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Rock

WANDA: Was ist besser als Bussi und Amore? Niente!

05.10.2017 von Ben Foitzik

Wenn du einmal mit Wanda Amore gemacht hast, willst du nichts anderes mehr machen. Niente. Ach, eigentlich reicht schon ein einfaches Bussi, um diesen Wienern mit Haut und Haar zu verfallen. Deswegen sind auch alle megaheiß aufs neue Wanda-Album, das diesen Freitag endlich das Licht der Welt erblickt. Wir haben schon mal für euch reingehört. Des is ur Leiwand von uns, gell?

„Weiter, weiter, immer weiter“: Auf „Niente“ rollt der Wanda-Fiaker unbeirrt voran und nimmt hier und da eine Abzweigung, an der er auf „Amore“ und „Bussi“ noch eiskalt vorbeigezogen ist. Ist der Album-Opener „Weiter, weiter“ noch ein recht klassischer Wanda-Midtempo-Groover mit herrlich schmissigem Refrain, folgen mit den beiden Singles „Columbo“ und „0043“ zwei Tracks, die zunächst etwas sperrig klingen – zumindest wenn man sie mit früheren Album-Singles wie „Bologna“ oder „Bussi“ vergleicht. Aber die Songs kennt ihr ja eh, nicht wahr?

Generell scheint es, als wären Wanda auf ihrem dritten Album musikalisch etwas schwerer zugänglich als bisher. Songs wie „Lieb sein“, „Das Ende der Kindheit“ oder das verträumte „Café Kreisky“ brauchen ein paar Durchläufe mehr als sonst, bevor sie zünden. Offenbaren aber irgendwann das gleiche immanente Suchtpotenzial wie die bewährten Wanda-Kracher, zu denen die Menge bei den Liveshows immer wieder hemmungslos abdanced.

Unmittelbare Smash-Hits wie „Luzia“, „Auseinandergehen ist schwer“, „1,2,3,4“ oder „Meine beiden Schwestern“ sucht man auf „Niente“ – bis auf „Weiter, weiter“ – zunächst jedoch vergebens. „Lascia mi fare“ oder „Einfacher Bua“ könnten welche werden, brauchen aber – anders als Heuriger – Zeit.

Drama, Baby!

Mit der dramatischen Pianoballade „Ein letztes Wienerlied“ wird’s zum Schluss noch mal schön mollig-düster, bevor „Niente“ mit „Ich sterbe“ schließlich seinen Höhepunkt erreicht: Mantra-artig wiederholt Sänger Marco die Titelzeile, während süßlich-marzipanige Streicher den Schwanengesang liefern. Gen Ende des über fünfminütigen Songs ergießt sich der langsame Walzer dann in einem kakophonisch verspielten Soundgemisch, das sich schließlich in harmonischem Akustikgitarren- und Orgelspiel auflöst. Herr Ober, jetzt aber schnell einen Schnaps!

Die Frage ist: Wollt ihr zehn neue Wanda-Instant-Smash-Hits oder wollt ihr was zum genüsslichen Entdecken? Im Vergleich zu seinen Vorgängern wirkt „Niente“ zunächst vielleicht etwas schwächer, kommt aber mit jedem Hördurchlauf immer mehr in Wallung. Wie sagt der einfache Bua so schön: „Besser mit Traum als ohne Traum nach Hause gehen.“

Im Frühjahr 2018 sind die leiwanden Wiener wieder auf großer Tour in Deutschland zu erleben – Tickets für Wanda bekommt ihr bei EVENTIM.

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