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Rock

FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE im EVENTIM TourTalk-Interview

29.08.2017 von Ben Foitzik

Knapp zehn Jahre nach ihrer Auflösung meldeten sich die Hannoveraner Rocker Fury In The Slaughterhouse Anfang 2017 mit drei ausverkauften Jubiläumsshows spektakulär auf der Bühne zurück. Es folgten wundervolle Sommer-Open-Airs, bei denen man der Band um die beiden Wingenfelder-Brüder in keiner Sekunde anmerkte, dass sie bereits 30 Jahre "auf dem Buckel" hat und eigentlich schon in Rente war. Im Herbst folgen nun die nächsten Highlights: Die Furys gehen auf große "Little Big World Tour - Live & Acoustic 2017" (Tourdaten findet ihr weiter unten) und präsentieren dabei ihr neues Unplugged-Album, das am 1. September veröffentlicht wird. Im September stehen zudem noch zwei Open-Air-Shows auf dem Programm. Aus diesem freudigen Anlass haben wir Gitarrist Christof und Drummer Rainer im EVENTIM TourTalk ein paar ihrer kultigsten Tour-Storys entlockt.

Beim pechschwarzen Wüstengaul, was haben diese beiden Mucker für kuriose Geschichten zu erzählen! In 30 Jahren Bandhistorie häuft sich so einiges an. Wir haben mal ein Best-of aus unserem Gespräch im Hamburger Hard Rock Cafe zusammengeschnitten - leider gab es während der Aufnahme einen Komplettausfall der Haupt-Tonquelle (merke: wenn das Aufnahmegerät eine halbe Stunde lang in der prallen Sommersonne brutzelt, ist ein Totalabsturz nicht unbedingt unwahrscheinlich), so dass es im Hintergrund mitunter etwas wuselig zugeht. Die kräftigen Stimmen von Christof Stein-Schneider und Rainer Schumann und vor allem ihre lustigen Geschichten machen das aber wett.

Na dann: legt mal los, Fury In The Slaughterhouse! (Wer das Interview lieber lesen will, scrollt einfach nach unten.)


Christof Stein-Schneider von FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE:

"Das Bier war nicht so gut wie unser Bier, aber es war Bier."

 


Welche Touren sind euch nachhaltig in Erinnerung geblieben?

Stein-Schneider: Es gibt so Zeiten, da weiß ich nicht mehr die Hälfte von. Also Amerika-Tour und solche Sachen, frag mich nach irgendwelchen Details – keine Ahnung. Das Bier war nicht so gut wie unser Bier, aber es war Bier. Was ich noch weiß, ist, dass wenn ich mit meinem Tabak auftauchte, Zigaretten drehte oder nackt im Ozean schwimmen gehen wollte, dann hieß es immer „You can’t do that over here!“
Rainer: Es war ja auch wirklich teilweise abstrus. Dort ist ja tatsächlich das Alkoholtrinken draußen verboten. Und in den Läden durftest du nicht rauchen, also musstest du dich in die Tür stellen und dann links trinken und rechts rauchen. Oder wir haben da mal mitten in der Wüste ein Video gedreht und da war drumherum wirklich mal gar nichts. Und dann sind die Ranger mit dem Hubschrauber übers Set geflogen und haben geguckt, ob wir ohne so eine braune Papiertüte Bier getrunken haben. Das ist schon krass.
Stein-Schneider: Wir kamen mal nach einer wilden Busnacht von Tampa, Florida, in der wir 700 Meilen durchgefahren sind, morgens um sechs in Charlotte(s)ville auf der anderen Seite von Florida an. Dann setzen wir uns ans Meer, am Horizont sind so Dinger – sind das Dolphins oder Sharks? – und dann kommt einer zu uns und sagt „tut mal eure Bierdosen weg, hier kommen auch Rangers vorbei“. Und dann startet da hinten ein Space Shuttle. Dann sitzte da und denkst nur so… ja, was denkste da? „Is ja irre.“

Was ist die lustigste Story eurer Tourhistorie?

