Bild: Cher/Hubert Burda Media
Seit 1948 werden regelmäßig Persönlichkeiten, die Deutschland berühren, Besonderes leisten und Vorbilder sind, mit dem Bambi ausgezeichnet. Und so luden die Macher*innen hinter dem Preis am Abend des 13. November zum 74. Mal zu einem rauschenden Gala-Abend. In den Bavaria Filmstudios in München (und bei der Live-Übertragung auf Prime Video) wurden vor einem begeisterten Publikum insgesamt 14 der goldglänzenden Awards vergeben.
Als Schauspielerin und Schauspieler National konnten Mala Emde für „Köln 75“ und Justus von Dohnányi für „Die Affäre Cum-Ex“ überzeugen, Cate Blanchett brauchte als Schauspielerin International Hollywood-Flair in die Venue. Hazel Brugger wurde in der Kategorie Comedy ausgezeichnet, für seine Leistungen in der Leichtathletik darf sich Leo Neugebauer den Bambi Sport ins Regal stellen. Als Musikact wurde Zartmann mit einem Bambi bedacht. Zah1de darf sich Shootingstar des Jahres nennen. Während Heidi Klum in der Kategorie Entertainment einen Bambi bekam, gingen Mann und Schwager Tom und Bill Kaulitz in der Kategorie Podcast leider nur mit einer Nominierung nach Hause – den bekam nämlich Paul Ronzheimer. Als Stille Heldin wurde Michaela Schubert und ihre Initiative „Boxt euch durch München“ ausgezeichnet. Fionn Ferreira wurde in der Kategorie Unsere Erde für seine Forschung zu umweltfreundlicher Technologie mit einem Bambi bedacht. Für Bully Herbig gab es einen Ehrenpreis, Roland Kaiser wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Cher schritt nicht nur als letzte über den roten Teppich, sondern wurde auch als Legende ausgezeichnet. Während Laudator Thomas Gottschalk mit seiner Rede für Irritationen sorgte, ist unzweifelhaft, warum die „Göttin des Pop“ eine der einflussreichsten Persönlichkeiten unserer Zeit ist – zum Beispiel, weil sie sich selbst gar nicht für eine Legende hält.
Nichts desto trotz ist ihre Vita mehr als beeindruckend: Mit 19 Jahren wurde Cher 1965 mit „I Got You Babe“ zum Star – der Beginn einer einzigartigen Karriere. Mit „Believe“ prägte sie 1998 die Popmusik neu, machte Auto-Tune salonfähig und wurde zur einzigen Künstlerin mit Nummer-1-Hits in jedem Jahrzehnt seit den 60ern. Über 140 Millionen verkaufte Tonträger und unzählige Preise, darunter Grammy, Oscar und Golden Globes, sprechen für sich.
Neben der Musik glänzte Cher in Film und Fernsehen – von der „Sonny & Cher Comedy Hour“ bis zu Kinohits wie „Mondsüchtig“. Sie erfand sich ständig neu, blieb sich dabei aber immer treu – ein Vorbild für Generationen.
Abseits der Bühne kämpft sie leidenschaftlich für soziale Gerechtigkeit, LGBTQ+-Rechte und Tierschutz. Ihre Organisation „Free The Wild“ rettet seit 2016 Wildtiere aus Gefangenschaft – darunter Kaavan, den „einsamsten Elefanten der Welt“, den Cher 2020 in ein kambodschanisches Refugium brachte. Ein Symbol für Mitgefühl, Entschlossenheit und echte Größe. So viel zu erzählen, dass es sogar ein offizielles Musical über sie gibt.