The Police (engl. „die Polizei“) ist eine englische New-Wave-Band, welche in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren die Pop-Rock-Musik entscheidend beeinflusste. Zusammen mit den „Talking Heads“ ist „The Police“ die erfolgreichste Rockformation der Post-Punk- bzw. New Wave-Bewegung. Anfangs vom Reggae und Ska inspiriert, experimentierte das Trio später auch mit Elementen von Weltmusik und Jazz.
Vier von fünf Studioalben belegten Platz 1 der britischen Album-Charts, ebenso erfolgreich waren die Single-Auskopplungen „Message in a Bottle“ (1979), „Walking On The Moon“ (1979), „Don't Stand So Close To Me“ (1980), „Every Little Thing She Does Is Magic“ (1981) und „Every Breath You Take“ (1983).
Anlässlich der Grammy Awards 2007 gaben „The Police“ am 12. Februar 2007 ihr Comeback in der Musikbranche bekannt. Am 7. August 2008 gab die Band nach eigenen Angaben endgültig ihr letztes Konzert.
Bandgeschichte
Gründungsjahr (1977)
Stewart Copeland war nach zwei kommerziell erfolglosen Jahren mit „Curved Air“ auf der Suche nach einem Konzept für eine neue Band, als in England die Punk-Welle begann. In einem Jazzclub in Newcastle traf er Gordon Matthew (Thomas) Sumner – besser bekannt als „
Sting“
(Stachel/Stich), seines ’bienenartig’ gestreiften Pullovers wegen so genannt.
Nach einigen ersten Auftritten als noch namenloses Quartett (mit Stewarts Bruder Ian Copeland) gründeten
Sting
(Bass, Gesang), Stewart Copeland (Schlagzeug) zusammen mit dem aus Korsika stammenden Henry Padovani (Gitarre) „The Police“, 'offiziell' im Januar 1977 in London.
Copeland, Padovani und
Sting
hatten zahlreiche Live-Auftritte, tourten im März/April mit „Cherry Vanilla“ und „Wayne County & The Electric Chairs“. Bereits im Mai 1977 landeten sie mit der von Miles Copelands unabhängigen Label „Illegal Records“ veröffentlichten Single „Fall Out/Nothing Achieving“ ihren ersten Erfolg. Wie einige andere frühe Lieder und Single-Titel ist „Fall Out“ als 'Studioversion' (CD) erstmals auf „Message in a Box: The Complete Recordings“ (28. September 1993) veröffentlicht worden.
Im Mai lud Mike Howlett, vormals Bassist bei „Gong“,
Sting
und den mit ihm befreundeten Andy Summers ein, zusammen als „Strontium 90“ aufzutreten. Stewart Copeland schloss sich ebenfalls an, nachdem Chris Cutler als Drummer verhindert war. Diese kurzlebige Bandformation nahm einige Demotracks auf, gefolgt von einem Auftritt am Comeback-Konzert von „Gong“ am 28. Mai 1977 in Paris (siehe Diskografie) und einem Konzert als „The Elevators“ in einem Londoner Club.
Im Juni 1977 schloss sich Summers endgültig „The Police“ an – im Juli
1977 tourten sie kurzzeitig als Quartett – und Summers ersetzte ab August Padovani als Gitarrist, womit die Besetzung von „The Police“ für die kommenden Erfolgsjahre unverändert blieb. Padovani wurde Gitarrist von „Wayne County and The Electric Chairs“, blieb mit dem Trio und seinem Manager Miles Copeland III aber freundschaftlich verbunden.
Miles Copeland – Stewarts ältester Bruder – wurde ihr Manager, trug nicht unwesentlich zum späteren Erfolg des Trios bei und verhalf der Band zu ihrem ersten Plattenvertrag mit „A&M Records“.
Wichtig war in der Gründungszeit von Police auch die Zusammenarbeit mit dem deutschen Künstler Eberhard Schoener. Bereits im Jahre 1977 spielte Andy Summers als Gastmusiker auf Schoener's LP Trance-Formation. Im Herbst 1977 fuhren dann auch
Sting
und Stewart Copeland nach München um dort zusammen mit Andy Summers als Gastmusiker auf Schoeners LP Flashback mitzuwirken. Auch bei der 1978 erschienenen LP Video Magic Schoener sind noch
Sting
und Summers dabei. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit fuhr das Trio im Laufe des Jahres 1978 mit Schoener auf Tournee.
Erfolgsjahre (1978–1985)
Im Frühling 1978 unterzeichneten „The Police“ mit A&M Records einen Vertrag. Die erste, von Miles Copeland vorfinanzierte Single „Roxanne“ war in den Charts zunächst ein Misserfolg.
„The Police“ begaben sich im Sommer 1978 auf eine durch ihren Manager finanzierte Tournee in die USA, reisten durch den ganzen Kontinent - mit einem gemieteten Lieferwagen (aufgrund des schlechten Verkaufs der
Single) und mit geliehenen Instrumenten. Danach tourten sie in Australien, wo sich die ersten Erfolge auch in kommerzieller Hinsicht abzuzeichnen begannen. Von ihren Punk-Wurzeln hatte sich die Band zu dieser Zeit weitestgehend gelöst.
„The Police“ war eine der ersten Mainstream-Bands, die Elemente von Reggae dominierend in ihre Lieder einbaute und damit internationale Erfolge erzielte. Obwohl im England der 1970er Jahre Ska und Reggae bereits sehr populär waren, war dieser Stilmix insbesondere in den USA noch weitgehend unbekannt geblieben: Abgesehen von einer Handvoll Reggae-Songs, wie Eric Claptons Coverversion von Bob Marleys „I shot the Sheriff“ (1974), blieben Charterfolge von Reggae-inspirierter Pop-Rockmusik zuvor die Ausnahme.
„Outlandos d'Amour“
Im Herbst 1978 erschien das Debütalbum „Outlandos d'Amour“. Unmittelbar nach Veröffentlichung des Albums startete das Trio eine Tournee im United Kingdom als Vorgruppe von „Alberto y los Trios Paranoias“ und veröffentlichte die Single „So Lonely“. Im Frühling 1979 erreichte „Roxanne“ Platz 12 in den UK Top 40, das Album Platz 6; ebenso erfolgreich war „Can't stand losing you“.
Zur selben Zeit nahm
Sting
erste Film-Rollen an, zum Beispiel in „Quadrophenia“, einem britischen Musikfilm, basierend auf dem gleichnamigen „The Who“-Album, und später im selben Jahr in „Radio On“, denen zahlreiche weitere folgten.
„Reggatta de Blanc“
Basierend auf dem Erfolg der Single „Message In A Bottle“ etablierte das zweite Album „Reggatta de Blanc“ (vier Wochen auf Platz 1 der U.K.
Charts) im Herbst 1979 den europaweiten Erfolg von „The Police“, und „Walking on the Moon“ wurde ihre erste „Nummer 1“-Singleauskopplung.
'Best Rock Instrumental Performance' für „Reggatta de Blanc“ war der erste von insgesamt sechs „Grammys“.
Miles Copeland organisierte eine Tournee durch Thailand, Indien, Mexiko, Griechenland und Ägypten.
„Zenyatta Mondatta“
Studioalbum Nummer 3 – „Zenyatta Mondatta“ - erschien im Herbst 1980. In den USA wurde zunächst „De Do Do Do, De Da Da Da“ ausgekoppelt und erreichte Platz 10 in den US-Charts. Die erste Singleauskopplung in Europa war hingegen „Don't Stand So Close to Me“, das auf den ersten Platz der BBC-Charts gelangte. Im Frühling 1981 erzielte die Band auch mit diesem Titel einen Top-Ten-Hit in den USA. „Zenyatta Mondatta“ wurde bei der Grammy-Verleihung 1981 in der Kategorie Beste Darbietung eines Rockinstrumentals ausgezeichnet.
Innerhalb von zwei Jahren hatte „The Police“ drei kommerziell erfolgreiche Studioalben produziert. Seit 1981 entwickelten sich die drei Musiker künstlerisch in verschiedene Richtungen. So spielte Andy Summers auf dem von ihm komponierten Instrumental-Song „Behind my Camel“ selbst die Basspassagen anstelle von
Sting;
1982 erhielt er dafür den Grammy für die Beste Darbietung eines Rockinstrumentals (Rock Instrumental Performance). Die Band gewann für ihren gemeinsamen Erfolg mit „Don't Stand So Close to Me“ außerdem den Grammy für die Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe mit Gesang – Rock. Als Hauptsongwriter der Band blieb
Sting
für sämtliche Hits der Gruppe verantwortlich.
1981 traten „The Police“ – mit XTC, UB40, Wall of Voodoo, The Go-Go's, „The Fleshtones“, Joan Jett and the Blackhearts, Devo, Oingo Boingo, Gary Numan, Klaus Nomi – in „Urgh! A Music War“ auf, einer von Miles Copeland III produzierten Musik-Dokumentation über Punk, New Wave, Reggae und Techno mit Bands aus Europa und den USA.
„Ghost in the Machine“
Im Oktober 1981 erschien das Album „Ghost in the Machine“, produziert von Hugh Padgham. Der Titel und einige Inhalte des Albums wurde von Arthur Koestlers Sachbuch „Das Gespenst in der Maschine“ (1967) inspiriert. Da sich das Trio nicht auf ein Schallplattencover einigen konnte, wurden ihre Portraits in Form vereinfachter digitaler Ziffern in roter Farbe auf schwarzem Hintergrund dargestellt. Von ihrer bisherigen Instrumentierung wichen sie nun erstmals ab und verwendeten in weiten Passagen, für sie 'untypisch', Saxophon und Synthesizer, sowie auch wieder vermehrt Reggae-Rhythmen. Andy Summers' eigentümliche Spielweise trat wie der Einsatz von 'übertriebenen Effektmitteln' in den Hintergrund, womit die (offenbar von
Sting
forcierte) Hinwendung zu noch eingängigeren Melodien und Arrangements endgültig vollzogen war. „Ghost in the Machine“ war ein Erfolg (UK Nr. 1 – USA Nr. 2), und „Every Little Thing She Does Is Magic“ war der bislang erfolgreichste Hit des Trios.
Beginn erster Soloaktivitäten
Nach vier Studio-Alben, zahlreichen Konzerten und ausgedehnten Tourneen innerhalb von nur vier Jahren nahm sich die Band 1982 eine Auszeit.
Sting
wirkte in einem weiteren Film mit. Das Lied „Spread a Little Happiness“ steuerte er dem Soundtrack von „Brimstone and Treacle“ bei. Stewart Copeland schrieb den Soundtrack zu Francis Ford Coppolas „Rumble Fish“, dem zahlreiche weitere folgen sollten, und spielte als Gastmusiker von Peter Gabriel (ex-Frontmann von Genesis). Andy Summers brachte mit Robert Fripp das Instrumental-Musik-Album „I Advance Masked“ heraus, ebenfalls der Auftakt einer späteren Solokarriere.
„Synchronicity“
Im Sommer 1983 veröffentlichte die Band ihr letztes und zugleich erfolgreichstes Album „Synchronicity“, das sich 17 Wochen lang an der Spitze der US-amerikanischen Album-Charts hielt und in England vier Wochen Platz 1 belegte.
Die Single-Auskopplung „Every Breath You Take“ stand in den USA acht Wochen, in England vier Wochen auf Platz 1 der Single-Charts. Die drei Singles „Every Breath You Take“, „Wrapped Around Your Finger“ und „Synchronicity II“ begleiteten von Godley & Creme produzierte Musikvideos. Zusammen mit der vierten Singleauskopplung - „King of Pain“ – hielten „The Police“ während des ganzen Jahres weltweit die Spitzenplätze der Charts – u. a. erhielten sie in den USA und im U.K.
mehrfach „Platin“, insgesamt 20 Mal 'Platin' für alle Longplayer alleine in den Vereinigten Staaten.
„Synchronicity“ wurde für den 'Album of the Year Grammy' nominiert (gewonnen hat ihn aber Michael Jacksons „Thriller“), als 'Song of the year' „Every Breath You Take“ ('Song Of The Year' und 'Best Pop Performance By A Duo Or Group With Vocal'), der auch den American Video Award für 'Best Group video' und zwei „Ivor Novello Awards“ für 'Best Song Musically & Lyrically and Most Performed Work' bekam.
„Synchronicity II“ wurde ebenfalls ausgezeichnet: 'Grammy for Best Rock Performance By A Duo Or Group With Vocal'.
Im Anschluss an die Veröffentlichung des Albums „Synchronicity“ begab sich die Gruppe auf eine sechsmonatige Welt-Tournee und festigte ihren Ruf als brillante Live-Band - zugleich wuchsen während dieser Zeit die Spannungen innerhalb des Trios immer weiter an.
