Bild: Jan Season
Satte 15 Jahre sind ins Land gezogen, seit Chris Harms Lord Of The Lost 2009 gründete. 2010 erschien das Debütalbum „Fears“, 2022 das megaerfolgreiche „Blood & Glitter“ und 2023 das aktuelle Coveralbum „Weapons of Mass Seduction“. Acht Studioalben, drei Ensemble-Alben mit Orchester und über 500 Konzerte in fast 40 Ländern, dazu Karrierehöhepunkte wie die Teilnahme am ESC oder Support-Shows für Iron Maiden – Lord Of The Lost haben 2024 wirklich allen Grund zu feiern. Klar, dass die Hamburger zu diesem Anlass auf große Europatour gehen. Diese startet am 22. März in Nürnberg und endet am 27. April in Leipzig. Insgesamt sieben Deutschlandtermine stehen auf dem Tourplan.
Bevor es losgeht, haben die Bandmitglieder schon mal eine kleine Studioparty geschmissen, an der sie ihre Fans via Livestream teilhaben ließen. Dabei gewähren sie interessante Einblicke hinter die Kulissen der Chameleon Recording Studios, wo sich die Band zur Vorproduktion der bevorstehenden Tour eingefunden hat. Wie es sich für einen Geburtstag gehört, packen die fünf außerdem Geschenke aus. Als Host ist Michael „Krogi“ Krogmann dabei. Wer den Stream verpasst hat, kann sich das sehr unterhaltsame Video on demand hier ansehen:
In den 15 Jahren ihrer Bandgeschichte haben Lord Of The Lost manches erreicht, wovon viele andere nur träumen können, das verdeutlicht allein das Jahr 2023. In einem kürzlich geführten Interview bringt Frontmann Chris die Essenz der Band anhand der Ereignisse des vergangenen Jahres auf den Punkt: „Wenn man sich klarmacht, dass ein und dieselbe Band innerhalb eines Jahres eine Maiden-Tour, ein Konzert mit Sinfonieorchester und den Eurovision Song Contest bestritten hat, dann hat man so ziemlich alles über Lord Of The Lost verstanden.“
Lord Of The Lost sind heute da, wo sie sind, obwohl – oder gerade weil – sie nicht immer auf das gehört haben, was ihnen Menschen aus dem Musikbusiness geraten haben, wie Chris im Interview verrät: „Jeder in der Musikindustrie hat uns davon abgeraten (und tut es heute noch), uns stetig optisch und klanglich so stark zu verändern. Aber das brauchen wir! Der Spaß am Grenzgang und der Erweiterung unseres eigenen Rahmens ist für uns elementar. Und das wird neben der Liebe zur Musik für immer unsere einzige Konstante sein: Veränderung!“
In dem Gespräch geht die Band auch auf die kommende Tour ein und gibt erste Details zur Setlist bekannt. Gerrit erklärt hierzu: „So ein Jubiläum ist natürlich der beste Anlass, die bisherige Karriere mal Revue passieren zu lassen. Also haben wir uns der Herausforderung angenommen, einen bestmöglichen Schnitt durch die bisherigen Studioalben zu ziehen. Das ist bei den hunderten zur Auswahl stehenden Songs gar nicht so leicht. Wichtig ist nämlich, dass sowohl der Ultra-Lostie mit ein paar Raritäten überrascht wird, als auch alle neuen Fans (die wir insbesondere durch unsere Zweigleisigkeit mit dem Mainstream dazugewinnen konnten) die großen LOTL-Hits zu hören bekommen. Am liebsten würden wir 100 Songs spielen!“
Chris wird noch eine wenig konkreter: „Wir bewegen uns auf der Tour chronologisch durch unsere Diskografie und werden dann ans Ende einen „Party-Block“ mit ein paar Coversongs setzen. Schließen werden wir dann aber mit unserem eigenen „One Last Song“, der auf gutem Wege ist, in ein paar Jahren unser größter Hit zu sein. Noch nie habe ich erlebt, dass ein Song von uns das Publikum auf verschiebenden Ebenen so stark berührt! Ich glaube zwar nicht an Magie, aber wenn ich erlebe, was bei diesem Song zwischen Publikum und uns passiert, dann kann ich es mir kaum mit etwas anderem erklären …“
Es ist übrigens vollkommen egal, ob man langjähriger „Lostie“ ist oder frisch gebackener Fan und ob man sich einer Subkultur zugehörig fühlt oder dem Mainstream angehört – ein LOTL-Konzert ist ein Safe Space für alle, wie Chris mit folgenden Worten versichert: „Hier darf jede Person so sein, wie sie ist, und wird dafür gefeiert und geliebt. Hier feiert der Metal-Head mit dem ESC-Fan und der Super-Goth mit dem Mainstream-Fan.“ Einige Deutschlandkonzerte sind bereits ausverkauft – wer also gemeinsam mit Lord Of The Lost Geburtstag feiern möchte, sollte sich ranhalten.