Das Schauspielhaus Chemnitz ist nicht nur die Spielstätte des Schauspiel-Ensembles der Theater Chemnitz, sondern auch – auf seiner früheren Kleinen Bühne – des Figurentheaters. Zu Karl-Marx-Städter Zeiten war das Schauspielhaus eines der profiliertesten und fortschrittlichsten Häuser der DDR, nicht zuletzt unter seinem langjährigen Schauspieldirektor Hartwig Albiro. Frank Castorf inszenierte hier, Schauspieler wie Ulrich Mühe, Corinna Harfouch und Michael Gwisdek begannen hier ihre Laufbahn. Aber auch für prägende Theatermacher der nachfolgenden Generation wie Hasko Weber, Michael Thalheimer oder Armin Petras war das Haus ein wichtiger Start- und Entwicklungspunkt.
Die Große Bühne im Schauspielhaus stellt das Literatur- und Schauspielertheater in den Vordergrund und präsentiert namhafte Texte der Weltdramatik von der Antike bis zur klassischen Moderne. Der Spielplan spannt sich dabei von Autoren wie Sophokles, Shakespeare, Lessing und Büchner bis hin zu Tschechow und García Lorca. Basis des Spielplans ist dabei, die Spielzeit unter ein Motto zu stellen, das jeweils einem Stücktitel entnommen wird. Die Spielzeit 2012/2013 steht unter dem Motto "Ein Spiel um Illusion".
Der Ostflügel des Schauspielhauses stellt Ur- und Erstaufführungen in den Fokus ihrer Arbeit - zeitgenössische Theaterformen und neue Ästhetiken, junge Autoren und junge Regiehandschriften. Das Figurentheater Chemnitz hat seit Beginn der Spielzeit 2011/2012 seinen Sitz im Schauspielhaus und verfügt dort über die bisherige Kleine Bühne mit rund 100 Plätzen. Es ist das älteste kommunale Puppentheater auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und feierte im Dezember 2011 seinen 60. Geburtstag. Trotz dieses hohen Alters und der langen Tradition ist das kleinste Ensemble der Städtischen Theater gGmbH - Direktion und Technik eingeschlossen 9 Personen - keineswegs eingestaubt. Nicht zuletzt mag das darin begründet sein, dass, wer die ganz jungen Menschen zu seinem Stammpublikum zählt, immer um Erneuerung bemüht sein sollte.Die Spielweisen sind abwechslungsreich und vielfältig: Traditionelle Puppenarten wie Marionette, Hand- und Stabpuppe kommen zum Einsatz, aber auch offene Spielweisen mit Mimikpuppen bis zur abstrakten Form des Objekt- und Materialtheaters sind zu erleben. Denn letztlich geht es immer nur um das Eine, die Animation an sich lebloser Materie zur begeisterten Entfaltung der Fantasie.