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Metal

ELBRIOT 2015: Rückblick auf Hamburgs Metal-Festival

20.08.2015 von Ben Foitzik

Zum dritten Mal verwandelte sich am vergangenen Wochenende das Gelände am Hamburger Großmarkt in ein hanseatisches Heavy-Metal-Mekka: Das Elbriot Festival lockte mit seinem einmal mehr famosen Line-up wieder 10.000 Musikverrückte nach Hamburg, die von 12 Uhr mittags bis 23 Uhr abends zehn erstklassige Bands feierten. Absolutes Highlight waren natürlich die Headliner In Flames, die ein tosendes Finale abfackelten.

Vitja, Eskimo Callboy und Black Stone Cherry liefern erste Highlights ab


Eine absolute Kernkompetenz des Elbriot Festivals ist es, dass schon die ersten Künstler im Line-up eine immense Qualität mitbringen und viele Leute vor die Bühne ziehen. Vergangenes Jahr sorgten beispielsweise Wovenwar mit einem erstklassigen Gig für Furore und konnten sich damit viele neue Fans erspielen (Schreibende inklusive). Dieses Jahr gibt die junge deutsche Metal-Band Vitja den gelungenen Startschuss, die erst wenige Wochen zuvor für die unpässlichen Mastodon eingesprungen war. Noch mehr Stimmung machen im Anschluss die Trancecore-Überflieger Eskimo Callboy aus Castrop-Rauxel, die mit ihren jüngsten beiden Alben "We Are The Mess" (2014) und "Crystals" (2015) die Top10 der deutschen Albumcharts geknackt haben und mit ihrer energetisch-verrückten Bühnenshow die Massen zum Toben bringen. Danach gibt's saftigen Hardrock von Black Stone Cherry, die der stetig anwachsenden Masse wuchtige Riffs in die Eingeweide semmeln.

Blues Pills, Callejon, Kvelertak & Enter Shikari - die junge Garde regiert!


Weiter geht's mit Rockmusik - die schwedischen Blues Pills um Sängerin Elin Larsson präsentieren ihr selbstbetiteltes Debütalbum, das vor einem Jahr Platz #4 der deutschen Charts erklomm, und unterstreichen mit ihrem aufwühlenden Blues-Rock das sympathische Konzept des Elbriot Festivals: Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei - von rockigen Blues-Riffs über donnernde Electro-Metal-Beats bis hin zu reinrassigem Thrash. Als Nächstes setzt die deutsche Metal-Hoffnung Callejon ein weiteres Highlight des Tages und stellt dabei einmal mehr ihre enormen Entertainer-Qualitäten unter Beweis. Große Hymnen, brachiale Riff-Salven, emotionale Balladen, geile Cover-Songs ("Schwule Mädchen" von Fettes Brot und der Ärzte-Klassiker "Schrei nach Liebe") - eine perfekte Show.

Auch die nächsten beiden Bands stellen eindrucksvoll unter Beweis, warum sie zu Recht einen guten Slot im Billing ergattern konnten: Die Norweger Kvelertak entfesseln ihren einzigartigen Würgegriff-Metal und die britischen Sound-Tüftler Enter Shikari hämmern ihren schrägen Mix aus Metalcore und Trancemusik ins Publikum - der allerdings nach wie vor so speziell ist, dass nicht jeder im Publikum etwas damit anfangen kann. Muss man ja auch nicht, schließlich bekommt man hier so viele erstklassige Bands geboten, dass man die ein oder andere "Gefällt nicht"-Kombo absolut verkraften (und zum Bierholen nutzen) kann.

Opeth, Kreator, In Flames - das famose Oldschool-Finale


Kamen bis hierhin hauptsächlich vergleichsweise junge Bands zum Zug, sind die letzten drei Acts des Tages (der übrigens nur einmal bei Kvelertak ganz kurz ein paar Regentropfen auf die Metal-Heerscharen hinabfallen ließ - danke noch mal dafür, Thor!) alte Hasen im Business: Die Schweden Opeth, die immerhin schon seit 1990 auf der Piste sind, bieten ihre schaurig-schönen, zwischen Prog- und Death-Metal pendelnden Songs dar und sorgen für ein weiteres brachial-emotionales Highlight des Tages.

Auch über die deutsche Thrash-Institution Kreator um Frontmann Mille Petrozza muss man wohl nicht mehr viele Worte verlieren: Die seit Mitte der 80er aktiven Stahlmänner geben sich als vorletzte Band des Elbriot Festivals 2015 keine Blöße und dreschen dem Publikum ihre sirrenden Salven in die Trommelfelle - keine Pause, keine Gnade, immer mitten drauf! Danach fühlt man sich wie von den "Hordes of Chaos" überrannt - aber glücklich.

Zu guter Letzt geht mit In Flames eine wahre Institution des Schweden-Tods an den Start, die durch ihre kontinuierliche Sound-Weiterentwicklung in den letzten Jahren zur internationalen Metal-Supermacht avanciert und dadurch bei der Ur-Fanbase aus den 90er Jahren sicher nicht unumstritten ist. Doch ob Fan oder nicht (mehr) - eins muss man den Skandinaviern um Frontmann Anders Fridén an diesem Abend attestieren: Ihre Show und die ausgewogene Setlist sind phänomenal! Wirkten einige ihrer jüngeren Auftritte mitunter etwas lustlos, legen die fünf Göteborger heute vom Opener "Only For The Weak" an los wie die Feuerwehr und spielen sich über Tracks wie "Bullet Ride", "Paralyzed", den Überhit "Cloud Connected" oder "Take This Life" bis zum finalen "My Sweet Shadow" in einen wahren Rausch. Ein würdiger Abschluss für ein Eintagesfestival, das auch im dritten Jahr seiner Existenz absolut begeistert hat.

Elbriot 2016


Stichwort Eintagesfestivals: Am Rande der jüngsten Elbriot-Sause wurde bekannt, dass das Festival nächstes Jahr zum Zweitages-Event ausgeweitet wird - wenn das mal keine fantastischen News sind! Zwei erste Hochkaräter sind ebenfalls schon bestätigt: Sabaton aus Schweden - eine Band, die auch gerne mal vor etwa 600.000 Fans beim polnischen Woodstock Open Air auftritt - und die US-Thrash-Granden Testament geben sich die Ehre! Allein dafür sollte jeder Heavy-Metal-Fan auch 2016 zum Hamburger Elbriot pilgern. Zumal mit Sicherheit auch unter den anderen Acts wieder diverse Highlights zu finden sein werden.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Jahr, Elbriot! Wer wissen will, wann der Vorverkauf startet, kann sich hier für den praktischen Ticketalarm auf eventim.de anmelden.

Einige der diesjährigen Elbriot-Bands sind übrigens auch noch auf auf Clubtour unterwegs - hier geht's zu den Tickets von Eskimo Callboy, Callejon, Kvelertak, Opeth und... In Flames!


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