Beim ersten flüchtigen Hören mögen Tracks wie "Want Me" oder "Dover Beach" anmuten wie leichtgewichtige Popsongs, doch wer sich ein wenig näher mit Baby Queen beschäftigt, wird schnell feststellen, dass sie viel mehr als eine weitere Pop-Prinzessin ist. Oberflächliche Lyrics sind der Britin ein Gräuel – welch hohen Anspruch sie an ihre Texte stellt, ist diesen deutlich anzuhören. Gleichzeitig hat sie aber sowohl ein Faible als auch ein Händchen für eingängige Hooks, die ins Ohr und in die Beine gehen. So beschert uns Baby Queen seit 2020 eine coole Indie-Pop-Nummer nach der nächsten.
Aufgewachsen im südafrikanischen Durban, verschlägt es die 1997 geborene Arabella Latham mit 18 Jahren nach London, wo sie ihren Traum einer Musikkarriere verwirklichen will. Nachdem sie sich zunächst mit einem Job in einem Plattenladen über Wasser hält und parallel dazu fleißig Songs schreibt, ergattert sie 2020 tatsächlich den ersehnten Plattenvertrag beim Label Polydor. Ihre Debütsingle "Internet Religion" erscheint im selben Jahr und fungiert als Opener ihrer ersten EP "Medicine". "Buzzkill" und "Pretty Girl Lie" sind weitere Auskopplungen des Erstlingswerks. 2021 legt Baby Queen mit dem Mixtape "The Yearbook" nach. Zu den zehn darauf enthaltenen Tracks gehören die hitverdächtigen Titel "Raw Thoughts", "You Shaped Hole", "American Dream" mit der Australierin MAY-A und "Dover Beach".
Baby Queen teilt ihre "Raw Thoughts"
Mit ihrem Mix aus Alternative-Pop-Sounds und tiefgründigen Lyrics hat sich Baby Queen binnen kurzer Zeit eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut. Und diese dürfte mit jedem neuen Release größer werden, denn unzählige Hörer finden sich in den schonungslos ehrlichen und oft sarkastischen Texten wieder. "Bella" singt über persönliche Erlebnisse und lässt die unschönen Erfahrungen dabei nicht außen vor, etwa die mit Drogen, wie in "These Drugs". Depressionen und der herrschende Druck in den Sozialen Medien sind weitere Themen, mit denen sich Baby Queen auseinandersetzt – und die viele Menschen ebenso wie sie beschäftigen.
Mal persönlich, mal sozialkritisch, manchmal unsicher, dann wieder rebellisch – Baby Queen ist eine vielschichtige Künstlerin. Dementsprechend ist auch ihre Version von Pop-Musik wunderbar facettenreich und ganz anders als die vieler anderer Sängerinnen des Genres. Diese Newcomerin ist definitiv kein "Wannabe"!