Bild: Armin Rafili
Apache 207, Herbert Grönemeyer, Capital Bra oder Ikkimel: Suena hat in den vergangenen Jahren für einige der bekanntesten Namen der deutschen Musikszene produziert und Songs geschrieben. Gemeinsam mit ihrem Produktionspartner Lucry war sie unter anderem für Apache 207s Megahit „Roller“ verantwortlich. Doch ihre eigene musikalische Geschichte begann ganz woanders. Nämlich am Klavier. Mit ihrer am 30. Oktober 2026 veröffentlichten Debüt-EP „INSTINCTA“ kehrt die Produzentin nun zu ihren klassischen Wurzeln zurück und präsentiert erstmals eigene Kompositionen unter ihrem Namen.
Wer angesichts ihrer bisherigen Arbeit einen Mix aus Deutschrap, elektronischen Beats und Pop erwartet, dürfte überrascht sein. Auf „INSTINCTA“ stehen Klavier und Streicher im Mittelpunkt. Suena verbindet Einflüsse klassischer Komponisten wie Chopin und Debussy mit modernen Produktionstechniken, die sie sich in ihrer Arbeit für andere Künstler*innen angeeignet hat.
Das Ergebnis beschreibt sie selbst mit einem ungewöhnlichen Begriff: „Modern Disney“. Gemeint ist eine Musik, die mit großen Melodien und emotionalen Arrangements arbeitet, dabei aber auch melancholische und nachdenkliche Stimmungen zulässt. Aufgenommen wurden die Stücke in den renommierten Emil Berliner Studios. Als Gast ist außerdem die Geigerin Esther Abrami zu hören, die Suena beim Stück „Victoria“ begleitet.
Dass Suena eines Tages eigene Klaviermusik veröffentlichen würde, ist bei genauerem Blick auf ihre Biografie gar nicht so überraschend. Schon mit acht Jahren begann sie Klavier zu spielen und erhielt über mehr als ein Jahrzehnt Unterricht in ihrer südhessischen Heimat. Später entdeckte sie ihre Begeisterung für Popmusik und begann, die Songs ihrer Lieblingskünstler*innen am Klavier nachzuspielen, um deren Akkordfolgen und Strukturen zu verstehen.
Ein entscheidender Impuls kam aus ihrer Nachbarschaft: Eine Mitarbeiterin der Popakademie Mannheim hatte Suena regelmäßig Klavier spielen gehört und brachte sie auf die Idee, sich dort zu bewerben. Suena brachte sich daraufhin innerhalb eines Jahres die Grundlagen der Musikproduktion bei und bestand die Aufnahmeprüfung.
Während ihres Studiums führte sie ein Praxissemester nach Berlin, wo sie sich zunehmend in der Musikszene vernetzte. Dort lernte sie schließlich Lucry kennen, mit dem sie bis heute zusammenarbeitet. Es folgten Produktionen für zahlreiche weitere Acts, bei denen sich Suena zwischen Deutschrap, Pop und elektronischer Musik bewegte.
Mit „INSTINCTA“ steht nun erstmals nicht die musikalische Vision eines anderen Acts im Mittelpunkt, sondern ihre eigene. Dieser Schritt war für Suena durchaus mit Unsicherheit verbunden. „Das war mit viel Konfrontation verbunden. Konfrontation mit mir selbst“, erzählt sie über die Entscheidung, eigene Musik unter ihrem Namen zu veröffentlichen.
Für die Aufnahmen kehrte sie zu jenem Instrument zurück, das sie seit ihrer Kindheit begleitet. Das Klavier sei für sie immer ein besonderer Ort gewesen, an dem sie ihre Gedanken und Gefühle ausdrücken könne. „Das sind meine Gefühle. Ich spreche durch das Klavier“, erklärt sie.
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