Biografie

Shakira (* 2. Februar 1977 in Barranquilla, Kolumbien als Shakira Isabel Mebarak Ripoll) ist eine kolumbianische Pop-Rock-Sängerin und Songwriterin. Zu Beginn ihrer Karriere sang sie auf Spanisch und hatte damit in Lateinamerika und Spanien Erfolg. Ihr erstes englischsprachiges Album machte sie zu einem globalen Popstar. Insgesamt hat sie über 75 Millionen Tonträger verkauft. Shakira setzt sich auch für soziale Projekte ein, besonders für Straßenkinder in ihrer Heimat.

Leben
Shakiras Vater Don William Mebarak Chadid, der hauptberuflich als Juwelier arbeitet und nebenbei Bücher schreibt, ist ein gebürtiger New Yorker libanesischer Herkunft, ihre Mutter Nidia del Carmen Ripoll Torrado ist gebürtige Kolumbianerin mit spanischen Wurzeln. Shakira ist ihr einziges gemeinsames Kind; „Shakira“ ist Arabisch (šakira) und bedeutet „die Dankbare“. Zu Don William Mebarak Chadids acht Kindern aus einer geschiedenen ersten Ehe pflegt Shakira familiären Kontakt. Im Alter von 17 Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Bogotá. Später verließ sie Kolumbien und zog in die USA nach Florida, in die Nähe von Gloria Estefan und deren Mann, die zwei Alben für Shakira produzierten. Nachdem sie in Miami auf Grund ihrer Berühmtheit keine Ruhe mehr fand, ließ sich die 1,57 m große Sängerin auf den Bahamas nieder, wo sie bis heute lebt. Seit dem Jahr 2000 ist Shakira mit Antonio de la Rúa, dem Sohn des ehemaligen argentinischen Staatspräsidenten Fernando de la Rúa liiert; im März 2001 verlobten sie sich.

Beginn der musikalischen Karriere
Entdeckt wurde Shakira als 13-Jährige, als sie in einem Hotel ihrer Heimatstadt einem Sony-Manager eine Kassette mit eigenen Songs, aber auch mit gesungenen Material Girl und La Isla Bonita von Madonna, überreichte und in Folge einen Plattenvertrag erhielt. Mit 14 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Album, Magia bei Sony BMG. Es floppte damals mit weniger als 1000 verkauften Kopien, ist aber heute unter Fans ein beliebtes Sammlerobjekt. Auch dem zweiten Album Peligro (Gefahr), das Shakira 1993 veröffentlichte, blieb größerer kommerzieller Erfolg verwehrt. Shakira entschied sich daher, vorerst mit der Musik aufzuhören und ihren Schulabschluss zu machen.

Erfolg auf dem spanischsprachigen Markt
1994 spielte Shakira in der kolumbianischen Telenovela El Oasis, zu der sie auch den Soundtrack lieferte, die Rolle der Luisa Maria. Nach einem Jahr wurde die El Oasis abgesetzt. Shakira lehnte später alle weiteren Angebote als Schauspielerin ab, da sie sich auf ihre Musikkarriere konzentrieren wolle. Shakira kehrte 1995 mit dem Album Pies Descalzos (Barfuß), das ihren kommerziellen Erfolg mit insgesamt über fünf Millionen verkauften Exemplaren begründete, ins Musikgeschäft zurück. Die Single Estoy Aquí (Ich bin hier) erreichte Platz eins in den kolumbianischen Charts und zog auch internationale Aufmerksamkeit auf sich. Das Album The Remixes enthielt Mixe von Titeln, die auf Pies Descalzos enthalten waren. Außerdem wurden einige Titel auf Portugiesisch aufgenommen. Shakira wollte, dass Emilio Estefan, Jr. ihr nächstes Album ¿Dónde están los ladrones? (Wo sind die Diebe?) produzierte. Die groß angelegte Produktion kostete über drei Millionen Dollar. Das Album wurde von der Kritik gelobt und war gleichzeitig mit sieben Millionen verkauften Exemplaren auch kommerziell erfolgreich. Es enthielt unter anderem die Hitsingle Ojos Así (Augen wie diese), die auch weltweit erfolgreich war. Nach dem Erfolg des Albums folgte ein MTV-Unplugged-Konzert, das auf CD und DVD erschienen ist.

