Bild: Credit Ciara McMullan Bild: Credit Ciara McMullan
Live

Bildergalerie: Tom Odell begeistert 9.600 Fans in Hamburg

12.11.2025 von Nadine Wenzlick

Es wirkt, als könne Tom Odell selbst noch nicht ganz glauben, wo er gelandet ist. „Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir in Räumen gespielt haben, die nicht so groß sind wie dieser hier“, sagt er Brite, als er am Dienstagabend in der mit 9.600 Fans fast ausverkauften Hamburger Barclays Arena zu Gast ist. Seine „Wonderful Life“-Tour ist die bisher größte Tour des britischen Musikers – und zweifellos auch seine beste.

Die Show ist äußerst elegant inszeniert. Statt großer LED-Screens setzt Odell auf einen Vorhang, auf den Bilder projiziert werden. Mal ist sein Antlitz darauf zu sehen, dann flackern tagesaktuelle Bilder aus Hamburg darüber. Überhaupt erzielt Odell mit kleinen Mitteln große Wirkung: Dass die Namen seiner Bandmitglieder bei der Vorstellung über den Vorhang flimmern ist eine ebenso charmante Idee wie das kreisrunde Konfetti, das am Ende des Konzerts von der Hallendecke rieselt, bedruckt mit einer Narzisse auf der einen und dem Satz „What a wonderful life“ auf der anderen Seite.


Bild: Credit Ciara McMullan

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Die ersten drei Songs spielt Odell noch alleine am Klavier. Im Saal herrscht Totenstille. Danach kommt hinter dem Vorhang seine sechsköpfige Band zum Vorschein, die ihn an Gitarre, Bass, Schlagzeug, Geige, Tompete und Saxophon begleitet. Songs wie „Grow Old With Me“ und „Black Friday“ steigern sich von sanften Balladen zu epischen Hymnen, bei denen Odell sich die Seele aus dem Leib singt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn in seinen Songs geht es nicht bloß um die Liebe, sondern um erste Themen wie Depressionen – etwas, womit Odell in der Vergangenheit selbst zu kämpfen hatte. 

Bewegend sind auch seine Ansagen. Den Song „When I Close My Eyes“, den er nach dem Tod seines Großvaters geschrieben hat, widmet er Zuschauerin Emily. Vor dem Song liest Odell nämlich jeden Abend einen Brief von jemandem aus dem Publikum vor, der einen geliebten Menschen verloren hat – in Emilys Fall ihre Mutter. Und vor „Don’t Cry Put Your Head On My Shoulder“ sagt Odell: „Wenn ihr mit jemandem hier seid, den ihr liebt, dann legt jetzt den Arm um die Person. Und wenn ihr alleine seid, wäre das vielleicht ein guter Zeitpunkt, jemand Fremdes anzusprechen.“ Schunkelnd liegt sich die ganze Arena in den Armen und singt „Na-na-na“ im Chor – ein richtiger Beatles-Moment.

Der Schwerpunkt des Abends liegt auf Odells aktuellem Album „A Wonderful Life“ sowie dem 2024 veröffentlichten „Black Friday“. Aber auch von seinem Debüt „Long Way Down“ gibt es fünf Stücke zu hören, darunter natürlich auch seine Durchbruchssingle „Another Love“, bei der das ganze Publikum im Chor singt. Einziger Kritikpunkt des Abends: Es ist viel zu schnell zu Ende. Wir hätten Tom Odell noch stundenlang zuhören können.


🎤

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