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Hip-Hop

BEGINNER: das neue Album "Advanced Chemistry" im Check

25.08.2016 von Ben Foitzik

Es ist so weit: 13 Jahre nach „Blast Action Heroes“ präsentieren DJ Mad, Denyo und Eizi Eiz ihren Fans eine neue Platte. „Die Formel ist die alte geblieben. Aber die Chemistry ist advanced. Beginner back“, heißt es im Albuminfo. Wir haben uns die neue Scheibe schon mal anhören können – und sind hellauf begeistert. Fürwahr: Beginner back! Habt ihr Bock? Na dann holt euch morgen das Album und zieht euch die Beginner live rein - Tickets für ein paar Shows in 2016 und die Tour im März 2017 gibt's bei Eventim.

48 Minuten und 24 Sekunden ist das vierte Beginner-Album lang und enthält zwölf (okay, elfeinhalb) wahnsinnig geile Tracks, die nur ein Fazit zulassen: Die Beginner erwecken den deutschen Hip-Hop zu neuem Leben – MAL WIEDER. „Advanced Chemistry“ – schon im Titel eine Hommage an die Geburtsstunde des Deutschrap, den die Heidelberger Hip-Hop-Crew Ende der 1980er-Jahre aus der Taufe gehoben hatte – ist eine Musik gewordene Machtdemonstration einer Band, die sich auch 25 Jahre nach ihrer Gründung noch auf die Fahnen schreiben kann, der heiße Scheiß zu sein. Geht mal zur Seite, ihr Anfänger, hier kommen die Beginner!

"Advanced Chemistry" - Hip-Hop-Chemie für Fortgeschrittene


1. „Ahnma“ feat. Gzuz & Gentleman

Mit dieser Nummer meldeten sich DJ Mad, Denyo und Eizi Eiz kürzlich fulminant auf der Bildfläche zurück. Sie ist… fett, einfach nur fett.

 URTEIL: HAMMERHART 

2. „Es war einmal…“

Für die jungen Kids erzählen die Beginner noch mal in knapp fünf Minuten ihre eigene Geschichte. Ein entspannter Track mit fiercem Beat, klaren Piano-Parts, Soul-Jingle, Elbrauschen und sexy Flow.

 URTEIL: SEXY 

3. „Meine Posse“ feat. Samy Deluxe

„Ich komme rein, sage boomschakkalakka“! !“ Verspielt-verrückte deichkindliche Beats donnern aus den Boxen: „Alle Pegel auf Anschlag, Hamburger Standard!“

 URTEIL: BOOM 

4. „Schelle“

„Wie wär’s mit ner Schelle, mal eben auf die Schnelle?“ Auf „Schelle“ verteilen die Beginner eben jene an alle Unwürdigen da draußen: „Ja, die Frauen freuen sich tierisch, unser Sound klingt karibisch. Dein Sound klingt nach Russland.“ Nach einem gentlemanartigen Reggae-Groove explodiert der Track plötzlich mit einem knarzenden Killerbass, um dann wieder in den Chillmodus runterzuschalten. Das ist wohl das, was das Album-Info mit „Bässe aus der Karibik treffen auf nordischen Schnack“ meint.

 URTEIL: KARIBISCH 

5. „So schön“ feat Dendemann

„Wenn dann eure Mundwinkel hoch gehen, dann ist die Welt wieder so schön. Und dann ist alles, was ist und was war, auf einmal so vollkommen egal.“ Ein leicht sarkastischer Feelgood-Song mit verträumtem Groove und dumpfem Beat.

 URTEIL: GANZ SCHÖN 


6. „Rambo No. 5“

Der vielleicht schrägste Track des Albums, extrem sperrig und gegen die Norm. Der strengt ein bisschen an, kommt aber mit Mal zu Mal mehr. Hier ist Geduld gefragt.

 URTEIL: SPERRIG 

7. „Kater“

Jetzt kommen vielleicht die drei besten Tracks der Scheibe am Stück. „Kater“ ist der ultimative Hangover- und „Der Herr der Augenringe“-Song mit romantischer Geigen- und Piano-Begleitung und grandiosen Lines. Beispiele? „Gestern war ich blau, heute seh ich schwarz“ / „So voll wie ich war, so leer bin ich jetzt“ / „Rihanna kann sich in den Pelz auf meiner Zunge kleiden“ / „Nie mehr Alkohol, wirklich, das schwör ich – mein Körper fühlt sich an wie Dresden 45“

 URTEIL: GRANDIOS 


8. „Rap & fette Bässe“

Der Track macht seinem Namen definitiv alle Ehre. „Der Beat knallt, der Kiez brennt – Neues von der Hits-am-Fließ-Band“. Funkiger Track mit Killer-Beats.

 URTEIL: FUNKY 

9. „Spam“

Eizi Eiz rappt auf Klavier – wie geil klingt das denn bitte?! Und das noch mit großartig punchenden Lyrics über unsere vollgespammte Welt. Wow-Track!

 URTEIL: GEIL 

10. „Thomas Anders“ feat. MEGALOH

Erneut ein ziemlich selbstreflexiver Song. Die Beginner referieren über ihre Andersartigkeit: „Sorry, dass ich anders bin – noch viel anderer als all die ganzen anderen.“ Ein Track übers Gegendenstromschwimmen, der mit seinen Synthieteppichen einen magischen Sog entwickelt und mit Megaloh einen wiediefaustaufsaugepassenden Gast-Rapper am Start hat.

 URTEIL: ANDERER 


11. „Macha Macha“ feat. Haftbefehl

Auch für „Macha Macha“ haben sich die Beginner Verstärkung ins Boot geholt: Haftbefehl, der mit seinem Album „Der Holland Job“ auf Platz #1 der deutschen Albumcharts eingestiegen ist. Ein getragener, oldschooliger Track mit spritzigen Lines: „Mittelmaß is’n Nogo wie’n Hitlerbart“ „Immer in Bewegung bleiben so wie Dönerfleisch“ – auch hier paaren sich Piano-Elemente perfekt mit donnernden Beats.

 URTEIL: OLDSCHOOL 


12. „Nach Hause“

Mit der sphärig-creepigen Downtempo-Nummer „Nach Hause“, einer Art Liebeserklärung der Beginner an ihre Heimat Hamburg, endet ein Album, das (hoffentlich!) hohe Wellen schlagen wird. Ergo: Beginner back! Kann endlich weitergehn mit'm Rap.

 URTEIL: CREEPY 

Ergo: Beginner back - kann endlich weitergehn mit'm Rap!


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