Bild: TVNOW / Markus Hertrich
Wow, was war denn da schon wieder los?! Wir wussten ja, dass uns die neue Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ wieder ganz große musikalische und emotionale Momente bescheren würde – aber was gestern bei der ersten Folge zu Max Giesinger geschah, hat die Messlatte für die kommenden Dienstagabende ziemlich hoch gehängt.
Worum geht's? In der wunderschönen Kulisse Südafrikas lädt Michael Patrick Kelly, der mit „Sing meinen Song“ inzwischen eine feste Ehe führt, nach 2019 auch dieses jahr wieder als Host zum musikalischen "Bäumchen wechsle dich". Max Giesinger, Nico Santos, Ilse DeLange, MoTrip, Jan Plewka, LEA und natürlich auch der Gastgeber stellen sich dort der anspruchs- und verantwortungsvollen Aufgabe, die Songs der Kollegen in ein eigenes musikalisches Gewand zu hüllen.
Nico Santos machte den Anfang, indem er Giesingers „Auf das, was da noch kommt“ in einer extrem tanzbaren Version mit Michael-Jackson-Flair performte. Die Anspannung der Protagonisten war förmlich greifbar: Giesinger hatte Puls und war nach eigenen Angaben seit seiner Führerscheinprüfung nicht mehr so nervös. Nachdem der Auftakt mit diesem äußerst passenden Titel gelungen war, folgte im Anschluss bereits das absolute Highlight dieses Abends – da waren sich hinterher alle einig.
Rapper MoTrip interpretierte Max Giesingers WM-Hit „80 Millionen“ in seinen eigenen Worten – und schon in der ersten Line wurde klar, dass diese Nummer später einmal in den Alltime-Highlights dieses Formats gelistet sein wird. „Da wo ich herkomm‘, brennen zehntausend Kerzen, denn die Skyline hat Feuer gefangen“, sang der Aachener Rapper und dichtete Giesingers Text vom Finden dieser einen besonderen Person zu einem Song über das Flüchten und Finden einer neuen Heimat um. MoTrip selbst hatte als kleines Kind mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg im Libanon flüchten müssen und in Deutschland eine neue Heimat gefunden.
Schon nach wenigen Sekunden rang Max Giesinger – und vermutlich auch der ein oder andere Zuschauer – mit den Tränen. Die musikalische und lyrische Transformation dieses beschwingten Radio-Hits in einen anrührenden Erfahrungsbericht über Heimatverlust und -findung war einfach nur grandios und zeigte eindrucksvoll, was das „Sing meinen Song“-Format so spannend und besonders macht. Noch dazu gab MoTrip mit seiner Interpretation den 70 Millionen Flüchtenden auf dieser Welt eine Stimme, wie Michael Patrick Kelly sichtlich bewegt feststellte. Giesinger jedenfalls war nach eigenem Bekunden „emotional geschreddert“ – und das schon nach dem zweiten Song.
Dass man aus Giesinger-Hits auch internationale Pop-Hymnen formen kann, bewies im Anschluss Michael Patrick Kelly, der „Wenn sie tanzt“, Giesingers Hommage an seine alleinerziehende Mutter, in „When She Dances“ umwandelte und mit einem White-Stripes-mäßigen E-Gitarren-Riff veredelte. Die niederländische Country-Queen Ilse DeLange, für den deutschen Zuschauer vermutlich die größte Unbekannte in der diesjährigen „Sing meinen Song“-Besetzung, nahm sich im Anschluss des etwas älteren Giesinger-Songs „Für dich“ an und präsentiert ihn in herrlichem Mike-Oldfield-Style mit Nashville-Flair. Erstmals sang die niederländische Frohnatur dabei komplett auf Deutsch – und meisterte diese Aufgabe mit Bravour. „Der Abend ist das schönste Geschenk meines Lebens“, kam Giesinger aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.
Jan Plewka machte im Anschluss das, was man sich von ihm erhofft hatte: Der Sänger verwandelte Giesingers Herzschmerz-Ballade „Leerer Raum“ in einen Selig-Song und interpretierte ihn mit seiner außergewöhnlichen Stimme, die zugleich irgendwie fragil und doch so unglaublich kraftvoll ist. Als Einziger nutzte er bei seiner Performance die Breite und Tiefe der gesamten Bühne und entschwand am Ende im Dunkel der Kulisse. Sein Auftritt begeisterte nicht nur Song-Papa Max Giesinger, sondern vor allem auch Nico Santos, der danach emotional völlig geplättet schien. Aber auch MoTrip hatte immer wieder glasige Augen und LEA Ganzkörpergänsehaut.
Die „Leiser“-Sängerin war es dann auch, die diesen sensationellen Auftaktabend von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ beenden durfte. Die Gitarren-Ballade „Für immer“ interpretierte sie ein einer Piano-Version und verlieh der Vorlage mit ihrer rauchig-hauchigen Stimme eine ganz besondere Atmosphäre. Ein würdiges Finale dieser ersten Folge, die sehr viel Lust auf die kommenden Dienstagabende gemacht hat.
Nächsten Dienstag geht’s um 20:15 Uhr auf VOX weiter mit „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ – dann sind die Hits von Nico Santos „Opfer“ der anderen Musiker. Große Emotionen unausweichlich! Auf Spotify könnt ihr die Songs von gestern Abend übrigens schon nachhören – oder ihr schaut euch die Performances einfach auf vox.de noch einmal an.
[Bild: TVNOW / Markus Hertrich]