Charlotte Gainsbourg (* 21. Juli 1971 in London als Charlotte Lucy Ginsburg) ist eine französische Schauspielerin und Popsängerin.
Leben
Gainsbourg entstammt der Ehe des französischen Künstlers Serge Gainsbourg mit der britischen Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin. Sie hat zwei Halbschwestern, die Fotografin Kate Barry und die Schauspielerin Lou Doillon. Gainsbourg lebt mit dem französischen Schauspieler und Regisseur Yvan Attal zusammen, mit dem sie zwei Kinder hat. Sie ist ein Patenkind von Yul Brynner.
Schauspielerische Karriere
Ihre erste Rolle im 1984 veröffentlichten Film Duett zu dritt erhielt Gainsbourg mit zwölf Jahren auf Vermittlung ihrer Mutter Jane Birkin. Bereits zwei Jahre später (1986) wurde sie mit einem César als beste Nachwuchsschauspielerin für ihre Darbietung im Film Das freche Mädchen von Claude Miller ausgezeichnet. Die zweite Zusammenarbeit mit Miller in Die kleine Diebin brachte ihr drei Jahre später die erste César-Nominierung für die weibliche Hauptrolle ein.
Schlagzeilen machte der Film Charlotte for Ever, der 1986 erschien, als Gainsbourg gerade 15 Jahre alt war. Der Film thematisiert die erotische Liebe zwischen Vater und Tochter, den Inzest. Gainsbourg' Vater Serge Gainsbourg war nicht nur Autor, sondern auch Regisseur sowie Hauptdarsteller des Filmes und erregte durch die Veröffentlichung der aufgenommenen Szenen mit seiner leiblichen Tochter großes Aufsehen. Ebenfalls von einem Inzest, dieses Mal zwischen Geschwistern, handelte 1993 der Film Der Zementgarten nach dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan unter der Regie ihres Onkels Andrew Birkin, der international für Aufsehen sorgte.
Mit ihrem Ehemann Yvan Attal trat Gainsbourg mehrmals gemeinsam als Filmpaar vor die Kamera, erstmals 1991 in Eric Rochants Entführung aus Liebe und Jacques Doillons Amoureuse. 1996 schloss sich der gemeinsame Auftritt in Marion Vernoux’ Dreiecksbeziehungskomödie Love etc. an. 2001 sowie 2004 folgten Attals eigene Regiearbeiten Meine Frau, die Schauspielerin und Happy End mit Hindernissen.
Im Jahr 2000 erhielt Gainsbourg einen weiteren César, diesmal für die beste weibliche Nebenrolle im Film La Bûche (1999). In den Jahren 1989 und 1997 war sie bei den Césars jeweils für die beste weibliche Hauptrolle nominiert. Eigentlich sollte sie die Hauptrolle im Film Zusammen ist man weniger allein (2007) übernehmen, verletzte sich während der Dreharbeiten in den USA bei einem Wasserski-Unfall aber derart schwer, dass sie eine einjährige Zwangspause einlegen musste. Für sie sprang Audrey Tautou ein. Die weibliche Hauptrolle des Films Terminator: Die Erlösung (2009) konnte sie aus Termingründen ebenfalls nicht wahrnehmen.
Im Herbst 2008 drehte sie an der Seite von Willem Dafoe unter der Regie von Lars von Trier den Horrorthriller Antichrist, der 2009 erschien und ihr den Darstellerpreis der 62. Filmfestspiele von Cannes, die dänische Bodil und eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis einbrachte.
Gesang
Gelegentlich betätigt sich Gainsbourg auch als Sängerin. Zuerst mit auf dem Song Lemon Incest zusammen mit ihrem Vater Serge auf dessen Album Love on the Beat (1984). Später sang sie die Titelsongs zu den Filmen Charlotte For Ever (1986) und Love, etc. (1996). Im Jahr 2000 konnte man ihre Stimme auf Madonnas Lied What It Feels Like for a Girl hören (ein Sample aus dem Film The Cement Garden). Sie sang das Duett If mit Étienne Daho auf seinem Album Réévolution (2003). In dem im Januar 2005 in Frankreich erschienenen Film L’un reste, l’autre part ist sie mit dem Titelsong zu hören. Im August 2006 ist das Album 5:55 mit Kompositionen von der Band Air sowie Texten von Air, Jarvis Cocker (Pulp) und Neil Hannon (Divine Comedy) erschienen. 2007 coverte sie zusammen mit Calexico den Song Just Like a Woman für den Soundtrack von I’m Not There, einem Film über Bob Dylan. Im Dezember 2009 erschien das Studio-Album IRM, bei dem der US-amerikanische Musiker Beck Hansen als Songwriter, Komponist und Produzent mitwirkte.
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