Bild: Sony Music / Hwa-Jeen NaBild: Sony Music / Hwa-Jeen Na
Pop

Pop-Star der Zukunft: AU/RA, das strahlende Goldmädchen, im Interview

24.01.2019 von Sven Wulfmeyer

Sie ist zwar erst 16, aber schon jetzt ein Star: Jamie Lou Stenzel, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Au/Ra! In Ibiza geboren, auf Antigua aufgewachsen, deutsche Eltern und nun internationaler Erfolg - definitiv eine Lebensgeschichte, die neugierig macht. Ihre Songs wurden auf Spotify schon millionenfach gestreamt, ihre Debütsingle "Concrete Jungle" hatte in kürzester Zeit die zweistellige Millionenmarke geknackt.

Ihr Künstlername hat übrigens gleich zwei Bedeutungen: Offiziell sind es die chemischen Elemente Gold und Radium. Aber es gibt auch noch eine weitere Bedeutung: Au/Ra ist großer "Herr der Ringe"-Fan und einer ihrer Fancharaktere hört auf den Namen Aura. Das finden wir nicht nur kreativ, sondern auch sehr sympathisch!

Die Musik liegt in der Familie

Bei Au/Ra kann man ohne zu übertreiben behaupten, dass ihr die Musik im Blute liegt. Ihre Mutter ist selbst Sängerin und ihr Vater ist der Produzent Torsten Stenzel. Das Talent der Eltern ist offenbar auf die Tochter übergegangen, denn Au/Ra wusste nach eigener Aussage schon früh, dass sie Musikerin werden will. Und dieser Traum ist wahr geworden!

Hört doch mal in ihre neue Single "Emoji" rein und schafft euch selbst ein Bild davon, was für Musik Au/Ra so macht:

Emoji

Das sagt Au/Ra zu "Emoji"

"Der Satz ‚I’d rather stay Emoji‘ bedeutet, dass ich lieber weiter mit jemandem per Text via Internet kommunizieren möchte, weil das ein ‚sicherer Bereich‘ ist – im Gegensatz zur Face-to-Face-Situation mit einer Person in der Wirklichkeit."

Von der kleinen Insel in die große Welt

Doch Au/Ra ist nicht nur mit ihren eigenen Sounds sehr erfolgreich, sondern hat auch schon mit wahren Pop-Größen zusammengearbeitet. Ihren Hit "Panic Room" hat sie mit dem britischen DJ-Duo CamelPhat aufgenommen und damit wieder Millionen-Meilensteine geknackt. Auf der Europa-Tour von Lewis Capaldi war sie im Vorprogramm live zu sehen. Und zusammen mit dem norwegischen DJ Alan Walker hat sie den Song "Darkside" aufgenommen, den ihr euch weiter unten anhören könnt.

Wir finden, dass Au/Ras Musik einfach klasse ist und glauben, dass wir in Zukunft noch sehr viel mehr von ihr hören werden. Lest doch einfach mal unser Interview mit Au/Ra, um noch mehr über diese faszinierende junge Musikerin zu erfahren!

 

[Bild: Sony Music / Jeen na]

Hallo Au/Ra! Du bist erst 16 und schon groß im Musikgeschäft, bei Spotify wurden deine Songs millionenfach gestreamt. Bist du davon auch manchmal ein bisschen überwältigt?

Ich habe definitiv Momente, wo mir alles zu viel wird. Aber ich denke, das ist nur menschlich. Es ist normal, sich manchmal so zu fühlen, aber ich muss lernen, diese Gefühle unter Kontrolle zu halten, damit ich weiter tun kann, was ich liebe.

Du wurdest quasi in die Musikindustrie hineingeboren; deine Mutter ist Singer-Songwriterin, dein Vater Produzent. Wusstest du schon immer, dass du auch mal etwas mit Musik machen willst?

