Bild: Universal Music
Taylor Swift hat’s wieder getan: Mit ihrem neuen Album „The Life of a Showgirl“ bricht sie in den USA den Verkaufsrekord, den bislang Adele mit ihrem Album „25“ von 2015 hielt. Ganze 3,5 Millionen verkaufte Einheiten in der ersten Woche, davon über 3,2 Millionen physisch – das schaffte keine Künstlerin seit Beginn der Billboard-Auswertungen 1991. Damit schreibt der Weltstar wieder einmal Popgeschichte.
Nach dem monumentalen Album „The Tortured Poets Department“ kehrt Taylor Swift mit „The Life of a Showgirl“ zu einem fokussierteren Pop-Sound zurück und der klingt klarer, kürzer, kompakter. Das Album entstand in Zusammenarbeit mit den langjährigen Produzenten Max Martin und Shellback, die seit „Reputation“ ihren Signature-Sound mitgeprägt haben. Zwischen Tourstopps in Europa aufgenommen, spiegelt das neue Album den Blick hinter die Kulissen des eigenen Ruhms wider: Glamour trifft auf Selbstironie, Perfektion auf Verletzlichkeit. Ein Album, das seine großen Gesten mit feiner Selbstreflexion verbindet und zeigt, dass Taylor Swift auch nach Jahren im Rampenlicht noch Neues über sich erzählen kann.
Während die Zahlen explodieren, brodelt das Internet: Über das neue Album wird heftig diskutiert. Während sich manche begeistert zeigen und die zwölf neuen Songs hoch und runter hören, haben andere nicht so viel Lob übrig. Und Taylor Swift? In einem aktuellen Interview mit Zane Lowe für Apple Music reagiert sie auf die teils harsche Kritik mit einer beneidenswerten Gelassenheit:
„I have a lot of respect for people’s subjective opinions on art. I’m not the art police“, sagt sie lachend – und sieht das mediale Chaos rund um ihr neues Werk sogar als kostenlose Promo: „I welcome the chaos. The rule of show business is if it’s the first week of my album release and you are saying either my name or my album title, you’re helping.“
Was für andere wie ein Shitstorm klingt, nimmt sie einfach nicht so ernst. Und der Erfolg gibt ihr Recht. Aber auch abgesehen davon macht die 35-Jährige klar: Sie will nicht allen gefallen, sondern ihre Musik machen und Geschichten erzählen, die echt sind. Egal, ob sie provozieren oder polarisieren.
Dazu gehört wohl auch der Song „Wood“, über den seit dem Album-Release am 3. Oktober ausgiebig diskutiert wird, und auf den auch US-Moderator Jimmy Fallon Taylor Swift ansprach, als sie vor wenigen Tagen bei ihm zu Gast war. Ursprünglich sollte der ein augenzwinkernder Song über Aberglauben werden („knock on wood“/„auf Holz klopfen“) – doch im Studio habe sich das Ganze „in eine sehr andere Richtung entwickelt“… „It really started out in a very innocent place … I don’t know how we got here“, scherzt sie.
„Forgive me, it sounds cocky / He ah-matized me and opened my eyes / Redwood tree, it ain't hard to see / His love was the key that opened my thighs“, singt Taylor Swift in „Wood“ – und lässt wenig Interpretationsspielraum bezüglich ihres Verlobten Travis Kelce.
Ob man „The Life of a Showgirl“ liebt oder kritisch sieht: Taylor Swift zeigt wieder einmal, dass sie nicht umsonst ein Weltstar ist und dass sie Popgeschichte, genau wie ihre Songs, nach ihren eigenen Regeln schreibt. Sie bricht Rekorde, ignoriert „Hater“ – und verwandelt Kritik in Kapital.