Dem Meininger Staatstheater kommt innerhalb der europäischen Theaterwelt eine wichtige Bedeutung zu. Herzog Georg II. entwickelte in Meiningen das moderne Regietheater, das im 19. Jahrhundert auf dem gesamten Kontinent für Aufsehen sorgte. Hervorragende Intendanten, berühmte Regisseure und die eng mit dem Theater verbundene Meininger Hofkapelle prägen die Geschichte des Traditionshauses.
Mit einer Opernaufführung feierte das Meininger Staatstheater 1831 seine Eröffnung als Herzogliches Hoftheater. Ab 1866 stand es unter der Leitung des „Theaterherzogs” Georg II., der sich die Reform des Theaters zur Aufgabe gemacht hatte. Historische Genauigkeit, eine authentische Spielweise und strenge Werktreue gehörten zu den neuen „Meininger Prinzipien”. Seine nach jenen Prinzipien entstandenen Inszenierungen stellte das Meininger Ensemble zwischen 1874 und 1890 bei Gastspielen in ganz Europa vor – und nahm damit Einfluss auf die Theaterarbeit zahlreicher Bühnen.
Anders als unter Georg II. hat heute neben dem Schauspiel auch die Oper wieder einen festen Platz im Meininger Staatstheater. Doch damit nicht genug: In dem Vierspartentheater stehen Aufführungen aus den Bereichen Musiktheater, Schauspiel, Konzert und Puppentheater auf dem Spielplan. Neben der traditionsreichen Meininger Hofkapelle ist auch ein Chor im Staatstheater beheimatet. Seit 2014 gibt es zudem die „Bürgerbühne Meiningen”.
Das heutige Gebäude entstand 1909, nachdem der ursprüngliche Bau durch einen Brand zerstört worden war. Größere Veranstaltungen finden im Großen Haus statt, kleinere in den Kammerspielen; mitunter dient auch das Foyer als Spielstätte. Außerdem gastiert das Theater zweimal jährlich in der Wartburg in Eisenach. Mit klassischen Werken von Brahms bis Wagner und von Goethe bis Shakespeare setzt das Staatstheater Meiningen seine Traditionsgeschichte fort.