Biografie

U2 ist eine irische Rockband. Sie entstand 1976 in Dublin, fand 1978 zu ihrem heutigen Namen und besteht seitdem aus dem Leadsänger Bono (Paul David Hewson), dem Gitarristen The Edge (David Howell Evans), dem Bassisten Adam Clayton und dem Schlagzeuger Larry Mullen Junior.

Gründung der Band (1976–1979)
Nachdem der damals 14-jährige Schlagzeuger Larry Mullen Junior eine Notiz am schwarzen Brett der Mount Temple Comprehensive School in Dublin hinterließ, in der er Musiker suchte um eine Band zu gründen, entstand am 25. September 1976 die fünfköpfige Band Feedback. Neben den heutigen Mitgliedern der Band U2 war ursprünglich auch noch Richard Evans, Bruder des Gitarristen The Edge, Mitglied; er stieg aber aus als er 1978 auf das College abging, und wechselte zu den Virgin Prunes. Die nunmehr vierköpfige Gruppe benannte sich um in The Hype, Bassist Adam Clayton fungierte nebenher als ihr Bandmanager.

Den Namen U2 nahm die Band auf Initiative ihres Freundes Steve Averill an – letztlich nur deshalb, weil sie sich auf diesen Namen einigen konnten. Steve, später Sänger der Dubliner Band The Radiators from Space, ist bis heute mit seiner Firma four5one für das Design von U2, also Cover Artwork für Alben, Singles, DVDs, Konzertplakate, Merchandising usw., verantwortlich.

Im März 1978 trat die Band dann unter dem Namen U2 in einer Talentshow in Limerick (Irland) auf. U2 gewann diese Talentshow und bekamen außer dem Preisgeld von 500 Pfund auch einen Plattenvertrag von CBS Records. Während der Demoaufnahme wurde Paul McGuinness Manager der Band, was er bis heute geblieben ist. Das erste Demo entstand im April 1978 mit Jackie Hayden in den Keystone Studios in Dublin. Es umfasste die Titel Street Mission, Shadows and Tall Trees sowie The Fool. Bereits im Dezember 1978 nahm die Band mit Barry Devlin ein zweites Demo in den Eamon Andrews Studios in Dublin auf, die Titel waren Lost on a distant planet, Twilight, Another Time, Another pPace sowie All in the Light. Weitere Demos entstanden im Mai 1979 wiederum in den Eamon Andrews Studios in Dublin. Enthalten waren 11 o'Clock Tick Tock, Touch, Another Day, The dream is Over, Out of Control, Boy-Girl, Stories for Boys sowie A Day Without Me.

Im September 1979 kam dann bei CBS Ireland ihre erste Single mit dem Titel U2:3 heraus. Sie umfasste drei Songs, Out Of Control, Stories For Boys sowie Boy-Girl, und erreichte Platz 1 der irischen Charts.

Boy, October, War (1980 bis 1983)
Im März 1980 unterschrieb die Band einen Vertrag mit Island Records. Nach ihrer ersten größeren Tour erschien am 20. Oktober ihr erstes Album Boy.

Schon 1981 brachten sie das Studioalbum October heraus, mit dem sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Kritiker auf sich zogen. Bono, The Edge und Larry traten während dieser Zeit einer christlichen Gemeinschaft namens „Shalom“ bei, wodurch es beinahe zur Auflösung der Band kam: Die Regeln jener Gemeinschaft ließen gleichzeitige Mitgliedschaft einer Rock-'n'-Roll-Band nicht zu. Schließlich entschied man sich zugunsten der Musik, in deren Texten immer wieder religiöse Motive auftauchen.

1983 erschien ihr drittes Album War. Die erste Singleauskopplung aus diesem Album, New Year's Day, die sich mit der polnischen Solidarno??-Bewegung beschäftigt, wurde ihr erster internationaler Hit. Aus War wurde außerdem die Single Sunday, Bloody Sunday ausgekoppelt, in der sich U2 mit dem Nordirlandkonflikt auseinandersetzte; mit dem Titel wird gleichermaßen auf den Osteraufstand von 1916 wie auf die Blutsonntage von 1920 und 1972 angespielt. Dieses Lied ließ das politische Engagement der Band erkennen. Auf der folgenden Tournee gab U2 erstmals ausverkaufte Konzerte. Aufnahmen dieser Tour kamen 1983 unter dem Namen Under a Blood Red Sky als erstes Livealbum der Band heraus.

