Bild: Elizaveta Porodina
Dunkle, opulente Samtvorhänge und irgendwo dahinter vielleicht der Untergang: Mit „Marianne“ öffnen Fontaines D.C. eindrucksvoll die Tür zu ihrem nächsten Kapitel. Die neue Single ist der erste Vorgeschmack auf „Dopamine Chamber“, das fünfte Studioalbum der Band, das am 16. Oktober 2026 erscheint.
„Dopamine Chamber“ soll kühler, synthetischer und weniger gitarrengetrieben werden als seine Vorgänger. Synthesizerflächen treffen auf Streicher, die an italienischen Pop der Sechzigerjahre erinnern. Manche Songs kommen sogar ganz ohne Gitarren aus. Gitarrist Conor Curley beschreibt die Suche hinter dem Album knapp: „Ich habe nach Dingen gesucht, die in die Zukunft weisen.“
„Marianne“ zeigt, wie das aussehen kann. Der Song entfaltet sich in den Worten der Band wie ein verfallendes italienisches Theater. Dekadent und wunderschön, aber auch ein wenig unheimlich. Inspiriert unter anderem von der Serie „Ripley“, geht es um Eskapismus und Hedonismus und um den Reiz, sich aus der Realität davonzuschleichen.
Dabei geht es Fontaines D.C. nicht einfach nur um das Motiv der Weltflucht. Grian Chatten beschreibt „Dopamine Chamber“ vielmehr als eine Art Versuchsanordnung zwischen Lust und Angst, Verlangen und Überforderung. Künstliche Intelligenz, Umweltzerstörung und politische Gewalt existieren darin neben Memes, Witzen und Promi-Kultur. Und alles davon wird über dieselben Algorithmen ausgespielt. Inspiration fand der Sänger auch in der verblassenden Pracht von Venedig, Wien und Sizilien. Hoffnung wollte er diesmal bewusst weniger Raum geben: „Ich hatte das Gefühl, dass es stärker wäre, die Hoffnung außen vor zu lassen und die Hässlichkeit der Dinge ehrlich abzubilden. Dieses Album soll sich eher wie eine Warnung vor der Katastrophe anfühlen.“
Nach „Dogrel“, „A Hero’s Death“, „Skinty Fia“ und dem schillernden „Romance“ führt der nächste Schritt nun also in eine künstlichere Klangwelt mit Blick in eine ungewisse Zukunft – zumindest, was die Thematik der neuen Platte angeht. Doch auch Tourtermine hat die Band mit der Albumankündigung noch nicht geteilt. Bis zum Oktober bleibt allen Fans also erst einmal „Marianne“ und die Frage, was passiert, wenn man diese „Dopamine Chamber“ in ein paar Wochen tatsächlich betritt. In Deutschland konnte man die Formation zuletzt im Sommer 2025 live erleben. Im August des vergangenen Jahres spielte die Band mehrere umjubelte Konzerte unter freiem Himmel. Man darf also durchaus gespannt sein …