Ich wusste von Anfang an, dass ich auf jeden Fall singen will. Meine Eltern waren zwar beide Musiker, wollten aber nie wirklich, dass ich auch Teil dieser Industrie werde. Vor allem mein Vater – er wusste, wie schwierig es ist und wie viel Arbeit damit verbunden ist, darum fiel es ihm anfangs schwer, mich zu unterstützen. Aber ich war super stur, haha. Irgendwann hat er nachgegeben und mit meiner Mutter und mir an Songs gearbeitet. Inzwischen sind beide meine größten Unterstützer und mein Vater ist mit mir auf Tour und tut für mich, was er nur kann.

Du bist in Spanien geboren, deine Eltern kommen aus Deutschland und du hast Los Angeles zu deiner dritten Heimat gemacht. Hat diese kulturelle Diversität deine Musik beeinflusst?

Auf jeden Fall! Es liegt an der Art, wie ich aufgewachsen bin, dass ich in meiner Musik über das rede, worüber ich rede. Dadurch habe ich eine Sprache bekommen, mit der ich mich ausdrücken kann. Als Deutsche, die in Spanien geboren ist, habe ich natürlich unterschiedliche kulturelle Perspektiven. Und in Los Angeles schreibe ich den Großteil meiner Musik, ich liebe es dort einfach. Es fühlt sich inzwischen wie Zuhause an.

Du bist auf einer kleinen Insel aufgewachsen, hattest dort kein Internet und manchmal nicht mal fließend Wasser. Jetzt tourst du um die Welt, schläfst in Hotels und trittst vor tausenden von Leuten auf. Wie kommst du mit diesem extremen Kontrast klar?

Dort aufzuwachsen hat mich auf jeden Fall geprägt. Dieser Lebensstil hat dafür gesorgt, dass ich alles um mich herum wertschätze, besonders Dinge, die in der westlichen Welt als alltäglich gelten, wie Wasser und WLAN.

Inwiefern hat dein Leben auf Antigua deinen Schaffensprozess beeinflusst? Glaubst du, dass deine Heimat dich quasi dazu gezwungen hat, kreativ zu werden, weil es nicht viel anderes zu tun gab?

Haha, ja, ich war früher oft gelangweilt! Es gab einfach nichts zu tun. Also habe ich mir beigebracht, meine Fantasie mehr zu benutzen. Ich habe angefangen, Kurzgeschichten zu schreiben und wie verrückt zu lesen. Ich habe erst mit sieben Jahren gelernt, Englisch zu sprechen, also war ich fasziniert davon.

Du bist ein großer Fan von „Der Herr der Ringe“, was man sogar an deinem Künstlernamen sieht. Was fasziniert dich so an Tolkien?

Ich liebe Tolkiens Werk, weil es so grenzenlos ist. Es ist eine komplette Welt, komplex, mit eigenen Sprachen, Kulturen, Königreichen und Kriegen. Er hat das geschaffen – als eine einzelne Person – und damit so viele Leute berührt. Ich finde das unglaublich faszinierend. Dadurch habe ich gelernt, freier zu denken und kreativer im Storytelling meiner Songs zu werden.

Wer ist dein Lieblingscharakter aus „Der Herr der Ringe“ und warum?

Aah, das ist so eine schwierige Frage – ich liebe die Elben, also sind um ehrlich zu sein alle Elben meine Lieblinge. Als ich ein Kind war, war ich auch total in den Legolas aus den Filmen verliebt, das ist wahrscheinlich auch ein großer Grund, haha.

AU/RA: "X Games"-EP

 

Monsterhit: Alan Walkers "Darkside" feat. Au/Ra

Wie gehst du einen neuen Song an? Du hast schon mal gesagt, dass das Schreiben dein liebster Teil an der Musik ist. 

Es ist auf jeden Fall mein liebster Part, aber auch der frustrierendste. Normalerweise kann ich einen Song nicht an einem Stück schreiben, außer ich bin richtig inspiriert. Aber so oder so liebe ich es. Ich liebe es, mich so intensiv mit einer Sache zu beschäftigen und die Gefühle dahinter zu benennen und das dann in einem Songtext zu verarbeiten.