Produziert wurden die ersten Alben von Steve Lillywhite, der auch später weitere Alben mit U2 produzierte.

The Unforgettable Fire (1984 bis 1986)
Ihr viertes Studioalbum kam 1984 unter dem Namen The Unforgettable Fire (benannt nach einer Bilderserie über die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki) heraus. Während die erste Single, die den gleichen Namen wie das Album trug, in den Singlecharts nicht sonderlich erfolgreich war, wurde das auf dem Album enthaltene Lied Pride (In the Name of Love), das ein Tribut an Martin Luther King ist, ein internationaler Hit. Es folgte eine Tour zu dem neuen Album. Während der Tour bezeichnete der Rolling Stone U2 als „Die Band der 80er“ und die einzige Band von Bedeutung (“The only band that matters”). Mit diesem Album wurde der erste große Stilwechsel vollzogen, der stark von den beiden neuen Produzenten Brian Eno und Daniel Lanois beeinflusst war, die noch öfter mit U2 zusammenarbeiten sollten.

Das Live-Aid-Konzert (zur Bekämpfung der Hungersnot in Äthiopien) im Juli 1985 wurde von mehreren hundert Millionen Menschen weltweit gesehen. U2 sollte eigentlich kein Haupt-Act auf diesem Konzert sein, begeisterte aber das Publikum mit einer aufsehenerregenden 13-minütigen Version von Bad. 1986 verstärkten sie ihr politisches und soziales Engagement, indem sie an der Conspiracy of Hope-Tour für Amnesty International teilnahmen. U2 hatte maßgeblichen Anteil an der darauffolgenden Verdreifachung der Mitgliederzahl von Amnesty International.

The Joshua Tree, Rattle and Hum (1987 bis 1990)
Das 1987 erschienene Album The Joshua Tree stieg in Großbritannien, den USA und Deutschland auf Platz 1 der Charts. Die ausgekoppelten Singles With or Without You und I Still Haven't Found What I'm Looking For erreichten in den USA Platz 1 der Single-Charts. Unter den Musikkritikern gilt The Joshua Tree als das beste Album der Band und als Meilenstein der Musikgeschichte. In Deutschland ist es unter den Top 50 der meistverkauften Alben aller Zeiten. U2 wurde zur dritten Rockband (nach den Beatles und The Who), die auf dem Titel des Time Magazine erschien. Die zum Album folgende Joshua-Tree-Tour war weltweit ausverkauft.

Am 27. Oktober 1988 kam die Dokumentation Rattle and Hum in die amerikanischen und am 17. November 1988 in die deutschen Kinos. Sie begleitet die Bandmitglieder auf der Joshua-Tree-Tour und enthält Interviews mit ihnen und zahlreiche Live-Aufnahmen, die während der Tour entstanden sind. Das Album Rattle and Hum mit Livematerial der Tour und neuen Liedern erschien parallel zum Kinofilm. Das Album enthält unter anderem ein Cover des Beatles-Songs Helter Skelter, des Bob-Dylan-Songs All Along the Watchtower und ein neues zusammen mit B.B. King aufgenommes Lied When Love Comes to Town. Der Text des neuen Songs Love Rescue Me wurde zusammen von U2 und Bob Dylan geschrieben. Auf dieses Album folgte die dreimonatige Lovetown-Tour, die U2 zusammen mit B.B. King bestritt. Der erste Abschnitt der Tour bestand aus Konzerten in Australien, Japan und Neuseeland, der zweite Abschnitt führte die Band nach Europa.

Das Album Rattle and Hum (1988) erschien kurz darauf mit Livematerial der Tour und neuen Liedern, unter anderem unter Mitwirkung von Bob Dylan und B.B. King. Auch auf dieses Album folgte eine Tour zusammen mit B.B. King, diesmal jedoch nicht durch Amerika, da die neuen Singles dort keinen großen Anklang fanden. Der währenddessen entstandene gleichnamige Film Rattle and Hum gilt unter Kritikern als eines der besten Tourvideos.