Globaler Durchbruch
2001 begann Shakira mit der Arbeit an einem englischen Album, bei dem sie mit Gloria Estefan zusammenarbeitete. Gloria Estefan übersetzte den Song „Ojos Asi“ von Shakiras Album Dónde Están Los Ladrones? auf Englisch, und Shakira schrieb neue Songs für ihr Album Laundry Service. Die englischen Texte brachten ihr zusätzliche Hörer auf dem internationalen Markt und trugen dazu bei, dass sich das Album weltweit 13 Millionen Mal verkaufte. Mit den Singleauskopplungen wie Whenever, Wherever und Underneath Your Clothes, die ebenfalls sehr erfolgreich waren, bedeutete dies den Durchbruch für Shakira zum internationalen Superstar. Eine limitierte Ausgabe des Albums enthält drei Bonustracks sowie eine Bonus-DVD mit dem Videoclip zu Objection (Tango), einem Live-Auftritt bei MTV und dem Making of von Objection (Tango). Im Jahr 2003 ging Shakira auf Welt-Tournee, die sie auch zu Auftritten nach Deutschland führte. Das Live-Album zu dieser Tour, Live and off the Record, enthält eine CD mit Livesongs und eine DVD, die neben dem 90-minütigen Livekonzert auch eine ausführliche Dokumentation über die Tour und Interviews enthält.

Die Fixations Ära
Im Juni 2005 veröffentlichte Shakira das spanischsprachige Album Fijación Oral Vol. 1, das sich rund fünf Millionen Mal verkaufte und für das sie am 8. Februar 2006 einen Grammy-Award in der Kategorie Best Latin Rock/Alternative Album erhielt. Unter anderem arbeitete sie für die Single La Tortura (Die Folter) mit dem Spanier Alejandro Sanz zusammen. Shakira trat im Rahmen der weltweiten Live-8-Benefizkonzerte am 2. Juli 2005 in Paris auf. Am 25. November 2005 erschien das englischsprachige Album Oral Fixation Vol. 2, aus dem die Single Don’t Bother ausgekoppelt wurde. Von Oral Fixation Vol. 2 erschien am 7. April 2006 eine zweite Version, auf der auch ihre Singleauskopplung Hips Don’t Lie zu finden ist, die sie zusammen mit Fugees-Sänger Wyclef Jean aufgenommen hat. Der Song ist Shakiras bislang kommerziell erfolgreichstes Lied. Vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Berliner Olympiastadion hatte Shakira einen kurzen Auftritt, bei dem sie zusammen mit Wyclef Jean dieses Lied in einer abgewandelten Version sang. Im Juni 2006 startete Shakira ihre 2. Welt-Tournee, die „Oral Fixation Tour“. Sie begann in Spanien, führte dann in die USA und danach in weitere europäische Staaten. Dabei absolvierte sie am 27. Mai 2007 ein Konzert mit 210.000 Zuhörern auf dem Zócalo in Mexiko-Stadt. Am 12. November 2007 wurde die offizielle DVD zur Tour unter dem Titel „Oral Fixation Tour“ veröffentlicht, die Platz 71 der deutschen Album-Charts erreichte.

