Zusammen mit dem ständigen Wechsel von Tragik und Komik ist Händels Oper ein erstaunlich modern anmutendes Meisterwerk, das zu den berühmtesten Stücken der Musikgeschichte zählt.
Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel
Libretto nach Silvio Stampiglia
Der 1738 uraufgeführte Xerxes steht am Ende der Bemühungen Händels um die italienische Oper in London. Mit der ein Jahr später beginnenden Konzentration auf das Oratorium sollte dem Komponisten schließlich auch der finanzielle Erfolg zuteil werden, der ihm in den fast dreißig Jahren als Opernunternehmer versagt geblieben war. Selbstverständlich hat auch die Handlung dieser Oper nur wenig mit dem titelgebenden Perserkönig zu tun. Vielmehr geht es in dem Stück um die typischen Liebesproblematiken der Barockoper. Statt der charakteristischen, einer Perlenkette gleichenden Abfolge von Rezitativ und Da-capo-Arie verzichtet Händel in Xerxes jedoch weitgehend auf diese Arienform als bestimmendes Strukturprinzip und verwendet knappe, den theatralischen Fluss verstärkende Elemente. Zusammen mit dem ständigen Wechsel von Tragik und Komik ist Xerxes ein erstaunlich modern anmutendes Meisterwerk, das mit einer anrührenden Liebeserklärung an eine Platane beginnt, die zu den berühmtesten Stücken der Musikgeschichte zählt.
Musikalische Leitung: Konrad Junghänel
Inszenierung: Stefan Herheim (2012)
Bühnenbild: Heike Scheel
Komische Oper Berlin3.7
Sterne,
aus 10 Fan-Reports
BERLIN - Komische Oper Berlin
25.11.12
Zauberhaft! von Daphnia, 01.12.12
Eine fantastische Inszenierung, die einen in eine multimediale Zauberwelt entführt, die Sänger in Kostümen aus den Goldenen 20ern und das gesamte Bühnenbild über modernste Projektortechnik auf der Leinwand abgebildet. Die Künstler agieren interaktiv im projezierten Bühnenbild! Tolle Effekte, tolle Sänger, wunderbare Musik und das ganze im Ambiente der Komischen Oper Berlin. Unbeschreiblich! Einfach hingehen und geniessen!
BERLIN - Komische Oper Berlin
13.10.12
Sehr zu empfehlen! von Detlef Mai, 14.10.12
Die Aufführung des Xerxes in der Komischen Oper Berlin war der Hammer, so etwas Erfrischendes habe ich schon lange nicht mehr erlebt! Händels Musik wurde hervorragend gespielt, die Gesangsleistungen waren nahezu perfekt und die Inszenierung sehr mutig, pointiert und stimmig.
Über 3 Stunden barocker Genuss pur. - Nur zu empfehlen!
BERLIN - Komische Oper
25.05.12
Die sieben Totsünden von Bert Brecht und Kurt Weil von Kiekje, 30.05.12
Es handelt sich um ein wirklich bemerkenswertes Stück, welches vom Orchster und Männerquartett in brillianter Manier dargestellt wurde. Der Sologesang und-tanz hat mir persönlich in dieser Interpretation nicht gefallen. Die Stimme war von einer eigentlich tief angelegten Frauenstimme im Original in eine höhere Stimmlage transponiert worden, was der Sache wahrlich nicht diente und das Flair der gezeichneten Frau mit Welterfahrung und- schmerz garnicht erst entstehen ließ. Die tänzerische Darstellung wurde nicht, wie im Original, einer zweiten Person überlassen, schade. Von diesem Zwiegespräch lebt eigentlich das Stück. Die eine Anna besingt ihr Schicksal, die andere tanzt ihren inneren Zustand, aber sie können nicht eins werden. Bisweilen hatte die eine Darstellerin einfach zuviel zu tun damit, beide Rollen zu repräsentieren, und das Wechselspiel der beiden konnte garnicht erst entstehen. Die tänzerische Darbietung wirkte oft kühl, aufgesetzt und von leeren Expressionsgesten durchzogen. Der Gesang ließ einfach die möglichen Nuancierungen und Tiefe dieser Figur Anna, wie sie einst beispielsweise von Lotte Lenya, der Urinterpretin dieses Stückes erreicht wurde, nicht im Ansatz erkennen. Für jemanden, der das Stück kennt und sich auf eine neue Interpretation gefreut hat und da war ich nicht allein, war es irgendwie enttäuschend. Das Stück bleibt aber ein atemberaubendes Stück und ich liebe es sehr, weil es gerade die Thematik der Flüchtlingssituation zeitlos und vielschichtig beleuchtet. Gerade was den Einfluss der Eltern auf die Kinder betrifft...