Achtung Baby, Zooropa, Pop (1991 bis 1998)
Nach der Tour Love comes to town (meist Lovetown-Tour genannt) zog sich die Band zunächst aus der Öffentlichkeit zurück, nachdem sie auf einem europaweit im Radio ausgestrahlten Neujahrskonzert in Dublin verkündeten, sie wollten eine neue musikalische Richtung einschlagen. Im November 1991 veröffentlichten sie das experimentelle Album Achtung Baby, das unter anderem in Berlin in den Hansa Ton Studios entstand und eine stilistische Kehrtwende darstellte. 1993 folgte das Studioalbum Zooropa, wofür U2 einen Grammy für das beste alternative Album bekam. Im Gegensatz zu den durch den amerikanischen Blues beeinflussten Alben The Joshua Tree und Rattle and Hum standen die folgenden beiden Alben Achtung Baby und Zooropa unter dem Einfluss europäischer Musik und Kultur. Anleihen an die europäische Moderne wie den Expressionismus und insbesondere den Dadaismus sind zahlreich, u. a. in Wortschöpfungen wie „Zooropa“, dem Spiel mit aus ihrem eigentlichen Kontext entrissenen Textversatzstücken (Numb, Zooropa), oder aber Referenzen zum Berlin der 20er Jahre. 1992 begann U2 ihre fast zweijährige Zoo-TV-Welttournee. Leitthema der Tour waren die Möglichkeiten und Gefahren der Neuen Medien und der Informationsüberflutung. Wichtige Inspirationsquelle war hier die Rolle der Medien im Irakkrieg. Während der Konzerte experimentierten sie mit völlig neuen Elementen; so wurden z. B. hunderte von Bildschirmen, fliegende Autos (Trabbis) und von Sänger Bono erfundene Alter Egos wie „The Mirrorballman“, „Mr. MacPhisto“ (visuell eng verwandt mit Gustaf Gründgens' Darstellung des Mephisto) und „The Fly“ in die Shows eingebaut. Zum Ritual eines jeden Konzerts wurde es, dass Bono von der Bühne aus versuchte, verschiedene prominente Persönlichkeiten anzurufen, wie z. B. den ehemaligen US-Präsidenten George Bush sr. oder Mitglieder der britischen Königsfamilie. Ebenso zeigten U2 wieder ihr starkes politisches Engagement, indem sie während einiger Konzerte in Europa eine Liveschaltung per Satellit in das Krisengebiet um Sarajevo während des Balkankonfliktes herstellten und Betroffene von ihrem Schicksal berichten ließen.

Nach Achtung Baby, Zooropa und der überaus erfolgreichen Zoo-TV-Tour spekulierten Musikkritiker auf eine baldige Rückkehr U2s zu ihrem traditionelleren Stil. U2 überraschte die Öffentlichkeit erneut im Jahre 1995, diesmal mit einem Konzeptalbum mit dem Titel Original Soundtracks I, das unter dem Pseudonym Passengers erschien und welches in enger Kooperation mit Brian Eno entstand. Außer Miss Sarajevo, das zusammen mit Luciano Pavarotti aufgenommen wurde, enthält das Album keine traditionellen Popsongs, sondern vielmehr Soundtracks zu fiktiven Filmen.

Ihr nächstes Album Pop erschien im März 1997. Durch die Mitwirkung des DJs Howie B und Mark 'Spike' Stent weist das Album deutliche Einflüsse aus der europäischen Dancemusik auf. Obwohl das Album von Kritikern aufgrund der erneuten Experimentierfreudigkeit U2s positiv aufgenommen wurde, waren zahlreiche Fans eher enttäuscht. Die CD stieg in 27 Ländern (incl. Deutschland und GB) von 0 auf 1 in die Charts ein, verkaufte sich aber in den ersten drei Monaten nach Veröffentlichung nur ca. fünf Millionen mal (bis heute sind ca. acht Millionen Exemplare verkauft). U2 erklärte später, aufgrund der frühzeitigen Buchung der folgenden Popmart Tour hätte das Album halbfertig veröffentlicht werden müssen. Für die spätere Kompilation Best of 1990–2000 nahm U2 in der Tat einige Songs neu auf. Im April 1997 starteten U2 die Popmart-Tour in Las Vegas. Es handelte sich ausschließlich um eine Stadiontour mit gigantischen Ausmaßen (zum Bühnenbild gehörten unter anderem der weltweit bisher größte LC-Bildschirm und eine fünf Meter große zitronenförmige Diskokugel), die die Band erstmals auch in Städte wie Leipzig, Sarajevo, Tel Aviv, Santiago de Chile oder Kapstadt führte. Die Tour endete am 21. 1998 in Johannesburg, Südafrika.

