Biografie

Trailerpark

Was 2009 als Label ins Leben gerufen wurde, hat sich unaufhaltsam zum Krebsgeschwür der deutschen Musikindustrie entwickelt: Sittenwächter sind entrüstet, Erziehungsberechtigte verängstigt - Trailerpark ist der abstrakte Pickel am Arsch der biederen HipHop-Szene. Der Scripted-Reality-Rap von Basti, Sudden, Timi Hendrix und Alligatoah kennt keine Schmerzgrenze; kein Tabu, das nicht gebrochen werden darf, keine Minderheit, die von Diskriminierungen verschont wird. Ihre Musik - eine Trümmerlandschaft aus Pop/Rock-Anleihen und klassischem Rap - bewegt sich schwankend auf dem schmalen Grat zwischen Grenzdebilität und Geniestreich. Die Jugend verroht, säuft sich ins Koma, dreht Snuff-Videos - Trailerpark liefern den Soundtrack dafür und karikieren diese Entwicklung.

Als im Herbst 2012 das Boyband-Album "Crackstreet Boys 2" auf Platz 22 der deutschen Album-Charts einsteigt, wird erstmals ersichtlich, wie sehr die beschauliche Wohnwagensiedlung schon über sich hinausgewachsen ist. Das neue Bandmitglied Alligatoah begibt sich kurz darauf auf Solo-Pfade, infiltriert die Charts und stößt mit seinem Nr.1-Album "Triebwerke" in völlig neue Dimensionen auf. Den Höhepunkt feiert man auf gemeinsamer Klassenfahrt im Herbst 2013 - der ausufernden und ausverkauften "Harter Schnaps, Leichte Mädchen"-Tour.

Die Bundesprüfstellen spitzen mittlerweile ebenso die Ohren, wie die Masse an minderbemittelten RTL- Zuschauern mit Talkshow-Erfahrung, für die die Musik der New Kids On The Blech eigentlich konzipiert ist. Im Dezember erscheint ihr neues Album, der dritte Teil der "Crackstreet Boys"-Reihe, auf das eine bundesweite Spritztour folgt. Man darf mit mehr Verstößen gegen die Politische Korrektheit, noch absurderen Themengebieten und neuen Mitsing-Melodien für Hartz-4-Empfänger rechnen. "Hier können wir nicht halten" - Die Reise der Trash-Gang aus dem Trailerpark hat gerade erst begonnen.