Bild: Nadine Wenzlick
„Seid ihr bereit für eine kleine Party?“, fragt Limp-Bizkit-Sänger Fred Durst. „Lasst uns feiern, als wäre es 1999!“ Mit diesen Worten läutet die amerikanische Nu-Metal-Band den ersten Stopp ihrer Deutschlandtour ein – und das Hamburger Publikum lässt sich nicht zweimal bitten. Als die ersten Takte von „90 Teen 90“ erklingen, setzt sich ein riesiger Moshpit in Bewegung.
„Loserville“ heißt die aktuelle Tour von Limp Bizkit, und Fred Durst und seine Bandkollegen bestreiten sie nicht alleine. Mit dabei sind als Special Guests sind gleich vier weitere Acts: die mexikanische Sängerin Karen Dío, Synth-Punk-Künstler N8NOFACE, die Australierin Ecca Vandal, die Punk, HipHop und Rock mischt, und der Emo-Rap-Act Bones. Durch den Abend führt Moderator Jon Carnage. Eine Art Mini-Festival also, dessen i-Tüpfelchen natürlich der Auftritt von Limp Bizkit ist.
Ihr letztes Album „Still Sucks“ haben Limp Bizkit 2021 veröffentlich, doch davon steht an diesem Abend kein Song auf der Setlist. Ganz zur Freude der Fans beschränken sie sich auf die Songs, die sie um die Jahrtausendwende zu einer der größten Rock-Bands der Welt machten: Hits wie „Rollin‘ (Air Raid Vehicle)“, „Take A Look Around“ und „My Generation“, „Nookie“ und „My Way“ von den Erfolgsalben „Significant Other“ und „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ werden vom Publikum frenetisch gefeiert. Ihren größten Hit „Break Stuff“ spielen sie sogar zweimal – zu Beginn und am Schluss des Konzerts.
Dazwischen darf Gitarrist Wes Borland, der für seine ausgefallenen Bühnenkostüme bekannt ist und an diesem Abend eine Art mexikanische Totenmaske mit rot-schwarzem Irokesenschnitt trägt, immer wieder improvisieren und streut Riffs von Bands wie Slayer oder Pantera ein. „Habt ihr noch irgendwelche Wünsche“, fragt Fred Durst, der einen langen grauen Rauschebart trägt, irgendwann. Sowohl „Eat You Alive“ als auch das George-Micheal-Cover „Faith“, mit dem Limp Bizkit 1998 den Grundstein für ihre Karriere legten, wird sich gewünscht und umgehend gespielt. Und auch die The-Who-Coverversion „Behind Blue Eyes“ darf natürlich nicht fehlen.
Setlist Limp Bizkit
9 Teen 90 Nine
Break Stuff
Hot Dog
Lethal Weapon (DJ Lethal scratching to Lethal Weapon)
My Generation
Livin' It Up
Nookie
Full Nelson
My Way
Rollin' (Air Raid Vehicle)
Take a Look Around
Behind Blue Eyes (The Who cover)
Eat You Alive
Faith (George Michael cover)
Break Stuff
„Es gibt nur einen logischen Weg, den Abend zu beenden“, sagt Fred Durst am Schluss, und Limp Bizkit stimmen noch einmal „Break Stuff“ an. Die Arena wird dafür hell erleuchtet, das Publikum setzt zu einem letzten Circle Pit an und schreit jede Zeile mit. Ein gelungene Zeitreise in die Neunziger.
Die „Loserville“-Tour von Limp Bizkit macht noch Halt in Leipzig, Dortmund und Frankfurt.