Im November 1998 brachten U2 ihr erstes Greatest-Hits-Album heraus, The Best of 1980–1990.

All That You Can't Leave Behind, How to Dismantle an Atomic Bomb (1999 bis 2006)
1999 gingen sie zurück ins Studio und produzierten das Album All That You Can't Leave Behind. Nach der großen Kritik der Fans an Pop hatte sich die Band wieder einem ursprünglicheren Stil aus der Zeit von The Joshua Tree zugewandt. Im Vordergrund sollte wieder mehr das simple Zusammenspiel dieser vier Musiker stehen. All That You Can't Leave Behind erschien im Oktober 2000 und wurde von den Kritikern als „ein Schritt weder vorwärts noch rückwärts“ der Band beschrieben; das Album kam in 22 Ländern aus dem Stand auf Platz 1 der Charts. Das Album erhielt vier Grammys, der ausgekoppelte Titel Beautiful Day erhielt noch weitere drei Grammys. Die in Großbritannien verkaufte Version der CD enthielt einen zusätzlichen Song, The Ground Beneath Her Feet, dessen Text in dem gleichnamigen Buch von Autor Salman Rushdie vorkommt.

Zusätzlich schrieben einige Mitglieder der Band zwischenzeitlich den Soundtrack zu dem im März 2000 erschienenen Film The Million Dollar Hotel von Wim Wenders, der auf einer Geschichte von Bono basiert.

Im Frühjahr 2001 startete die Band die Elevation-Tour in Miami. Die Elevation-Tour wurde zur (kommerziell) zweiterfolgreichsten Tour der Musikgeschichte (nach der Voodoo-Lounge-Tour der Rolling Stones, bei der 320 Millionen Dollar eingespielt wurden). Nach dem Ende der Tour 2001 trat U2 während der Halbzeitpause des Super Bowl XXXVI auf.

2002 erschien dann der zweite Teil ihrer Greatest Hits, The Best of 1990–2000.

Das nächste Album der Band How To Dismantle An Atomic Bomb wurde am 22. November 2004 veröffentlicht. Das Album wurde als Album des Jahres 2005 und als bestes Rock Album 2005 mit zwei Grammys ausgezeichnet. Die Stücke Vertigo, Sometimes You Can’t Make It On Your Own und City of Blinding Lights gewannen insgesamt fünf weitere Grammys.

Die erste Singleauskopplung Vertigo sorgte weltweit für Download-Rekorde beim iTunes Store, da der Song zuerst nur dort online erhältlich war. Im Januar 2005 präsentierte U2 ihr Video zu All Because of You während der US College American Football Orange Bowl.

U2 spielte mit der der Albumveröffentlichung folgenden Vertigo Tour 333 Millionen US-Dollar ein; es war damit die bislang (Stand: 1. Mai 2006) kommerziell erfolgreichste Tournee der Musikgeschichte. Sie wurde im März 2006 nach einer Reihe von Konzerten in Südamerika wegen eines Krankheitsfalls in der Familie eines Band-Mitglieds unterbrochen. Die noch ausstehenden Konzerte in Neuseeland, Australien, Japan und auf Hawaii wurden von November bis Dezember 2006 nachgeholt.

Am 2. Juli 2005 eröffnete U2 zusammen mit Paul McCartney mit dem Beatles-Song Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band das Live-8-Konzert in London. Im Anschluss spielte U2 mit Beautiful Day/Blackbird, Vertigo und One/Unchained Melody drei eigene Songs.

Im September 2006 wurden Songs für ein weiteres Best-Of-Album der Band und für ein neues Album mit dem Produzenten Rick Rubin aufgenommen. Im November 2006 wurde dann das Album U218 Singles mit 16 alten Single-Auskopplungen der Band und den zwei neuen Stücken Window in the Skies und The Saints Are Coming veröffentlicht, die im folgenden ebenfalls als Singles veröffentlicht wurden. The Saints Are Coming ist ein Cover eines Songs von The Skids und wurde zusammen mit der amerikanischen Punk-Band Green Day eingespielt.

