Bild: Dollie Kyarn
Mit dem Start ins neue Jahr öffnet Ethel Cain ein Fenster in ihre kreative Vergangenheit. Die US-Künstlerin hat mehrere bislang unveröffentlichte Demos ihres gefeierten Albums „Willoughby Tucker, I’ll Always Love You“ auf SoundCloud veröffentlicht und gewährt damit einen seltenen, ungefilterten Blick auf die Entstehungsgeschichte eines Werks, das für viele Fans längst Kultstatus erreicht hat.
Das Album erschien im August und markiert für Cain, bürgerlich Hayden Anhedönia, einen bewussten Einschnitt. Es soll den sogenannten „Ethel-Cain“-Zyklus abschließen, der ihre bisherige Karriere geprägt hat. Die nun veröffentlichten Demos verstehen sich weniger als Bonusmaterial denn als Rückblick auf einen langen, oft schmerzhaften Prozess. „Ich wollte das Jahr mit etwas Persönlichem beenden“, schrieb Cain an Silvester auf Instagram und kündigte damit die Sammlung an.
Zu hören sind frühe Versionen von „A Knock at the Door“ und „Tempest“, außerdem „Willoughby’s Interlude“, „Nettles (Miserable Demo)“ sowie „Shrug (Janie Demo)“. Alle Tracks sind ab sofort auf SoundCloud verfügbar. Begleitet werden sie von kurzen, teils sehr offenen Kommentaren der Künstlerin, in denen sie den jeweiligen Entstehungskontext reflektiert. Unter „Nettles (Miserable Demo)“ fasst Cain den Zeitpunkt der Entstehung nüchtern zusammen: „2023 war ein hartes Jahr.“
Zusammen mit dem Blick auf das Vergangene kündigt sie aber auch vage Neues an: „until whatever’s next…“ fügt sie ihrem Posting als Abschluss hinzu. Scheint sich also gerade in der kreativen Findungsphase für die nächsten Stücke zu befinden. Im Sommer kommt Ethel Cain mit ihrer „The Willoughby Tucker Forever Tour“ aber nochmal nach Deutschland – für die Open Air-Shows in Hamburg und Köln im Juni und Juli sind noch Tickets zu haben.