Bild: Phantom Music Management Ltd. (aufgenommen in London) Bild: Phantom Music Management Ltd. (aufgenommen in London)
Metal

Erster Deutschland-Stopp der „Run For Your Lives“-Tour“: So war’s bei Iron Maiden in Gelsenkirchen

14.07.2025 von Nicole Pietzsch

Wenn Iron Maiden rufen, kommen die Fans in Scharen. Das gilt umso mehr, wenn die Heavy Metal-Legende zum 50. Bandjubiläum eine ganz besondere Setlist verspricht. Auf der aktuellen „Run For Your Lives“-Tour widmen sich die Briten ausschließlich ihrem Frühwerk, vom selbstbetitelten Debütalbum aus dem Jahr 1980 bis zu „Fear of the Dark“ von 1992. Klassiker à la „The Number of the Beast“, „Run to the Hills“, „Hallowed Be Thy Name“ und natürlich „The Trooper“ gibt die Band dabei ebenso zum Besten wie Raritäten der Sorte „Murders in the Rue Morgue“, „Phantom of the Opera“, „The Clairvoyant“ oder das epische „Rime of the Ancient Mariner“.

Am vergangenen Freitag, dem 11. Juli, fand das erste von insgesamt sechs Deutschlandkonzerten der „Run For Your Lives“-Welttournee statt. Ort des Geschehens ist die Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Tausende Iron Maiden-Fans haben sich bereits im Inneren des Stadions eingefunden, als Avatar die Bühne betreten – die Schweden begleiten Maiden auf diesem Teil ihrer Europatour. Sänger Johannes Eckerström überrascht mit Ansagen in fließendem Deutsch und der Aussage, dass seine Mutter aus Gelsenkirchen stammt. Mit Make-up, synchronem Propeller-Headbangen und einem Potpourri aus älteren Songs, etwa „Smells Like A Freak Show“, und neueren, wie der jüngsten Single „Captain Goat“, sorgen die Göteborger für gute Stimmung.

Nach den Klängen von „Doctor Doctor“ und „The Ides of March“ vom Band, betreten Sänger Bruce Dickinson, Bassist und Bandgründer Steve Harris, die Gitarristen Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers sowie der neue Live-Drummer Simon Dawson gegen 21 Uhr unter frenetischem Jubel die Bühne. Große Aufbauten sucht man auf dieser vergeblich. Stattdessen setzen Iron Maiden bei den „Run For Your Lives“-Shows auf rein digitale Visuals – sicher erst einmal ungewöhnlich, aber durchaus wirkungsvoll. Los geht’s mit einem Song-Trio aus dem zweiten Album „Killers“: „Murders in the Rue Morgue“, „Wrathchild“ sowie der Titeltrack. Bei letzterem stapft Maskottchen Eddie Axt schwingend über die Bühne. Nach diesem Dreier begrüßt Dickinson die Menge mit „Hallo, wie geht’s Deutschland?“ und dem Versprechen eines langen gemeinsamen Abends. Zudem stellt er Schlagzeuger Simon Dawson vor, der auf Tour neuerdings den Job des von Live-Aktivitäten zurückgetretenen Maiden-Urgesteins Nicko McBrain, übernimmt – mit deutlich kleinerem Drumkit. An vierter Stelle folgt mit „Phantom of the Opera“ ebenfalls eine Nummer aus der Anfangszeit mit Sänger Paul Di’Anno. Das zugehörige Hintergrundbild auf der Videoleinwand wird von einem roten Vorhang freigegeben – ein netter Effekt. Als anschließend „The Number of the Beast“ erklingt, ist klar, dass auch die guten alten Maiden-Hits nicht zu kurz kommen.

Im weiteren Verlauf des Konzerts wechseln sich Mitsing-Hymnen mit Deep Cuts ab – „Rime of the Ancient Mariner“ ist eine echte Überraschung. Vom 1984er-Album „Powerslave“ gibt es außerdem den Titeltrack sowie „2 Minutes to Midnight“ und später noch „Aces High“ zu hören. Vollkommen außer Acht lassen Iron Maiden einmal mehr die „No Prayer for the Dying“-Platte, was angesichts von Perlen wie „Seventh Son of a Seventh Son“ – atmosphärisch mit viel Nebel dargeboten – aber kaum jemanden stören dürfte. Nicht nur überzeugen Iron Maiden mit einer Setlist, die Die-Hard-Fans genauso glücklich macht wie diejenigen, die vor allem die bekannten Stücke feiern – sie geben auch alles auf der Bühne. Bruce Dickinson schlüpft in zum jeweiligen Song passende Masken und Kostüme und beweist wie immer wahre Entertainer-Qualitäten. Mehrfach fordert er die Anwesenden auf: „Scream for me, Gelsenkirchen!“ – und das Publikum kommt dieser Bitte selbstredend lautstark nach. Die Saitenfraktion präsentiert sich derweil voll purer Spielfreude. Während seine Kollegen tighte Riffs und perfekt gespielte Soli am Fließband produzieren, zieht Janick Gers die Blicke mit akrobatischen Einlagen auf sich.

Ein Iron Maiden-Konzert ohne „The Trooper“ ist praktisch unvorstellbar. So kommt auch Gelsenkirchen an diesem Abend in den Genuss. „Whooohooow“-Chöre erfüllen das Stadion, während Eddie sich zum zweiten Mal die Ehre gibt und Dickinson erst eine Union Jack- und dann eine Deutschlandflagge schwenkt. Beim nachfolgenden „Hallowed Be Thy Name“ singen die Fans fast noch lauter mit. Den Hauptteil der Show beschließt „Iron Maiden“ vom gleichnamigen Erstlingswerk. Ihren Zugabenteil läutet die Band mit „Aces High“ ein – der Frontmann in Fliegermontur und Flieger-Eddie hinter ihm auf der LED-Leinwand. Weiter geht’s mit „Fear of the Dark“, bei dem die Anhängerschaft keinen Zweifel daran lässt, dass es sich dabei um einen ihrer Favoriten handelt. Die Bühnenshow mit Vollmond und Nebel und ein kostümierter Bruce, der eine Laterne trägt, unterstreichen die Wirkung dieses Maiden-Klassikers. Zu guter Letzt gibt es „Wasted Years“ mit einem herrlichen Solo von Adrian Smith auf die Ohren. Zum Abschied verspricht Bruce Dickinson: „We’ll see you again!“, und bedankt sich mit: „Thank you, all of you, every single one!“

Die Setlist Iron Maiden in Gelsenkirchen:

1. Murders in the Rue Morgue
2. Wrathchild
3. Killers
4. Phantom Of the Opera
5. The Number of the Beast
6. The Clairvoyant
7. Powerslave
8. 2 Minutes to Midnight
9. Rime of the Ancient Mariner
10. Run to the Hills
11. Seventh Son of a Seventh Son
12. The Trooper
13. Hallowed Be Thy Name
14. Iron Maiden
15. Aces High
16. Fear of the Dark
17. Wasted Years

Es war ein fulminanter Start der Deutschland-Tour von Iron Maiden – mit einer beeindruckenden Show, einer außergewöhnlichen Setlist und einer bestens aufgelegten Band. Mit ihrer „Run For Your Lives“-Konzertreise machen Iron Maiden noch Station in Bremen, Frankfurt, Stuttgart und Berlin.


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