Im Oktober 2006 wurde bekanntgegeben, dass U2 das Plattenlabel Island Records nach 27-jähriger Zusammenarbeit verlässt, um Jason Iley zu Mercury Records zu folgen. Dieser war am 16. Mai 2005 dorthin gewechselt und ist vorher bei Island Records für U2 zuständig gewesen.

No Line on the Horizon (2007 bis heute)
U2.com meldet Anfang Juni 2007, dass sich die Band mit den Produzenten Daniel Lanois und Brian Eno zwei Wochen in Marokko befindet, um neue Songs aufzunehmen. U2 arbeitet im Zuge dieser Aufnahmen mit unterschiedlichen afrikanischen Musikern zusammen und experimentieren mit neuen Musikeinflüssen. Vorerst ist aber keine Veröffentlichung des Materials geplant Ein 3D-Konzertfilm, U2 3D, aufgenommen während der Vertigo Tour, wurde am 23. Januar 2008 veröffentlicht. Da zu diesem Zeitpunkt noch sehr wenige 3D-Kinos existierten, wird der Film am 18. :Februar 2010 erneut in die deutschen Kinos kommen.

Das Album No Line on the Horizon wurde im März 2009 (Deutschland: 27. Februar) veröffentlicht. Die erste Single des Albums Get on your Boots wurde am 19. Januar 2009 veröffentlicht; in Deutschland wurde der Veröffentlichungstermin der Single auf den 20. Februar verschoben. Im Juni 2009 begann die 360° Tour der Band, die bis in den Oktober 2010 führen soll und anders als die letzten vorangegangen Tourneen open air in Sportstadien stattfindet.

Ende 2009 wurden U2 vom Musikmagazin Rolling Stone als einer von acht Künstlern des Jahrzehnts bezeichnet. U2 machten in diesem Jahrzehnt nach den Rolling Stones den zweitgrößten Umsatz mit ihren Tourneen. Zwischen Juni 2009 und Juni 2010 machte die Band rund 130 Millionen Dollar Umsatz. Seit 2011 ist die U2 360° Tour offiziell die erfolgreichste Tournee aller Zeiten, da sie mit 736 Mio US-Dollar Ticketumsatz den Rekord der Rolling Stones (558 Mio US-$) deutlich übertrifft. Zudem übertreffen U2 die Rolling Stones auch bei den Zuschauerzahlen. Am Ende der 360° Tour haben rund 7,2 Mio. Zuschauer die Konzerte verfolgt, während es bei den Stones 6,4 Mio. waren.

Im Herbst 2013 verdichteten sich Gerüchte über ein neues Album. Bassist Adam Clayton stellte in einem Radio-Interview für Anfang 2014 zwölf neue Songs in Aussicht.

Markenzeichen
U2, in ihrer personellen Besetzung seit Gründung bis heute unverändert, entwickelten schon früh eine eigene für sie typische Spielweise. Aufbauend auf der Rhythmussektion um Schlagzeuger Larry Mullen Junior und Bassist Adam Clayton konnte Gitarrist The Edge einen eigenen experimentellen Gitarrensound entwickeln, während Sänger Bono als charismatischer Frontmann der Band mit einem oft hymischen Gesangsvortrag auftritt. Besonders bei Liveauftritten kommt diese Art des Vortrags zu seiner vollen Geltung ("Stadion-Rock"). Nach eigener Beschreibung der Band bilden Adam Clayton und Larry Mullen Junior das Rückgrat der Gruppe, The Edge den Kopf und Bono das Herz.

Immer wieder ließ die Gruppe jedoch verschiedene musikalische Stile in ihre Musik einfließen. Elemente von Punk, Gospelmusik, Country, Blues, Dance, Industrial, Ambient, Trip Hop und anderer Richtungen prägten teilweise ganze Alben. Sie orientieren sich an Künstlern wie Elvis Presley, den Beatles, Van Morrison, The Clash und vielen anderen, erhielten jedoch eine konstante Unverkennbarkeit.

