Bild: Saskia Stoichev
Ist erst einmal die Barriere der richtigen Aussprache überwunden, merkt man, dass PVRIS (gesprochen wie die Stadt Paris auf Englisch) eine dieser Bands ist, bei denen man sich denkt: „Ach der Song ist von denen!?“ Denn mit über 33 Millionen Streams von Songs wie „You and I“ ist das amerikanische Alternative-Pop-Trio längst keine Underground-Band mehr. Letzten Freitag haben sie mit Support von Joywave die Massen in Hamburg ordentlich zum Schwitzen gebracht - und wir haben live mitgeschwitzt.
Bereits am frühen Nachmittag bildete sich eine Traube an Fans vorm Knust, die glücklicherweise ein begehrtes Ticket zum Meet & Greet mit den aus Massachusetts stammenden Amerikanern ergattern konnten. PVRIS – bestehend aus Multitalent Lyndsey ›Lynn‹ Gunnulfsen (Gesang), Alex Babinski (Gitarre) und Brian MacDonald (Bass/Keyboard) – veröffentlichten 2014 mit „White Noise“ ihr Debütalbum, dem 2017 mit „All We Know of Heaven, All We Need of Hell“ der nächste Longplayer folgte.
Die Vorband dürfte musikaffinen Gamern nicht unbekannt sein, denn mit ihrem Song „Blastoffff“ haben Joywave dem Trailer zur fünften Season von "Fortnite" den passenden Sound verpasst. In Hamburg lieferten die Jungs mit ihrem kurzen, aber knackigen Set eine durchaus gelungene Show ab. Wer Joywave vorher nicht kannte, dem ist auf jeden Fall ein Bild im Kopf hängen geblieben: fünf Dudes in weißem Hemd und Jogginghose – sehr lässig!
Nach der Umbaupause blieb es bei einem mystischem Intro zunächst minutenlang dunkel, bis PVRIS dann endlich mit „What’s Wrong“ in den Abend starteten. Es folgte eine Show prall gefüllt mit einer Mischung aus Rockelementen und atmosphärischen Beats verpackt in Pop-Songs. Ein absolut mitreißender Abend - seht selbst!
Unser persönliches Highlight: Vor „You and I“ appellierte Frontfrau Lynn an das gesamte Publikum alle Handys rauszuholen und - Plotwist - sie wieder zurück in die Hosentasche zu packen. Denn für diesen einen Song bat sie um volle Aufmerksamkeit. Die ewige Problematik, ob Smartphones bei Liveshows eher Fluch oder Segen sind, fanden wir dadurch wunderbar gelöst. Ausgerechnet bei ihrem bekanntesten Song kein Bildschirm vom Frontman vor der Nase zu haben, war mal eine erfrischende Abwechslung.
What's Wrong
Smoke
St. Patrick
Half
Mirrors
Holy
Heaven
Hallucinations
Anyone Else
You and I
Winter
Old Wounds
Zugabe:
Death of Me
My House
Aktuell touren PVRIS noch selbst durch Europa und schon bald jagt ein Highlight das nächste. Denn ihr neues Album „Use Me“ ist für den 1. Mai angekündigt, gefolgt von einer Headliner-Nordamerikatour. Und ab Juni brodeln die Arenen Amerikas, wenn sie niemand Geringeren als Halsey auf Tour supporten werden. Wenn das kein Frauenpower-Dream-Team ist! Denn mit dem neuen Album stellen sich PVRIS auch irgendwie neu auf. Genauer gesagt positioniert sich Frontfrau Lynn klar als „Architektin“ der Band. Denn die elf neuen Songs stammen sowohl lyrisch als auch musikalisch zum großen Teil aus ihrer Hand. Ihr Grammy-nominierter Co-Produzent JT Daly (K. Flay) „vergrößerte und verstärkte [dabei nur] ihre Vision und Vielseitigkeit“.
Hier könnt ihr den ersten Vorgeschmack des neuen Albums hören: