Elsterglanz ist wohl so ziemlich jedem, der aus Ostdeutschland kommt, ein Begriff. Die Frage ist nur, ob man dabei zuerst an eine Tube Polierpaste denkt oder an ein Komikerduo. Wahrscheinlicher ist aber eindeutig Letzteres, sind Gilli und Sven mit ihrem schrägen Ossi-Anarcho-Humor in Mansfelder Mundart doch längst Kult, vor allem, aber nicht nur, in den neuen Bundesländern. Es ist schon ein spezieller Humor, den die beiden Knallköppe an den Tag legen. Wer sich darauf einlässt – und das sollte man unbedingt! – wird belohnt mit Lachtränen und Bauchmuskelkater.
Eine Comedy-Karriere, wie sie ihnen nun beschert ist, haben Gilbert „Gilli” Rödiger und Sven Wittek eigentlich nie angestrebt. In den Neunzigern sorgt das aus der Lutherstadt Eisleben stammende Duo im Freundeskreis mit Song-Parodien für Lacher. Als sie im Jahr 2000 CDs mit lustigen Liedern und anderem Blödsinn an Bekannte verschenken, landen diese, wie könnte es anders sein, im Internet. Plötzlich sind es nicht mehr nur Freunde, die über Gilli und Sven lachen. Die Fangemeinde wächst, ohne dass die beiden Akteure überhaupt etwas davon mitbekommen. 2006 ist es dann endlich soweit: Elsterglanz stehen das erste Mal auf einer Bühne, natürlich in ihrer Heimatstadt Eisleben. Die Hütte ist komplett ausverkauft.
Mache Eier!
Überregionale Bekanntheit erlangen Elsterglanz mit ihren Neuvertonungen von Filmszenen aus Kinohits wie „Rambo III” („Mache Eier!”), „Titanic” oder „Winnetou und das Halbblut Apanatschi”. Live attackieren sie die Lachmuskeln der Zuschauer zu jener Zeit mit Liedern wie „Die Mutter von James Bond” mit der Melodie von „Alles nur geklaut” von den Prinzen oder „Wir sind total bescheuert”, bei dem Billy Joels „We Didn’t Start the Fire” dran glauben musste. Die Beschreibung „total bescheuert” trifft den Nagel übrigens mitten auf den Kopf. Elsterglanz sind hochgradig bekloppt – davon kann man sich bei einem ihrer Live-Auftritte persönlich überzeugen. Sie sind aber außerdem auch überaus originell. Ihre im Mansfelder Dialekt vorgetragenen irrsinnigen, mit DDR-Insider-Witzen gespickten Sketche machen sie einzigartig in der deutschen Comedylandschaft.
Allein die Namen der Programme, mit denen Elsterglanz auf Tour gehen, steigern die Vorfreude auf einen Abend mit jeder Menge herrlich skurrilem Nonsens: „Angriff der HochDruckPrinzessin”, „Outbreak of Hotte-Hüüh-Syndrom” oder „Kikeriki – Die Revue” etwa. Ähnlich sieht es bei den CDs aus, die Titel wie „Tod durch überhöhte Breakdancegeschwindigkeit” oder „Der scharlachrote Buchstabensuppe” tragen. Und auch die Elsterglanz-Kinofilme „Im Banne der Rouladenkönigin” und „Elsterglanz und der Schlüssel für die Weibersauna” lassen in Sachen kreativer Klamauk keine Wünsche offen.
Bei Gilli und Sven muss das Publikum nicht auf Pointen warten, denn bei diesen Jungs ist alles lustig, von Anfang bis Ende. Ein Ticket für eine Elsterglanz-Show kommt mit Lachflash-Garantie.