Bild: Chris Dohle
Im Vorfeld als „DAS Callejon-Album“ und „brutaler, wahnwitziger Metalbastard“ angekündigt, wurde „Eternia“ von den Fans mit großer Spannung und Vorfreude erwartet. Sechs der insgesamt elf Tracks schickten die Düsseldorfer bereits voraus – und diese Vorabsingles dürften die hohen Erwartungen der Callejon-Hörerschaft nicht enttäuscht haben: „Tor des Todes“, „Mary Shelley“, „SilverSurfer“ und „Sternenstaub“ gehen nicht nur ordentlich nach vorne, sondern bringen die Essenz der Band auf den Punkt. Das trifft auch auf den zwei Tage vor Albumrelease veröffentlichten Titeltrack zu. „Ich komme niemals an“ ist hingegen eine kraftvolle, emotionale Powerballade, die dieser Bezeichnung alle Ehre macht. Nach diesen sechs grandiosen Appetitanregern, kann man sich nun endlich das Album in voller Länge schmecken lassen – und wenn ihr uns fragt, mundet es ganz vorzüglich.
Als Jubiläumsalbum vereint „Eternia“ sämtliche Trademarks, für die der Name Callejon seit nunmehr 20 Jahren steht: kompromisslose Härte, ehrliche Emotionen, hymnische Refrains, melodisch-cleaner Gesang und derbe Screams sowie ein satter Sound. Für Letzteren zeichnet, wie schon beim Vorgänger „Metropolis“, Sänger BastiBasti verantwortlich, der „Eternia“ produziert und abgemischt hat. Auch das düstere Artwork stammt selbstverständlich aus seiner Hand.
Düster mutet auch der Titeltrack und Opener „Eternia“ an. Nach dem Intro steigert sich der Song über ein fettes Gitarrenriff zu einer brachialen Nummer, deren Chorus die Fans live nur zu gerne lauthals mitsingen werden. Noch brachialer kommt das kurze, knackige „Tor des Todes“ daher, bevor mit „Guillotine“ ein klassischer Callejon-Track folgt, der abwechselnd zum Ausrasten und Mitsingen anregt. Bei den bedeutungsschweren Lyrics des thrashigen „Sternenstaub“ lohnt es sich genauer hinzuhören. Das gilt ebenso für Track Nr. 5, „Mary Shelley“, dessen Refrain sich unmittelbar im Gehörgang festsetzt. Auf „Emokeller“ schalten Callejon im Vergleich zu manch anderem Albumtrack einen Härte-Gang zurück und setzen einmal mehr auf einen epischen Chorus. „Scareglow“ zelebriert das Wechselspiel zwischen eingängigen Mid-tempo-Parts mit Klargesang und brutalem Geballer, das BastiBasti mit intensivem Geschrei untermalt. Anschließend liefern die Jungs mit „Ich komme niemals an“, eine starke Powerballade ab, die sich geschmeidig in die ansonsten auffallend harte Callejon-Scheibe einfügt. „Hexenhaus“ ist mit seinem gedrosselten Tempo und verhältnismäßig geringem Screamo-Anteil eher Rock als Metal(-core), und damit Beweis dafür, dass die Band gerne mal über den eigenen Genre-Tellerrand hinausblickt. Wenn sich auf einem Album wie „Eternia“ so etwas wie ein Radiohit findet, dann ist es wohl „SilverSurfer“. Mit dem über sieben-minütigen „Loreley“ beschert das Quintett seinem zehnten Longplayer schließlich einen mehr als würdigen Abschluss.
„Eternia“ ist ein vielschichtiges Brett, ebenso zeitgemäß wie zeitlos und in der Tat, wie von BastiBasti konstatiert, „so viel mehr als nur ein Jubiläumsalbum“, sondern sozusagen ein „Coming-of-Age-Werk“. Da können wir nur gratulieren – und uns auf die nächsten 20 Jahre freuen.
Wer den runden Geburtstag gemeinsam mit der Band in ihrer Heimatstadt feiern will, hat am Samstag, den 17. Dezember im Stahlwerk in Düsseldorf Gelegenheit dazu.