Das Reeperbahn Festival bietet als Deutschlands größtes Clubfestival jährlich, mehrtägig Ende September zahlreiche Programmpunkte rund um die Reeperbahn in Hamburg und gilt als wichtiger Treffpunkt der Musik- und Kreativbranche in Europa. Zunächst als reines Musik-Festival konzipiert, fand die Veranstaltung erstmals 2006 statt. Seit 2009 werden durch die programmatische Erweiterung neben Konzerten ein umfangreiches Arts-Programm sowie eine Business-Plattform für Unternehmen und Organisationen aus der internationalen Musikwirtschaft geboten. Im Jahr 2012 fanden 350 Programmpunkte unterschiedlichster Sparten für über 25.000 Fach- und Festivalbesucher aus aller Welt, in mehr als 60 Spielstätten in St. Pauli statt.
Das Reeperbahn Festival ist eine Koproduktion der Reeperbahn Festival GbR (einem Gemeinschaftsunternehmen der Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH und der Inferno Events GmbH & Co. KG.) mit der Inferno Events GmbH & Co. KG.
Entwicklung
Das Programm des Reeperbahn Festivals unterteilt sich seit 2009 in zwei Veranstaltungsformen: Programmpunkte aus den Bereichen Music und Arts sind für alle Besucher zugänglich, während das Campus-Programm für Fachbesucher ausgerichtet ist.
Als urbanes Clubfestival legt das Reeperbahn Festival großen Wert auf die Unterstützung von Newcomern aus der ganzen Welt. Das Musikprogramm deckt mit den vertretenen Musikrichtungen Indie, Pop, Rock, Folk, Singer-Songwriter, Electro, Hip Hop, Soul, Jazz und Neo-Classic ein breitgefächertes Angebot ab. Lange vor ihrem großen Durchbruch spielten beispielsweise Künstler wie Bon Iver aus Amerika, der Hamburger DJ und Produzent Boys Noize, der belgisch-australische Künstler Gotye oder Jake Bugg aus Großbritannien auf dem Reeperbahn Festival. Im ersten Veranstaltungsjahr waren 206 Künstler vertreten.
Seit Initiierung des Festivals wurden neben den Auftritten zahlreicher Künstler musik-affine Bildende Kunst, Urbane Kunst, Literatur und Film geboten. Seit jeher wurde dieser Bereich stetig ausgebaut. Während im Jahr 2009 neun Programmpunkte im Bereich Kunst stattfanden, belief sich die Zahl der Veranstaltungen in 2012 auf mehr als 40. Reeperbahn Festival Arts bietet jungen Künstlern eine Plattform und fördert die Interdisziplinarität und Vernetzung verschiedener Sparten sowie die Erschließung weiterer Szenen. Im Zentrum des Arts-Programms steht die große Verkaufsausstellung der Flatstock Europe Poster Convention, die neben Künstler-Postern auch Konzertankündigungsplakate in Siebdruckqualität präsentiert und bereits seit 2006 beim Reeperbahn Festival stattfindet. Des Weiteren stellen neben kleinen und großen Ausstellungen verschiedener Kunstgattungen, Literaturveranstaltungen einen festen Bestandteil des Festivals dar. In 2012 wurde das Programm um die Sparte Digital Arts erweitert, deren Fokus auf der gestalterischen Kombination verschiedener Medien, insbesondere von auditiven und visuellen, liegt.
Reeperbahn Festival Campus erleichtert Unternehmen und Organisationen aus der internationalen Musik- und Live Entertainment-Branche wie auch Künstlern aus aller Welt den Zugang zum deutschen Musikmarkt. Diese können im Rahmen von Konferenz, Networking-Sessions, Showcase-Konzerten und vielen weiteren innovativen Veranstaltungen Kontakte knüpfen und ihr Produkt präsentieren - zum Beispiel in einem der rund um den Spielbudenplatz gelegenen, Hamburg typischen Reeperbahn Festival Pubs. Während die Mehrheit der Programmpunkte lediglich für Delegierte zugänglich sind, stehen einige spezielle Formate wie u.a. „Ray´s Reeperbahn Revue“ allen Festivalbesuchern offen und sorgen für ein Crossover von Fans, Professionals, Medien und Künstlern.
Locations
Das Zentrum des Festivals bildet der Spielbudenplatz, auf dem sich neben zwei Bühnen, Informationsstände sowie die Verkaufsausstellung Flatstock Europe Poster Convention befinden. Die Konzerte, Ausstellungen und das Business-Programm finden in verschiedenen Locations rund um die Reeperbahn statt. Als Spielstätten dienen Konzerthallen, Clubs, Bars, Theater, Galerien und außergewöhnliche Locations wie die St. Pauli Kirche oder ein Table Dance Club. In jedem Veranstaltungsjahr wurden neue Locations hinzugenommen. Anfänglich mit 21 Locations gestartet, verzeichnet das Reeperbahn Festival mittlerweile mehr als 70 Spielstätten.
Medienecho
Die mediale Berichterstattung erstreckt sich neben zahlreichen Artikeln in Print- und Online-Medien über Fernseh- und Radioübertragungen. In 2012 zeichnete der NDR 60 Konzerte auf, die sukzessive auf NDR Info und NDR 2 übertragen wurden. Außerdem strahlte der NDR eine 90-minütige Dokumentation aus.
Die Taz schrieb über das Festival „Das Reeperbahn Festival ist wohl die Veranstaltung, die hierzulande am ehesten an das legendäre South by Southwest heranreicht (...)“
Das Hamburger Abendblatt zitierte John Gammon vom britisch-amerikanischen Branchenmagazin „Pollstar“: „In der Zeit, in der die Absage der Popkomm den größten europäischen Musikmarkt ohne internationale Plattform zurückließ, hat Hamburg die Lücke mit dem Campus geschlossen. Das Festival wird jedes Jahr besser - ich hatte viel zu wenig Finger, um all die tollen Konzerte zu zählen, die ich gesehen habe".
Preise und Auszeichnungen
2010 wurde das Reeperbahn Festival mit dem Hans, dem Hamburger Musikerpreis 2010 in der Gewinnerkategorie Hamburger Programmmacher des Jahres ausgezeichnet. Ebenso erhielt das Festival im selben Jahr den Live-Entertainment Award in der Kategorie Nachwuchsförderung.
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