Bekannt ist U2 darüber hinaus auch für ihr Engagement für wohltätige Zwecke. Sie, und der Band voran Sänger Bono, unterstützen Organisationen wie Amnesty International und Greenpeace und treten für den Schuldenerlass und die Bekämpfung von Aids und extremer Armut in Ländern der Dritten Welt ein. Ihre politischen, gesellschaftlichen und religiösen Überzeugungen sind oftmals Themen in Liedern und auf Konzerten. Die Texte der Lieder, die zum größten Teil von Bono, dem Sänger der Band, geschrieben werden, sind vielfach poetisch und sehr tiefgründig. In einem Interview sagte Bono zu diesem Thema einmal: “Should I rather write songs about sex and drugs? No, I won't do that.”

Beispiele für das Aufgreifen politischer Themen sind die Lieder Pride, in dem es um das Leben von Martin Luther King geht, Walk On, das für die in Burma gefangengehaltene Menschenrechtlerin Aung San Suu Kyi geschrieben wurde, oder auch Crumbs From Your Table, das die Hungerbekämpfung in der Dritten Welt behandelt.

Viele der Lieder von U2 handeln außerdem von dem christlichen Glauben der Bandmitglieder. Bono betont immer wieder in Interviews seinen Glauben, der auch der Antrieb für sein außermusikalisches Engagement ist. Songs wie I Still Haven't Found What I'm Looking For, 40, If God Will Send His Angels und vor allem Yahweh behandeln den christlichen Glauben der Band.

Ein Beispiel für die Thematisierung von Politik in Konzerten war das Neujahrskonzert in Dublin am 1. Januar 1990, das U2 den Menschen in der DDR und in Rumänien widmet, in deren Ländern wenige Wochen zuvor die Regime zusammengebrochen waren. Während des Liedes Pride ruft Bono den Satz ins Publikum: “For the people in Romania and East Germany – sing it. Pride, in the name of love.”

Andere Projekte
Neben der Tätigkeit in ihrer Band arbeiten die Mitglieder von U2 auch mit anderen Musikern zusammen:

Sänger Bono trat beispielsweise 1985 als Gastsänger der irischen Band Clannad bei dem Titel In A Lifetime auf; später im Jahr beteiligte er sich mit anderen Musikern am Album Sun City—Artists Against Apartheid.

The Edge produzierte derweil zusammen mit Komponist und Arrangeur Michael Brook den Soundtrack zum Film The Captive. Titellied wurde Heroine, welches The Edge zusammen mit der irischen Sängerin Sinéad O’Connor schrieb, die auch den Gesangspart lieferte.

Während der Aufnahmen zu The Joshua Tree brachte Produzent Daniel Lanois U2 mit Robbie Robertson (ehemals Mitglied bei The Band) zusammen. Mit ihm schrieben sie und nahmen sie die beiden Titel Testimony und Sweet Fire Of Love auf. Bono und The Edge schrieben außerdem das Lied She's A Mystery To Me für Roy Orbison, das auf dessen Album Mystery Girl erschien.

Auf dem Album Duets von Frank Sinatra sang dieser 1993 zusammen mit Bono den Song I've Got You Under My Skin. Die Aufnahme erschien auch als B-Seite der U2-Single Stay (Faraway, So Close).

1994 wiederum arbeitete Sänger Bono zusammen mit seinem langjährigen Freund Gavin Friday und dessen Partner Maurice Seezer am Soundtrack für den Film In the Name of the Father, der das auf Tatsachen beruhende Schicksal mehrerer Iren beleuchtet, die zu Unrecht eine jahrelange Haft wegen angeblicher Beteiligung an einem Bombenattentat der IRA verbüßten.

Ein während der Aufnahmesessions zu Achtung Baby entstandenes Stück wurde 1995 zusammen mit Christy Moore vervollständigt und erschien unter dem Namen North And South Of The River als Tribut an U2s Heimatstadt Dublin.