Bereits 1980 und 1981 wurden „The Police“ zur 'Best British Group'
anlässlich der „The First Brit Awards“ ernannt und gewannen insgesamt sechs „Grammys“ – 1983/84 galten sie weltweit als die erfolgreichste Pop-Rock-Band und neben den „Talking Heads“ als die erfolgreichste Band der "Post Punk"- bzw. "New Wave"-Bewegung.
Schaffenspause und Soloprojekte (1986–2006)
Zum Ende der ausgedehnten „Synchronicity-Tournee“ kündigten „The Police“ eine Auszeit an. Zunehmende Spannungen, der Erfolgsdruck und die permanente Abwesenheit von ihren Familien machten daraus aber ein vorläufiges Ende. Die Bandmitglieder widmeten sich ihren bereits erwähnten aktiven Projekten –
Sting
hatte bereits 1985 sein erfolgreiches Soloalbum „The Dream of the Blue Turtles“ veröffentlicht.
1986 spielte „The Police“ auf drei Konzerten der „Amnesty International – A Conspiracy of Hope Tour“ und das Trio beabsichtige einige neue Lieder aufzunehmen. Für ein bereits geplantes Studioalbum respektive für das Best of-Album wurden verwendet: „Don't Stand So Close To Me“ wurde während der Aufnahmesessions neu eingespielt, ebenso „De Do Do Do, De Da Da Da“, letzteres blieb aber zunächst unveröffentlicht.
Das Resultat dieser für 21 Jahre letzten gemeinsamen Studioaufnahmen – die Compilation „Every Breath You Take: The Singles“ – wurde zum Jahresende 1986 veröffentlicht. Sie wurde die fünfte sofortige Nummer 1 in England und ihre vierte „Number Ten“-Platzierung in den USA. Es folgten weitere Best-of Compilations, u. a. „Message in a Box - The Complete Recordings“.
Ab diesem Zeitpunkt konzentrierten sich die drei Bandmitglieder vollends auf ihre erfolgreichen Soloprojekte, mit vereinzelten gemeinsamen ’inoffiziellen’ Auftritten, z. B. 1992 an
Stings
Geburtstag (und Heirat), und einigen Benefiz-Veranstaltungen.
2003 wurden „The Police“ anlässlich ihres 25. Jubiläums in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen und u. a. für ihr Album „Synchronicity“ ausgezeichnet. Im Rahmen der zugehörigen Show kam es zu einem erneuten Zusammentreffen, bei dem die drei Musiker, vorerst zum letzten Mal, live auftraten.
Das Rolling Stone Magazine kürte in seiner 50. Jubiläumsausgabe „The Police“ zur Nummer 70 ihrer „100 Greatest Artists of All Time“.
Im Jahr 2004 arbeiteten
Sting
und Steward Copeland bei den Aufnahmen zu Henry Padovanis Soloalbum und der Single – „Welcome Home: Featuring Stewart Copeland and Sting“ – mit.
Viele sahen das als mögliche Wiedervereiningung der Band an. „Everyone
Stares: The Police Inside Out“ ist eine von Stewart Copeland produzierte Musikdokumentation, die am „2006 Sundance Film Festival“ erstmals gezeigt und im September 2006 auf DVD veröffentlicht wurde. Stewart nutzte für diesen Film Super 8-Material, das er 1978 gedreht hatte, ebenso verarbeiteten Andy Summers („One Train Later“) und zuvor schon
Sting
mit „Broken Music“ die gemeinsame Zeit in ihren Autobiografien.
Wiedervereinigung und 30-jähriges Bandjubiläum (2007)
Bei den Grammy Awards 2007 eröffneten „The Police“ den Abend mit einer aktualisierten Version ihres Hits „Roxanne“. Bei der Pressekonferenz sagte
Sting:
„Die damaligen Streitigkeiten sind nicht persönlich gewesen, sondern haben sich nur um Musik gedreht“.
Im Mai 2007 startete The Police zu einer Welttournee. Ein Konzert aus Buenos Aires wurde als CD und DVD "Certifiable" veröffentlicht; Summers wurde im Vergleich zu früheren Live-Aufnahmen deutlich mehr Raum für Gitarren-Soli eingeräumt. Die Tour endete im August 2008.
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