Musikalischer Neustart
Im Februar 2008 begann Shakira mit den Arbeiten an einem neuen Album, an welchem u. a. Wyclef Jean und Pharell Williams als Produzenten mitwirken. Im März 2009 wurde bekannt, dass es wie bereits 2005 wieder zwei Alben geben wird. Am 9. Oktober 2009 erschien in Deutschland das englischsprachige Album mit dem Titel "She Wolf", welches Platz 3 der deutschen Album-Charts erreichte, jedoch nicht an den Erfolg der Vorgängeralben anschließen konnte. (Stand: November 2009) Die gleichnamige erste Single wurde am 17. Juli erstmals in Deutschland im Radio gespielt und erschien Anfang September als Single. Der Videoclip - realisiert von Jake Nava - wurde erstmal am 30. Juli im US-TV gezeigt. Das spanische Pendant "Loba" wurde Ende Juni 2009 zum ersten Mal im Radio gespielt. Mit Give It Up to Me wurde Mitte Oktober 2009 ein neuer Song vorgestellt. Der von Timbaland produzierte Track - eine Zusammenarbeit mit Rapper Lil' Wayne - erschien am 13. November in den USA als zweite Single, eine weltweite Veröffentlichung ist bisher nicht geplant. Am 23. November erschien She Wolf auch in den USA und erreichte hier Platz 15. Im Frühjahr 2010 wird ein neues Album in spanischer Sprache folgen.

Soziales Engagement
1997 gründete Shakira die Fundación Pies Descalzos (Stiftung Barfuß), um Kindern in Kolumbien zu helfen. Mit Hilfe des Bildungsministeriums und des kolumbianischen Instituts für Familienhilfe führt die Stiftung ein Programm mit Bildungsmaßnahmen und Nahrungshilfen für obdachlose und hilfsbedürftige Kinder durch. In fünf Schulen in Barranquilla, Bogotá und Quibdó werden momentan über 2.600 Kinder betreut. In Kolumbien leben über 800.000 Kinder, die Opfer von Gewalt wurden, und über zwei Millionen Kinder besuchen keine Schule. 2003 wurde Shakira zur Botschafterin für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, ernannt. Im April 2006 wurde Shakira für die Gründung ihrer Stiftung von United Nations mit einem Preis geehrt. Im September 2007 spendete Shakira über ihre Stiftung ALAS 40 Millionen Dollar, um den Wiederaufbau der von Naturkatastrophen zerstörten Regionen Peru und Nicaragua zu beschleunigen. Außerdem versprach sie je 5 weitere Millionen für vier südamerikanische Staaten, um Bildungsprojekte zu fördern. Die Summe wird für den Wiederaufbau von sanitären Anlagen, die Rekonstruktion des Bildungssystems und für Mittel zur Verbesserung der Lebensqualität in den Gebieten, die von den Naturkatastrophen betroffen waren, verwendet. Am 15. Dezember 2007 bekam sie für ihr Engagement die Auszeichnung »Charity-Person des Jahres« in der Sendung »Ein Herz für Kinder« (ZDF). Ende Dezember 2007 besuchte Shakira Bangladesch, um die Opfer des Zyklons Sidr zu unterstützen. An ihrem 32. Geburtstag eröffnete Shakira eine 6 Millionen Dollar teure Schule in ihrer Heimatstadt Barranquilla. Es ist bereits die fünfte Schule, die von Shakira und ihrer Stiftung gespendet wurde.

Stil
Shakiras Mischung aus Rock, Pop und Latin Rock machte sie in den 1990er-Jahren in der gesamten spanischsprachigen Welt berühmt. Aber erst mit dem Wechsel von der spanischen zur englischen Sprache folgte der Durchbruch auf dem nordamerikanischen und europäischen Markt. Im Kontrast zu Künstlern wie Ricky Martin oder Soraya ist Shakira nicht nur ein Latin-Star, sondern bewegt sich auch in andere Musikrichtungen von ihrer Herkunft fort. So fand man auf Laundry Service eine Mischung aus Rock und Pop zusammen mit südamerikanischen Elementen. Ihr Idol ist der Nirvana-Sänger Kurt Cobain, der sich unter Drogeneinfluss das Leben nahm. Shakira lehnt die Einnahme von Drogen ab. Daneben gibt sie an, dass Bands wie The Beatles, The Cure, Led Zeppelin und The Police ihre Musik beeinflussen. Auch die deutsche Band Scorpions zählt sie zu ihren Favoriten, in einem Pepsi-Werbespot und bei Konzerten trug sie ein T-Shirt der Band, Rudolf Schenker von den Scorpions überreichte ihr daraufhin 2002 eine seiner Gitarren. Außerdem spielen auf Grund der Herkunft ihres Vaters auch arabische Einflüsse eine Rolle in ihrer Musik. So lehnt es Shakira auch ab, als Latin-Sängerin abgestempelt zu werden.