Rainer: Unserer lustigste Tour-Anekdote hat sich gleich hier um die Ecke abgespielt, im Hotel Hafen Hamburg. Jetzt können wir es ja sagen, weil es ist verjährt. Vor etwa 25 Jahren waren wir dort mit unserem Tourbus vor der Tür und auf einmal sagt unser Busfahrer „kommt mal schnell rein, ich hab aus Versehen den falschen Knopf gedrückt“. Da hat er aus Versehen das Chemieklo vor die Rezeption gelegt. (Lachen) Und wir sind schnell weggefahren. Ich weiß nicht, ob der Geruch heute noch dort ist… also hey, sorry, Jungs! Das sind so die kleinen Highlights, die du dann auch mal mitnimmst.

Womit wurdet ihr auf der Bühne schon alles beworfen?

Stein-Schneider: BHs und so sind ja normal, aber eine Weile lang bekam ich – ich weiß nicht, ob es bei den anderen auch so war – immer Tampons auf die Bühne geworfen. Glücklicherweise neue Tampons. Das erste Mal fiel mir das auf, weil mir so ein Ding direkt an die Hand flog und mit dem Bindfaden zwischen meinen Fingern hängen blieb. Und ich dachte mir so „Was ist das jetzt, wollen die mir ihre Geschlechtsreife beweisen?“ Ich weiß es auch nicht, das war echt komisch. Und ich erinnere mich, in Wichita, da war der Ritus: Wenn man die Band gut fand, hat man mit leeren Dosen geschmissen und auf die Bühne gespuckt. Wir haben uns beschwert, aber die fanden das eigentlich alles super. Das war da so Mittlerer Westen, wo die so sechs Finger, Bauchnabel hinten raus haben.
Rainer: Interessant. Aber so war’s. In den Anfangszeiten, als es die Band gerade mal zwei Monate gab, haben wir bei einem Festival gespielt. Das Publikum bestand aus Punks und bei denen war es ein Akt der Wertschätzung, Flaschen auf die Bühne zu schmeißen: „Öjjj, die Band is geil!“ und dann flog die Pulle Bier auf die Bühne. Das haben wir jetzt erst mal nicht so empfunden und mussten diese Geste auch für uns intern übersetzen.
Stein-Schneider: Oder weißte noch, in Clausthal-Zellerfeld, wo die halbe Band bei „Kill Somebody“ von der Bühne gestürzt ist und irgendjemanden verprügelt hat, weil der uns mit leeren Bierflaschen beworfen hat?
Rainer: Ja, das geht auch gar nicht. Wenn du so ein Ding gegen die Birne kriegst, biste erst mal ausgeknockt.

Was war die merkwürdigste Form der Bezahlung, die ihr mal für einen Gig bekommen habt?

Stein-Schneider: Oh, Autos. Aber nicht nur.
Rainer: Einmal, auf einer der ersten Tourneen, kam unser Tourmanager nach einer Show zu uns und sagte „Jungs, ihr dürft noch nicht rausgehen, ich muss hier noch was klären“. Da konnte der Veranstalter nicht bezahlen und dann wurden wir tatsächlich Eigentümer eines… ich weiß es nicht mehr, Ford Fiesta oder so, keine Ahnung. Dann hatten wir ein Auto.
Stein-Schneider: Den hatten wir dann noch ne Woche mit auf Tour. Oder hier… das darf man jetzt wieder nicht erzählen, aber bei unserem ersten Gig in Hamburg – da waren vielleicht 30 Zuschauer oder so – hatten wir vergessen, vorher die Plakate zu schicken. Als wir da ankamen, war keiner da. Aber der Typ machte gerade sauber und sagte „na wenn ihr hier seid, dann mach ich halt auf“. Und dann haben wir genau ein 50er Piece verdient als Gage. Aber pssst!
Rainer: Pssst, wir sind ja unter uns.

Und das war auch wirklich alles nicht geflunkert?

Stein-Schneider: Ich schwöre, das war die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.
Rainer: So sieht es aus. Rainer… Christof… Fury In The Slaughterhouse.

Alles klar... danke für diese aufschlussreichen Einblicke, liebe Furys! Wir sehen uns im Herbst auf eurer großen Akustik-Tour - die Plakate habt ihr uns ja zum Glück rechtzeitig geschickt.



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