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Live

AC/DC in Hamburg: Das war Rose-artig!

27.05.2016 von Ben Foitzik

Im Hamburger Volksparkstadion spielte die Riff-Legende AC/DC gestern Abend ihre erste Deutschland-Show mit Axl Rose als Ersatz für den erkrankten Brian Johnson. Als bekannt geworden war, dass Rose das Mikro übernimmt, hatten einige Fans reflexartig ihre Tickets zurückgegeben – ein fataler Fehler, wie das grandiose zweistündige Rockfeuerwerk in Hamburg eindrucksvoll belegte.

AC/DC endlich zurück in Hamburg


15 Jahre sind vergangen, seit sich AC/DC zum letzten Mal in der Hansestadt blicken ließen. 15 Jahre, in denen viel passiert ist: Gute Dinge wie die Veröffentlichung der Alben „Black Ice“ und „Rock Or Bust“, aber auch weniger gute Dinge wie das Ausscheiden von Gründungsmitglied Malcolm Young und vom langjährigen Drummer Phil Rudd. Jüngster Kandidat beim Mitgliederschwund der australischen Rocklegende: Brian Johnson, der auf ärztliche Anweisung hin (vorerst?) keine Live-Auftritte mehr absolvieren darf.

Dass die Band für die verbliebenen Termine ihrer „Rock Or Bust“ Welttournee Guns-N‘-Roses-Ikone Axl Rose als „Aushilfssänger“ engagierte, sorgte für mächtig Gesprächsstoff in der Musikwelt und wurde vor allem in Fankreisen kontrovers diskutiert. Dass AC/DC damit jedoch voll ins Schwarze getroffen haben, durfte nun auch das deutsche Publikum am eigenen Leibe erfahren: Axl Rose ist schlichtweg die perfekte Besetzung für den vakanten Posten als AC/DC-Sänger – seine Stimme bewegt sich irgendwo in der Mitte zwischen Bon Scott, dem 1980 verstorbenen ersten Sänger der Band, und dessen Nachfolger Brian Johnson.

Axl Rose kann wieder laufen


Um Punkt 20:40 Uhr stehen „Axl/DC“, wie die neue Inkarnation der Band in jüngster Zeit auch gern genannt wurde, auf der Bühne des Hamburger Volksparkstadions – sein legendäres divenhaftes Verspäten legt Axl Rose bei seinem (temporären?) neuen Arbeitgeber also erfreulicherweise nicht an den Tag. Mit einem gigantischen kakophonischen Knall und dem Titeltrack ihres 2014er Chartstürmer-Albums „Rock Or Bust“, das der aktuellen Tour ihren Namen gibt, salutieren AC/DC der Hamburger Rockgemeinde und tauchen die Bühne in ein gleißendes, rot funkelndes Lichtermeer.

Rose, der das erste Europa-Konzert in Lissabon aufgrund eines Fußbruchs noch komplett im Sitzen absolvieren musste, steht wieder auf zwei Beinen und kann endlich sein Frontmann-Dasein voll ausleben. Obwohl er sich – und das ist neben der passenden Stimme die andere gute Nachricht bei seinem Aushilfsjob – bei seiner Performance erfreulich zurückhält und sich nicht so extrovertiert-rampensäuisch geriert wie bei seiner Hauptband. Brav überlässt er immer wieder DEM AC/DC-Aushängeschild schlechthin die Bühne: Angus Young, seines Zeichens letztes verbliebenes Gründungsmitglied, Schuluniformsupermodel und Duckwalkgroßmeister.

Auch mit mittlerweile 61 Jahren beackert dieser die Bühne immer noch wie zu seinen besten Zeiten, rockt sich Song für Song tiefer und tiefer in seine Stage-Persona hinein, die an diesem Abend eine grellrote Uniform trägt, und feuert immer wieder seine legendären Soli ins Publikum. Doch das kennen wir ja nicht anders vom kultigen Gitarrenakrobaten – was wir (noch) nicht so gut kennen, ist die AC/DC-Live-Performance von Axl Rose: Wie macht er sich bei Band-Evergreens wie „Back in Black“, „Thunderstruck“, „Hells Bells“, Shoot To Thrill“, „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“, „Highway To Hell“ oder „Given The Dog A Bone“? Ganz einfach: Er macht sich großartig! Statt darüber zu lamentieren, dass die Band ohne Brian Johnson auftritt (der ja schlicht und ergreifend nicht mehr live auftreten KANN), kann man es doch eigentlich auch als Privileg empfinden, dass so ein fantastischer Sänger wie Axl Rose, der mit Guns N’Roses ja auch nicht gerade wenig für die Geschichte der Rockmusik getan hat, nun als dessen Live-Ersatz antritt. Der Mann ist ja schließlich nicht irgendwer, sondern einer der markantesten Sänger überhaupt.

AC/DC + Axl Rose = perfekt!


In Hamburg vernimmt man von den etwa 46.000 anwesenden Starkstromjüngern jedenfalls keine kritischen Reaktionen, sondern ausschließlich pure Begeisterung. AC/DC liefern hier das volle Rock-Entertainment-Paket ab – inklusive bombastischen Projektionen, gigantischen Höllenglocken, Angus Young auf einer riesigen Hebebühne und zum Absch(l)uss bei „For Those About to Rock (We Salute You)“ mit dem obligatorischen Kanonenfeuer. Mehr geht einfach nicht – der „Rock ’n‘ Roll Train“ überrollt Hamburg mit voller Wucht. Bestes Live-Erlebnis seit langer, langer Zeit!Wer die Möglichkeit hat, AC/DC bei ihren letzten beiden Deutschlandshows – am 1. Juni in Leipzig und am 15. Juni beim Europatourfinale in Düsseldorf – live zu erleben, sollte diese tunlichst nutzen. Auch wenn beziehungsweise GERADE WEIL Axl Rose als Sänger mit an Bord ist!


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