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Metal

Angst, Katharsis und ein Dildo: SHVPES im Interview!

21.11.2018 von Ben Foitzik

Es wird mal wieder Zeit, dass eine junge Band frischen Wind in die Metalszene bringt und den arrivierten Vertretern der Szene Feuer unterm Hintern macht. Wir hätten da eine im Angebot: Shvpes! Die Jungs aus dem britischen Birmingham haben just ihr zweites Album „Greater Than“ veröffentlicht und erweisen sich darauf als extrem vielseitige Metalband, die sich nicht davor fürchtet, ungewöhnliche Einflüsse in ihren Sound zu integrieren.

Horcht doch mal!

Shvpes - "Greater Than"

 

Limp Bizkit, Bring Me The Horizon, Papa Roach, Bullet For My Valentine, Rage Against The Machine und viele weitere Einflüsse meinen wir im vielschichtigen Sound von Shvpes wiederzufinden. Aber auch Hip-Hop, Blues oder Reggae lassen sich hier und da auf "Greater Than" finden.

Weil wir die neue Platte ziemlich fett finden und die Shvpes-Auftritte im Vorprogramm von Bullet For My Valentine auf deren jüngst absolvierter Deutschlandtour ziemlich inspirierend fanden, haben wir Sänger Griffin Dickinson einfach mal ein paar Fragen zu seiner Band gestellt. Dickinson? Jawohl: Der Mann ist Spross von Iron-Maiden-Legende Bruce Dickinson und bekam somit das Talent in die Wiege gelegt. Fragen zum berühmten Vater waren zwar beim Interview nicht erwünscht – wir haben ihn aber ein bisschen reingelegt. Lest selbst!


"Wenn du nach einem weiteren generischen Metalcore-Album suchst, dann enttäusche ich dich sehr gerne!"

[ GRIFFIN DICKINSON ]

 


Hallo Griffin. Euer neues Album heißt „Greater Than“. „Größer als“… was? Was hat die neue Platte, was euer Debüt „Pain. Joy. Ecstacy. Despair.“ nicht hatte?

„Greater Than“ zeigt den Charakter, die Individualität und mannigfaltige Natur des musikalischen Umfangs dieser Band. Es ist etwas, das schon immer beim Schreib-Prozess dabei gewesen ist. Mit diesem neuen Album jedoch konnten wir das noch verfeinern.

Textlich beschäftigt sich das neue Album mit Dingen wie Untreue, Gewalt, Abhängigkeit, Angst und Depression. Klingt, als wäre bei euch ziemlich viel Scheiß passiert. Verarbeitet ihr in der Musik all diese negativen Vorkommnisse? Hat das Musikmachen eine therapeutische Funktion für euch?

Das alles sind Dinge, auf die man keinen Einfluss hat, die einem aber hart zusetzen. Indem man darüber schreibt, sich darüber lustig macht, sich aufregt oder für sich selbst eintritt, bekommt man aus meiner Sicht die Kontrolle über die Situation, weil man seinen Charakter und seine Gefühle in diese Situation hineinsteckt und auf gewisse Weise die Initiative ergreift. Dadurch besiegst du deine Angst, deine Depression, die Tatsache, dass dich deine Freundin betrügt. Das ist für mich in der Tat eine Form der Therapie. Etwas, das man sagen will, auf bestmögliche Weise auszudrücken, empfinde ich als sehr kathartisch. Obwohl das nur etwa ein Fünftel des ganzen Prozesses und Puzzles ist. Was mich richtig kickt, ist, diese Worte so zu formen, dass der Rhythmus, die Melodie und die Texte alle wie ein Uhrwerk zusammenarbeiten. Das ist es, was aus meiner Sicht die Kraft und das Gefühl in die Lyrics transportiert.

SHVPES - Afterlife

Ihr bedient euch bei vielen unterschiedlichen Sounds. Gibt es etwas, das du nie bei Shvpes nutzen würdest, oder ist musikalisch einfach alles erlaubt?

Um ehrlich zu sein, sind Sounds einfach nur Sounds für mich. Die Leute meinen meistens „Genre“, wenn sie von Sound sprechen. Ich glaube nicht wirklich an Genres, da das für mich nur die Musik als Ganzes einschränkt und ihre kreativen Grenzen limitiert. Von daher nein, es gibt keine Sounds, die ich grundsätzlich ablehnen würde. Wenn jemand furzt und das großartig klingt, dann kannst du davon ausgehen, dass ich das in einen Song packe!

Tracks wie „I’m Stuck“ oder „Two Wrongs, No Rights” sind ziemlich mutig – zumindest auf dem Album einer Metal-Band. Hast du keine Bedenken, dass einige so etwas einfach nicht verstehen?

Ich habe überhaupt keine Angst. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Leute es nicht verstehen werden. Wenn du nach einem weiteren generischen Metalcore-Album suchst, dann enttäusche ich dich sehr gerne! (Lacht)

Für mich war Iron Maiden die Band, die mich im Alter von 15 Jahren zum Metal gebracht hat. Was war deine persönlicher „Trigger“-Band? Die eine, die immer da sein wird?

Grandios, wie du Maiden ins Spiel gebracht hast, ohne dass sie Teil deiner Frage waren! Bravo!! Als Kind haben mich Limp Bizkit mit „Chocolate Starfish” weggehauen. Dieses Album wird bei mir immer ganz oben stehen.

SHVPES - Calloused Hands

Was können wir von einer Liveshow von Shvpes erwarten?

Wir bringen jedes Quäntchen Energie mit, das wir haben, und entfesseln alles auf der Bühne. Ihr könnt also sehr viel Bewegung und ein paar freche Aggro-Typen erwarten, die einen auf dicke Hose machen.

Was war das Sonderbarste, was dir je auf Tour widerfahren ist?

Von der deutschen Polizei angehalten und durchsucht zu werden, die dann in unserem Tourbus einen 30 Zentimeter langen Dildo gefunden hat. Ein streng dreinblickender Polizist stieg aus dem Wagen, wedelte mit dem Ding umher und fragte „Wem gehört dieses Messer?“ Das war irgendwie schräg. Keine Ahnung, wie der Dildo da gelandet ist.

Danke für das Gespräch, Griffin! Und sorry für die Maiden-Nummer...

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