Bild: Philipp Nürnberger
Seit über 30 Jahren steht H.P. Baxxter als Frontmann der Techno-Band Scooter auf der Bühne – und hat längst Kult-Status. Doch hinter der extrovertierten Bühnenfigur, die die Massen mit Parolen wie „Hyper Hyper“ zum Raven bringt, steckt ein Mann, der Ostfriesentee trinkt und das Landleben liebt. Pünktlich zum Start ihrer „Thirty! Rough and Dirty“ Open Air Tour 2025 kommen hier:
Nachdem er seine erste Band Celebrate the Nun wegen ausbleibenden Erfolges aufgelöst hatte, bewarb sich H.P. Baxxter bei einer Hamburger Schallplattenfirma und bei einem Stadtmagazin in Hannover. Das Stadtmagazin erteilte ihm eine Absage, die Plattenfirma stellte ihn ein. Wäre es anders herum gewesen, wäre Baxxter womöglich Journalist geworden und es hätte Scooter nach seiner eigenen Aussage wahrscheinlich nie gegeben.
Scooter war ursprünglich nur als Remix-Projekt geplant. Der erste Auftritt kam zufällig zustande, als sie nach ihrer Debüt-Veröffentlichung „Vallée de Larmes“ für eine BILD-Party gebucht wurden. Weil sie kaum Songs hatten, schrieben sie schnell noch einen neuen Track – der später zu „Hyper Hyper“ wurde! Dass daraus eine jahrzehntelange Karriere entstehen würde, hätte H.P. Baxxter sich damals nie träumen lassen.
Zum 750. Jubiläum von Dschingis Khan spielten Scooter in der Mongolei – auf einer gigantischen Bühne mit LED-Leinwänden, mit denen ihre Techniker schwer zu kämpfen hatten. Während der Show fiel der Strom mehrfach aus, und bei der Pressekonferenz wurde die Band sogar mit den Scorpions verwechselt. Trotz (oder gerade wegen) der Pannen ist diese Show für H.P. Baxxter unvergesslich geblieben.
Statt exzessiver Partys gibt’s bei H.P. Baxxter nach der Show gern mal eine Tasse Tee – am liebsten Ostfriesentee mit Milch und Zucker. Inzwischen steht sogar Manuka-Honig auf seinem Rider, weil der als besonders gesund gilt. Wählerisch ist er in Sachen Gläser: Ein 0,3-Longdrinkglas ist Pflicht, weil er nicht aus „Eimern oder Zahnputzbechern“ trinken möchte.
Abseits der Bühne genießt der 61-Jährige das ruhige Landleben: Er wohnt in einer Villa im Hamburger Stadtteil Duvenstedt. Das Stadtleben mit Parkplatzsuche und Hektik ist nichts für ihn. Auf dem Land kann er abends laut Musik hören, mit seinen Hunden spazieren gehen – und das alles ohne Stress oder neugierige Nachbarn. Außerdem geht er morgens gerne joggen.
Als Jugendlicher sah H.P. Baxxter regelmäßig Rock am Ring im Fernsehen, weil dort die ganz großen Rock-Bands auftraten. Als Techno-Band dort aufzutreten, schien undenkbar – doch 2022 wurden Scooter tatsächlich eingeladen. Für Baxxter ein echtes Highlight. Vor dem Auftritt war er nervös, aber die euphorische Reaktion des Publikums hat ihn überwältigt. Für ihn bleibt das einer der wichtigsten Gänsehaut-Momente seiner Karriere.
Falls ihr noch mehr über H.P. Baxxter erfahren wollt: Zum 30. Jubiläum seiner Band gab er uns letztes Jahr ein Interview.