Welche musikalischen Vorbilder hast du? Wer hat dich beeinflusst?

Mein Vorbild ist auf jeden Fall Lana Del Rey. „Born to Die“ war eine riesige Inspiration für mich – es war das erste Album, das ich selber entdeckt habe und ich habe mich damit total verbunden gefühlt. Was Genres angeht, finde ich, dass man da nicht zu viel Wert drauf legen sollte, ich höre mir alle Arten von Musik gerne an. Aktuell höre ich zum Beispiel gerade „Loft Music“ von The Weeknd, danach bin ich ganz süchtig.

Du hast schon früh in deiner Karriere ernstere Themen wie Angststörungen und gesellschaftliche Außenseiter angesprochen. Wie wichtig ist es für dich, deine Plattform zu nutzen, um über solche Themen zu reden?

Unglaublich wichtig. Musik kann die Menschen verbinden, sie ist reine Magie. Ich will auf jeden Fall weiter über Dinge reden, die bei den Hörern das Gefühl auslösen, verstanden zu werden.

Was sind deine Träume oder Ziele für deine Karriere? Gibt es einen bestimmten Ort, an dem du auftreten, oder einen bestimmten Künstler, mit dem du zusammenarbeiten willst?

Na ja, ich habe eine Menge Ziele, aber ich glaube, der gesündeste Weg sind kleine Schritte. Mein Ziel für die nächste Zeit ist eine Headliner-Tour – das wäre ein wahr gewordener Traum. Sollte ich so viel Glück haben und das schon bald erreichen, geht es einfach mit meinem nächsten Ziel weiter, haha.

Vergangenen November hast du zwei Konzerte in Deutschland gespielt, zusammen mit EDEN. Ist es für dich quasi ein Heimspiel, in Deutschland aufzutreten?

Es war unglaublich. Ich liebe Deutschland und habe es immer als eine zweite Heimat angesehen, also war es unfassbar, in Frankfurt zu performen, wo auch meine Familie zugesehen hat.

Dein neuer Song „Emoji“ handelt von dem Problem in Online-Beziehungen, dass man sich ein Bild von einem Menschen schafft, das ganz anders sein kann als in der Realität. Wie gehst du selbst damit um?

Um ehrlich zu sein gibt es auch Menschen im echten Leben, die mich nicht wirklich kennen. Jemanden tatsächlich zu kennen ist kompliziert. Aber ich versuche, auf Social Media so authentisch und offen zu sein wie nur möglich, weil ich für meine Fans da sein möchte.

In dem Song gibt es folgende Zeile: „They should make our lives an app.“ Davon sind wir ja gar nicht mehr so weit entfernt, wenn man mal drüber nachdenkt. Glaubst du, dass die Menschheit sich komplett digitalisiert und ihre Wurzeln in der Natur dabei vergisst?

Ich glaube, so wie wir uns als Menschheit entwickeln, sieht es nach einer Zukunft aus, die immer digitaler ist. Das hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Ich hoffe, wir werden uns immer daran erinnern, wie wichtig die Natur ist, damit wir nicht so in der Technologie versinken, dass wir Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden können. Aber der Fortschritt der Technologie ist unvermeidbar. Ich bin froh, dass ich bei „Emoji“ kurz darüber nachdenken konnte, denn ich finde es interessant und es ist buchstäblich unsere Zukunft, um die es geht.

Welche Emojis benutzt du selbst am häufigsten? Oder machst du lieber einen Bogen um sie?

Oh mein Gott, natürlich benutze ich sie die ganze Zeit. Am meisten benutze ich das, wie ich es nenne, Lach-Wein-Emoji. So fühl ich mich die meiste Zeit, haha.

Danke für das Gespräch, Au/Ra, und viel Erfolg für die Zukunft!

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