Bild: Thistle Brown
Knapp 200 Millionen Streams erzielten die vorab veröffentlichten Singles – kaum ein anderes Pop Album wurde derzeit so heiß erwartet wie das neue Album „Virgin“ der neuseeländischen Sängerin Lorde. Spätestens seit ihrem Welthit „Royals“ und dem gefeierten Debüt „Pure Heroine“ gilt sie als die Pop Künstlerin der Gen Z. Nach dem eher introspektiven Album „Solar Power“ von 2021, das sich deutlich von ihrem davor veröffentlichten Album „Melodrama“ unterschied, war die Vorfreude auf ihr viertes Album riesig. Kein Wunder, denn Lorde ließ ihre Fans vier Jahre warten und sprach im Vorfeld von nichts weniger als einer Art musikalischen Wiedergeburt.
Die Single „What Was That“ eröffnete die neue Ära mit einem bittersüßen Rückblick auf eine vergangene Liebe. Hier fragt sich Lorde, was von einer intensiven Beziehung bleibt, wenn sie endet und verarbeitet dabei eine Geschichte, die sie seit Teenager-Tagen begleitet hat. „Man of the Year“ geht noch einen Schritt weiter: Die zweite vorab veröffentlichte Single ist eine Erzählung über Ego-Death, gesellschaftliche Erwartungen und Selbstfindung. Mit „Hammer“ folgt eine Single, die Identität, Genderfluidität und Selbstakzeptanz thematisiert.
Insgesamt umfasst „Virgin“ elf Tracks, darunter auch „Favourite Daughter“, „Shapeshifter“ und „Current Affairs“, die sich mit Mutter-Tochter-Beziehungen, Körperbildern und gesellschaftlichen Erwartungen auseinandersetzen. Lorde selbst beschreibt das Album als „dokumentierte Weiblichkeit: roh, unschuldig, elegant, offenherzig, spirituell, maskulin“ – ein Statement, das sie auch mit dem Cover des neuen Albums unterstreicht: ein Röntgenbild ihres Beckens mit sichtbarem Verhütungsmittel, einem Gürtel und Reißverschluss - Symbol für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.
Der Sound von „Virgin“ markiert für Lorde einen Bruch mit dem sonnigen, zurückgenommenen Folk-Pop von „Solar Power“ und orientiert sich wieder an dem Sound, mit dem sie berühmt geworden ist. Statt akustischer Gitarren und entspannter Vibes dominieren jetzt pulsierende Beats, treibende Percussion und ein urbaner Sound. Der elektronische Einfluss ist deutlich spürbar: Synthesizer, Basslines und verspielte Keyboard-Elemente treffen auf organische Instrumente wie Cello und Bass. Die Songs wechseln zwischen hymnischem Pop, clubtauglichen Beats und intimen, fast rohen Momenten, in denen Lordes Stimme mal verletzlich und mal kraftvoll klingt. „Virgin“ ist wie ein Befreiungsschlag: wild, ehrlich, körperlich und absolut zeitgemäß.
Mit dem neuen Album im Gepäck startet Lorde im Herbst auf große „Ultrasound World Tour“. Von September bis Dezember 2025 ist sie in 38 Städten zu sehen – und natürlich macht sie auch in Deutschland Halt. Termine in Berlin, Hamburg und Köln stehen schon fest, sind aber bereits restlos ausverkauft.