HipHop & R’n‘B

Hip-Hop & R’n’B – Beats und Balsam für die Seele

Hip-Hop und R’n’B sind zwei Musikrichtungen mit afroamerikanischen Wurzeln, die sich seit ihrer Entstehung stetig parallel weiterentwickeln. Ab Ende der 1990er-Jahre verschmelzen Hip-Hop und R’n’B schließlich immer mehr miteinander und vermischen sich außerdem mit anderen Genres – zum Beispiel mit elektronischer Musik und Pop.

Typisch für Hip-Hop sind satte Beats, wummernde Bässe und oft sozialkritische Raps (Sprechgesänge). Zur Popularität des Hip-Hop trägt auch die sehr vielfältige Subkultur bei, zu der unter anderem Breakdance, DJing, Street Fashion, Beatboxing und Graffiti gehören.

Viel ruhiger geht es beim Rhythm and Blues – auch R’n’B oder R&B – zu, der Elemente von Soul, Funk und Blues zu gefühlvollen Songs verbindet.

Hip-Hop – Von den Block-Partys in die Charts

Anfang der 1970er-Jahre legt Kool DJ Herc auf seinen Block-Partys in der New Yorker Bronx den Grundstein für den Hip-Hop: Er spielt Songs nicht komplett ab, sondern wählt nur die tanzbaren Beats aus. Mit einem zweiten Plattenspieler lässt er entsprechende Passagen verschiedener Platten nahtlos ineinander übergehen. So kreiert er einen völlig neuen Musikstil.

Um das Publikum zu animieren, treten wenig später zusammen mit den DJs die ersten MCs – kurz für Master of Ceremony – auf. Zunächst rufen sie den Anwesenden wenige Worte zu, während die Musik läuft. Zunehmend werden daraus längere Parts – und schließlich der für Hip-Hop typische Sprechgesang, heute als Rap bekannt. Grandmaster Flash entwickelt die Techniken schließlich als Pionier des Genres immer weiter.

Als erstes Hip-Hop-Album überhaupt gilt „The Adventures Of The Weels Of Steel“ von Grandmaster Flash & The Furious Five (1980). Immer bessere technische Möglichkeiten beeinflussen in den Folgejahren auch den Hip-Hop-Sound, der in den 1990er-Jahren weit über die Grenzen New Yorks hinaus an Popularität gewinnt. Mit harten Rhymes erobern Rapper wie 2Pac, Snoop Dogg oder Dr. Dre die Charts.

Ab der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre verschmilzt Hip-Hop immer stärker mit anderen Musikrichtungen, unter anderem mit Reggae, Dancehall und Electro-Funk. Besonders Soul und R’n’B beeinflussen den Hip-Hop-Sound zunehmend. Mit Rappern wie Eminem und 50 Cent oder Bands wie The Black Eyed Peas findet Hip-Hop ab den 2000er-Jahren schließlich auch bei Fans von Pop-Musik weltweit begeisterte Anhänger.

R’n’B von den 1940er-Jahren bis in die Gegenwart

Die ersten Rhythm-and-Blues-Bands werden nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA gegründet. Immer bestehend aus einer Rhythmus-Gruppe und einigen Bläsern treten die R’n’B-Combos an die Stelle großer Big Bands.

In den 1950er-Jahren verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Rhythm and Blues und Rock’n’Roll, außerdem entsteht aus der Verbindung von R’n’B und Gospel die spirituelle Soulmusik, die sich später wiederum in weitere Genres und Stile aufspaltet. Stars wie Ray Charles, Marvin Gaye, Barry White oder The Temptations sind einige der größten Soul-Stars dieser Zeit – viele von ihnen sind beim berühmten Detroiter Label Motown unter Vertrag. Ende der 1960er-Jahre verbinden beispielsweise Ike und Tina Turner den Soul mit Rock, während unter anderem die Jackson Five den Disco-Stil kreieren.

In den 1980er-Jahren verschmilzt R’n’B immer stärker mit Pop. Hört man beispielsweise Hits von Michael Jackson, Billy Ocean oder Whitney Houston, lassen sich in den Melodien zwar noch die Wurzeln des R’n’B erkennen – es überwiegen allerdings Pop-Sounds.

Hip-Hop & R’n’B heute

Ab etwa 1990 passen sich Hip-Hop und R’n’B immer mehr dem Mainstream an. Raps werden mit eingängigen Melodien kombiniert und die Inhalte der Rhymes befassen sich immer seltener mit Gesellschaftskritik. Hip-Hop- und R’n’B-Künstlerinnen und -Künstler erschaffen heutzutage oft Songs mit klaren Strukturen, in denen Raps nur vereinzelt vorkommen oder durch Adlibs ersetzt werden. Tickets für ein Hip-Hop-&-R’n’B-Event erlauben es, die zeitgenössischen Artists dieser Genres live zu erleben.