Bild: WMG
Thank God it’s Friday! Geneigte Musikfreund*innen wissen: Das bedeutet, dass heute wieder haufenweise neue Alben das Licht der Welt erblicken. Wie jede Woche präsentieren wir euch an dieser Stelle einen bunten Strauß musikalischer Neuheiten.
Es gibt viel zu hören - lasst uns gleich loslegen!
Mitten im Hochsommer hatte Ed Sheeran eine ganz besondere Überraschung für seine Fans: Für Ende September kündigte er im August ein neues Album an – und jetzt ist „Autumn Variations“ auch schon da. Und das, obwohl er dieses Jahr mit „Subtract“ bereits den Abschluss seiner Mathematics-Reihe veröffentlicht hatte. Sein zweiter Langspieler 2023 hat das Zeug, zum offiziellen Soundtrack für die Saison der fallende Blätter zu werden: Schmusiger bis melancholischer Sound, bewegende Songthemen – genau das richtige zum Kakaotrinken und Regentropfen prasseln hören. Entstanden ist die Platte in Zusammenarbeit mit Indie- und Folk-Experte Aaron Dessner von The National. Ed fasst die Quintessenz der Platte so zusammen: „Last autumn, I found that my friends and I were going through so many life changes. After the heat of the summer, everything either calmed, settled, fell apart, came to a head or imploded.“ Im kommenden Jahr ist er beim Hurricane und Southside zu sehen.
Auf „Remember Me“ stellt sich Michael Schulte existenziellen Fragen: Was habe ich erreicht? Was bleibt von mir übrig, wenn ich mal nicht mehr da bin? Und wird sich dann noch jemand an mich erinnern? Dass sich der Sänger und Songwriter aus Norddeutschland auf seinen Songs offen zeigt und festhält, was ihn emotional bewegt ist längst kein Geheimnis mehr – das ist seit seinem heldenhaften Auftritt beim ESC 2018 in Lissabon mit „You Let Me Walk Alone“ bestens belegt und ausführlich dokumentiert. Für seinen neuen Langspieler hat sich Schulte aber, wie er im Interview sagt, extrem viel Zeit genommen, ausführlich sein Leben zu reflektieren – und das hört man den nachdenklichen und persönlichen Songs an. Seine Musik präsentiert er übrigens auch auf Tour: Gerade hat er zahlreiche neue Konzerttermine bestätigt.
Fünf Jahre sind vergangen, seit Jorja Smith ihr von Kritikern wie Fans umjubeltes Debütalbum „Lost & Found“ veröffentlicht hat. Sogar eine Grammy-Nominierung brachte die Platte ihr ein. Für den Nachfolger ließ die 26-jährige Britin sich bewusst viel Zeit. Heraus kamen 16 nachdenkliche, nuancierte Songs, in denen R&B auf Einflüsse aus Jazz, Soul und sanftem House treffen. Zu minimalistischer und reduzierter Musik singt Smith von wie sie selbst sagt „Trennungen, Beziehungen zu meinen Freunden, Beziehungen zu alten Freunden und der Beziehung zu mir selbst“. Das Album beginne fast unbeschwert, doch gegen Mitte erfolge der Absturz, die Songs werden düsterer und introvertierter. Wer Künstlerinnen wie Solange und Beyoncé mag, wird dieses Platte lieben.
Mit seiner Schwester Julia hat Angus Stone viele Jahre ganz wunderbaren Indie-Folk gemacht, inzwischen ist er auch mit seinem Soloprojekt Dope Lemon äußerst erfolgreich und mit „Kimosabè“ ist nun sein viertes Album erschienen. Mit beeindruckender Lässigkeit und Entspanntheit verbindet Stone darauf Indie-Rock mit psychedelischen Klanglandschaften und allerhand Spielereien. Mal gibt es ein Sample aus dem Kultfilm „The Step Brothers“, dann hallende Maracas oder lustige Flöten. Dass bei diesem Album zum ersten Mal er selbst auf dem Cover zu sehen ist, ist übrigens kein Zufall. „Diese Platte ist alles, was mich ausmacht“, sagt er. „In der Vergangenheit war das Artwork in gewisser Weise anonym, weil ich versuchte, all diese Stile zu erkunden, und dieses Schild vor mir zu haben war wunderschön – ich konnte irgendwie im Schatten herumschleichen und musste nicht zulassen, dass die Öffentlichkeit über die Person dahinter urteilt. Bei diesem Album hatte ich Momente der Klarheit, in denen ich über meine Kindheit nachdachte, und mir wurde klar, wo ich in Zukunft sein möchte. Deswegen fühlte es sich richtig an, auch auf dem Cover zu sein.“