiterhin Bühnenshows besucht. Talentierte Komponisten und Autoren wie Leonard Bernstein, Dorothy Fields, George Gershwin oder Cole Porter schaffen Musicals, die schnell zu Klassikern werden.

Gleichzeitig ergeben sich allerdings auch Möglichkeiten, die beiden vermeintlich konkurrierenden Genres zu vereinen. Musicals werden so nicht länger nur auf einer Bühne aufgeführt, sondern zusätzlich verfilmt. Zahlreiche Stars wie Judy Garland oder Gene Kelly überzeugen als Sänger und Schauspieler gleichermaßen und verhelfen dem Film-Musical zu großen Erfolgen.

Musicals greifen in den folgenden Jahren immer öfter auch soziale Probleme auf und sind längst mehr als nur lustige Unterhaltungsstücke. Klassiker wie „West Side Story“, „Hair“, die „Rocky Horror Picture Show“ und andere Musicals brechen mit bürgerlichen Normen, bringen das Publikum zum Nachdenken und begeistern gleichzeitig musikalisch mit zahlreichen Hits.

Der Siegeszug der Musicals ab den 1970er-Jahren

Spätestens ab den 1970er-Jahren ist der weltweite Siegeszug der Musicals nicht mehr aufzuhalten. Prägende Figuren wie Cameron Mackintosh, Harold Prince und vor allem Andrew Lloyd Webber sorgen dafür, dass Musicals immer besser geschrieben und beeindruckender inszeniert werden. Die Bandbreite der Themen, Kostüme und Stilrichtungen ist gewaltig.

Stücke wie „Grease“, „Jesus Christ Superstar“, „Chicago“, „A Chorus Line“ oder „Evita“ werden in dieser Zeit uraufgeführt. Während viele Musicals auch weiterhin zusätzlich verfilmt werden, entstehen immer mehr Musical-Theater, die teilweise extra für die neuesten Werke eröffnet werden.

Längst sind Musicals auch über den Broadway oder das Londoner West End hinaus echte Publikumsmagneten und locken weltweit Millionen von Fans in die Theater. Zahlreiche Musicals gehen auf Tour und werden in verschiedenen Ländern aufgeführt. Ob „Phantom der Oper“, „Les Misérables“, „Cats“, „Mamma Mia!“, „König der Löwen“, „Mary Poppins“ oder „Hamilton“: Fast jeder findet eine Aufführung nach seinem Geschmack.

Musical-Tickets sind auch immer wieder beliebt als Geschenk, ob nun Musicals in Stuttgart, Musicals in Hamburg, Musicals in Berlin – oder in einer anderen Stadt!