Im Sommer 1991 in der südenglischen Küstenstadt Brighton uraufgeführt, blickt das weltweit erfolgreiche Percussion-Theater Stomp auf eine über 30-jährige Geschichte zurück. Das international besetzte Ensemble überrascht mit seinem ungewöhnlichen Equipment: So werden bei Stomp-Shows Tonnen, Besen, Streichholzschachteln oder der eigene Körper kurzerhand zum Erzeugen rhythmischer Klänge genutzt. Ein Fest für alle Sinne!
Stomp – Geburt eines Genres
Nach einigen Jahren als Straßenmusiker beschließt der versierte Perkussionist Luke Creswell Anfang der 1990er-Jahre, dass es Zeit ist, seine Leidenschaft auf die große Bühne zu bringen. Bereits seit seiner Jugend experimentiert der Autodidakt mit verschiedensten Alltagsgegenständen, die er auf ungewöhnliche Weise zum Klingen bringt. In Theaterschauspieler und Musiker Steve McNicholas findet er einen Kreativ-Partner, der seine Vision vom kunterbunten Klang-Event teilt.
Dass diese schicksalhafte Begegnung ausgerechnet in Brighton stattfindet, kommt nicht von ungefähr. Seit jeher gilt das Seebad mit seinem berühmten Pier als Zentrum der Kreativen und Kuriositäten. London hat seine Abbey Road und sein West End, doch Brightons Musik- und Theaterszene schreibt ihre ganz eigenen Regeln. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Stomp ein neues Genre begründet: Mitreißende Beats treffen auf humorvolles Storytelling.
Alles, was es dazu braucht, sind ein paar Künstler aus aller Welt, recycelte Requisiten und ausgeklügelte Choreografien. Bereits die ersten Shows ziehen das heimische Publikum in ihren Bann. Bald folgen Stomp-Touren durch das ganze Land. Das monatelange Gastspiel im Londoner West End wird 1994 zum absoluten Triumph. Gekrönt mit dem Laurence Olivier Award, dem wichtigsten Theaterpreis Großbritanniens, zieht Stomp weiter gen New Yorker Broadway.
So klingt Stomp
Es stampft, scheppert und rasselt, mal fein nuanciert, mal mit brachialer Wucht: So trommelt und tanzt, steppt und spielt sich das rund zehnköpfige Stomp-Ensemble in die Herzen der staunenden Zuschauer. Auch wenn nur noch wenige Mitglieder der ursprünglichen Besetzung das vielleicht spannendste Musiktheater der Branche zum Klingen bringen, strotzen die disziplinübergreifenden Neuzugänge nur so vor kreativer Energie.
Tänzer und Drummer, studierte Theaterschaffende und künstlerische Tausendsassas Seite an Seite: Auch das macht den besonderen Charme von Stomp aus. Schließlich, so Mastermind Luke Creswell, bringe jedes Stomp-Mitglied seinen persönlichen Stil in Sachen Bewegung, Ausdruck und Rhythmusgefühl mit. Letzteres soll auch das internationale Publikum dazu inspirieren, im Alltag genauer hinzuhören. Ob beim Treppensteigen oder unterwegs im urbanen Raum: Alles klingt.
Wer einmal Stomp-Tickets kauft, kommt deshalb meistens wieder. Die fiktive Geschichte der universell verortbaren Putzkolonne dient dabei als roter Faden. Die Szenarien und thematischen Schwerpunkte hingegen wechseln. Bei jeder neuen Stomp-Tour entsteht in unterhaltsamer Interaktion mit dem Publikum eine Kunstform zwischen Tanz-Performance und Percussion-Gig.
Stomp – Multimediale Show der Superlative
Gemeinsam setzen Luke Creswell und Co-Regisseur Steve McNicholas ihre eindrucksvollen Stomp-Shows auch in Form von Filmen und Dokumentationen um. Damit gelingt ihnen der Sprung von der Bühne auf die Leinwände renommierter Filmfestivals wie Cannes und Sundance.
Dass Stomp neben dem unverzichtbaren Live-Erlebnis auch in anderen Formaten funktioniert, beweisen auch die Oscar- und Emmy-Nominierungen für den Kurzfilm „Brooms“ und das für HBO produzierte Special „Stomp Out Loud“.
Ob Eltern mit Kindern, Paare oder generationsübergreifende Gruppen: Mit einer Laufzeit von rund 100 Minuten ohne Pause ist Stomp ein unvergessliches und mitreißendes Erlebnis für die ganze Familie.