Comedy

Comedy – Humor, Satire und Wortwitz

Im deutschsprachigen Raum entstehen die ersten Comedy-Programme in den 1990er-Jahren. Vor allem die privaten Fernsehsender gelten als Vorreiter dieser Formate. Nach dem US-Vorbild von Saturday Night Live wird RTL Samstag Nacht, die erste TV-Comedy-Reihe in Deutschland, entwickelt.

Die Bezeichnung Comedy stammt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutet Komödie, also Lustspiel. Heute dient sie als Oberbegriff für ein Unterhaltungsgenre mit unterschiedlichen Live-Formaten.
Stand-up-Comedy besteht aus mehreren einstudierten Nummern und spontanen Elementen. Berühmte Comedians veranstalten meist Solo-Shows, kleinere Künstler treten oft im Rahmen von Shows wie „Quatsch Comedy Club“ oder „NightWash“ auf. Hier präsentieren mehrere Comedians hintereinander Sketche aus ihrem Programm.

Impro-Comedy kommt ohne ausgefeiltes Drehbuch aus. Lediglich das Thema ist bekannt, ansonsten improvisiert der Comedian. Mal ist das Publikum Stichwortgeber, mal ein Moderator oder anderer Komiker. Eine beliebte Spielart der Impro-Comedy sind TV-Sendungen, bei denen ein Panel aus Comedians Quizfragen humorvoll beantworten muss.

Dass Comedy auch genreübergreifend funktioniert, beweisen beispielsweise Comedy-Zauberer wie Peter Valance, der sein Publikum durch Zaubertricks zum Lachen bringt.

Kabarett oder Comedy – Die Unterschiede

Mittlerweile gelten die Übergänge zwischen Kabarett und Comedy als fließend. Kabarett ist meist politischer und befasst sich mit gesellschaftlichen Themen. Comedy hingegen nimmt häufig absurde Alltagssituationen und menschliche Beziehungen aufs Korn.

Das Kabarett hat im deutschsprachigen Raum eine lange Geschichte. Schon 1901 eröffnet Felix Salten – Schriftsteller und Bambi-Erfinder – in Wien ein Kabarett-Theater. Doch erst fünf Jahre später entwickelt sich in Österreich eine echte Kabarettszene. Zu den Vätern des Kabaretts in Deutschland zählt Otto Reutter – weitere großartige Kabarettisten und Kabarettistinnen dieser Zeit sind Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Claire Waldoff und Werner Finck.

Siegeszug der Comedy – Lachen ist ansteckend

Die Stand-up-Comedy-Szene hat ihren Ursprung in den USA. Lenny Bruce begründet diese Kunstform, die gleichzeitig komisch und für manche fragwürdig ist. Während seine Vorgänger das Publikum mit harmlosen und seichten Witzen amüsierten, zieht Bruce alle Register des schwarzen Humors. Er tritt zu Beginn der 1950er-Jahre erstmals in einer New Yorker Bar auf.

Frühe Wegbereiter der deutschen Stand-up-Comedy sind Humorkünstler wie Loriot, Heinz Erhardt, Otto Waalkes, Dieter Hallervorden und Karl Dall. Seit den 1990er-Jahren boomt die Comedy-Szene: Feste Größen wie Mario Barth, Michael Mittermeier und Atze Schröder füllen mit ihren Shows die Veranstaltungshallen. Heutzutage werden daher Tickets für Comedy-Events in hoher Zahl verkauft.

Inzwischen gibt es auch immer mehr Nachwuchstalente, die im deutschsprachigen Raum auf den offenen Bühnen sogenannter Stand-up-Clubs ihren Durchbruch feiern.

Große Festivals und anerkannte Comedy-Preise

Heute ist Comedy eine feste Größe in der Unterhaltungsbranche und wird als Kunstform ernstgenommen. Die Künstler erreichen ein Millionenpublikum und Comedy-Festivals wie das zwei Wochen andauernde Internationale Köln Comedy Festival sind äußerst beliebt. Im Berliner Kabarett „Die Wühlmäuse“ steigt jedes Jahr das große Kleinkunstfestival für Kabarett, Comedy und Musik.

In Comedy-Slam-Wettbewerben – ähnlich dem Poetry-Slam – treten mehrere Comedians gegeneinander an. Am Ende kürt das Publikum den Gewinner.

Auch mit zahlreichen Preisen wird das Können der Comedians gewürdigt. So wird etwa der Deutsche Comedy-Preis jedes Jahr in verschiedenen Kategorien verliehen. Im Bonner Pantheon-Theater wird der deutsche Satirepreis Prix Pantheon vergeben. Daneben gibt es viele weitere Comedy-Auszeichnungen, etwa von Rundfunk- oder Fernsehsendern.