Es folgte weitere Arbeit an verschiedenen Soundtracks. Bono und The Edge schreiben das Titellied Goldeneye für den gleichnamigen James-Bond-Streifen. Gesungen wurde der Titel von Musiklegende Tina Turner. Ein während der Aufnahmen für Zooropa entstandenes Stück namens Hold Me, Thrill Me, Kiss Me, Kill Me wiederum wurde als Titellied für den Film Batman Forever fertiggestellt. Danach wurde U2 gebeten, einen Titelsong für den Streifen Mission: Impossible beizusteuern. Adam Clayton und Larry Mullen Junior nahmen sich dieser Aufgabe an und mischten die Titelmelodie der gleichnamigen Serie neu ab.

Der Spielfilm Entropy mit Stephen Dorff, Judith Godrèche und Kelly Macdonald aus dem Jahre 1999 spielt während U2s Popmart-Tour und enthält neben vielen Konzertausschnitten auch Szenen mit der Band in Nebenrollen.

Auf dem Album Goddess in the Doorway von 2001 sang Bono zusammen mit Mick Jagger den Song Joy.

Bono trat 2002 während eines für den Sender VH-1 aufgezeichneten Konzerts zusammen mit der irischen Band The Corrs auf und interpretierte zusammen mit ihnen die Titel Summer Wine (im Original von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra) und When The Stars Go Blue (im Original von Ryan Adams). Diese Aufzeichnung wurde später auch auf dem Album VH-1 Presents the Corrs: Live in Dublin veröffentlicht.

Nicht nur für und mit anderen Künstlern arbeitete U2, es erschienen ebenfalls Coverversionen als B-Seiten ihrer eigenen Singles. Unter anderem nahmen sie eigene Versionen von Titeln wie Unchained Melody von den Righteous Brothers, I've Got You Under My Skin von Frank Sinatra, Night And Day von Cole Porter, Can't Help Falling In Love von Elvis Presley, oder Satellite Of Love von Lou Reed auf. Auf ihren Konzerten coverten sie ebenfalls wiederholt Titel anderer Künstler.

U2 arbeitete auch immer wieder mit anderen Künstlern zusammen – genannt seien hier der US-Autor William S. Burroughs, der kurz vor seinem Tod im Video Last Night On Earth einen Gastauftritt hatte und dessen Gedicht A Thanksgiving Prayer als Videomaterial für die Zoo-TV-Tour eingespielt wurde, sowie der Fotograf Anton Corbijn, der u. a. eine Videoversion des U2-Hits One in Berlin drehte.

Neben zahlreichen Coverversionen von U2-Songs durch Bands wie die Pet Shop Boys und Sepultura oder Musikern wie George Michael oder Johnny Cash, coverte auch U2 immer wieder Songs anderer Bands. Ihr neustes Projekt ist die Coverversion des Songs „The Saints are coming“ von The Skids aus dem Jahr 1978. Zusammen mit der Band Green Day sangen sie es in New Orleans im Superdome.

Die Songs der Band hinterließen aber auch bei Arbeiten von Künstlern anderer Kunstrichtungen ihre Spuren. So widmete etwa der österreichische Maler Kave Atefie in den Jahren 2001 und 2002 gleich zwei Werksreihen dem Schaffen der irischen Band. Im Jahr 2003 portraitierte übrigens der irische Maler, Illustrator und Poet Louis le Brocquy U2-Frontman Bono auf einem Ölbild, nachdem er zuvor bereits einige Aquarelle von ihm angefertigt hat. Durch den spirituellen Hintergrund der Musik, die Intensität und kompositorische Dichte im Zusammenhang mit großer Emotionalität und Leidenschaft fühlt sich auch die Malerin Nadja Jerczynski beeinflusst. Die Schülerin des Malers Sean Scully hat seit 2006 etliche Bilder zu der Musik von U2 gemacht.

Bono war Gründungsmitglied der nichtstaatlichen Organisation DATA (Debt, AIDS, Trade, Africa). Ziel der Organisation war es, Regierungen dazu zu veranlassen, Aids und Armut in Afrika zu bekämpfen. 2004 gründete DATA zusammen mit zehn weiteren Entwicklungsorganisationen die neue, überparteiliche Kampagnenorganisation ONE, Bono wurde Vorstandsmitglied dieser Organisation. Der Arbeitsbereich und die Zielsetzung von ONE sind denen von DATA ähnlich, jedoch allgemeiner und umfassender. Seit Januar 2008 ist DATA mit ONE verschmolzen.


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