Bild: Corinne Cumming
Knapp 7,5 Millionen Zuschauer waren am Samstag dabei, als Loreen Geschichte schrieb: Mit ihrem Song „Tattoo“ gewann die Schwedin zum zweiten Mal den Eurovision Song Contest und ist damit die erste Frau in der Geschichte des Wettbewerbs, die erneut den Titel holte. Vor elf Jahren stand sie mit dem Song „Euphoria“ in Baku bereits auf dem Siegertreppchen. Für Schweden ist es der siebte ESC-Gewinn. Falls ihr die Performance von Loreen verpasst habt, könnt ihr sie hier noch mal sehen:
Bei den Buchmachern galt Loreen bereits seit Wochen als Favorit. In dem rund vierstündigen Finale, bei dem 26 Finalist:innen antraten, lieferte sie sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Teilnehmer:innen aus Finnland und Israel und konnte sich mit 583 Punkte am Ende den Sieg sichern. Das Finale fand in Liverpool statt, präsentiert vom Vorjahressieger Ukraine. Gleich zu Beginn lieferte die Band Kalush Orchestra eine bewegende Performance ihres Songs „Stefania“, begleitet von der britischen Prinzessin Kate am Klavier. Das Motto des Abends war eine Botschaft für den Frieden: „United by Music“.
Und die deutschen Vertreter Lord Of The Lost? „Diesmal wird’s kein letzter Platz“, war sich ESC-Legende Peter Urban im Vorfeld sicher, und auch die Buchmacher sahen die Hamburger Dark-Rock-Band mit ihrem Song „Blood and Glitter“ weiter vorne. Doch tatsächlich bildeten Sänger Chris Harms und seine Mitstreiter das Schlusslicht. „Natürlich ist das hart, auf dem letzten Platz zu landen. Wir haben auch echt nicht damit gerechnet. Wir dachten: Wir schaffen mindestens vorletzter oder drittletzter. Aber es ist tatsächlich so, dass wir jetzt gerade das Gefühl haben, dass uns das diese unfassbar schöne Erfahrung nicht vermiesen kann. Und dass wir auch jederzeit wieder mitmachen würden“, sagte Harms und machte unmissverständlich klar, dass es für seine Band trotzdem weitergeht. „Wir kommen nicht aus dem Nichts und wir gehen auch nicht in Nichts. Wir haben eine veritable Karriere. Wir haben jetzt den Festivalsommer. Wir haben zig ausverkaufte Shows. Wir gehen mit Iron Maiden auf Tour in Europa. Wir machen jetzt hier einfach weiter.“ Die anstehenden Termine von Lord Of The Lost findet ihr weiter unten.
Für Deutschland geht die ESC-Pleiteserie damit weiter. Mit Ausnahme von 2018, als Michael Schulte den vierten Platz belegte, wurde es in den letzten Jahren stets der letzte (2022, 2016 und 2015) oder vorletzte (2021, 2019, 2017) Platz. Und so brachte Chris Harms die große Frage auf den Punkt: „Wen schicken wir?“ Vielleicht hätte Jan Böhmermann mit seiner ESC-Parodie „Allemagne Zero Points“ nach Liverpool reisen sollen…