Texte
Shakira schrieb schon als Kind eigene Songtexte in ihrer Muttersprache Spanisch. Auch heute schreibt sie noch einen Großteil ihrer Songs selbst, wobei sie aber mit verschiedenen anderen Songwritern wie Luis Fernando Ochoa und Lester Mendez zusammenarbeitet. Ihre ersten englischen Texte konnte Shakira nur mit Hilfe eines Reimlexikons schreiben. Mittlerweile hat sich ihr Englisch aber soweit verbessert, dass sie nicht mehr so oft auf diese Hilfsmittel zurückgreifen muss. In ihren Texten geht es oft um die Liebe. Daneben gibt es aber auch Lieder mit politischen oder gesellschaftskritischen Aussagen. Ein Beispiel dafür ist das Lied Se Quiere… Se Mata (Man will es/liebt es… Man tötet es), in dem es um ein Mädchen geht, das einen Jungen liebt, den ihre Eltern nicht mögen, und ungewollt schwanger wird. In Folge der heimlichen Abtreibung stirbt sie. Shakira kritisiert mit dem Lied das Handeln vieler Eltern und diese Form der Abtreibung. Auf dem Album ¿Dónde están los ladrones? kritisiert Shakira die Korruption von Kirchenvertretern, Lehrern und Politikern.

Kritik
Während des internationalen Durchbruchs mit dem englischsprachigen Album Laundry Service bemängelten Kritiker Shakiras Englischdefizite und besonders ihre mangelhafte Aussprache. Daneben wurde kritisiert, dass sich Shakira dem Massengeschmack anpasse, zum Beispiel durch das Blondfärben ihrer Haare. Ihre Musik sei „durchgeplant“ und verliere auf Englisch ihre Aussage. Außerdem wurde angemerkt, sie werde für den internationalen Markt zu einem Produkt gemacht wie Jennifer Lopez oder Britney Spears. Der Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez schrieb über sie: „Shakiras Musik hat eine persönliche Note, die keiner anderen gleicht. Niemand kann singen und tanzen wie sie, in jedem Alter, mit solcher unschuldigen Sinnlichkeit, die ihre eigene Erfindung zu sein scheint.“

Auszeichnungen
Die ersten wichtigen Preise, die Shakira erhielt, waren die Billboard Latin Music Awards im Jahr 1997. Sie gewann in den Kategorien „Best Album“ mit Pies Descalzos, „Best Video“ mit Estoy Aquí und „Best New Artist“. 1999 folgte der Sieg in der Kategorie „Best Female Pop Artist“. Ebenfalls noch vor ihrem englischsprachigem Durchbruch gewann sie im Jahr 2001 in der Kategorie „Best Latin Album“ mit MTV Unplugged.

Im Jahr 1998 wurde ihr der World Music Award in der Kategorie „Best Latin Artist“ verliehen, worin sich ihr Durchbruch auf dem lateinamerikanischen Markt zeigte. 2003 erhielt Shakira den World Music Award in der Kategorie „Best Latin Female Artist“. Außerdem wurde ihr 2001, schon vor ihrem internationalem Durchbruch, ihr erster Grammy- Award in der Kategorie „Best Latin Pop Album“ für das Album MTV Unplugged verliehen. 2006 folgte ihr zweiter Grammy, den sie mit Fijacion Oral Vol. 1 in der Kategorie „Best Latin Rock/Alternativ Album“ gewann. Daneben erhielt sie 2000 zwei und 2002 einen Latin-Grammy-Award. 2002 und 2005 gewann Shakira jeweils fünf MTV Latinoamérica Awards. In beiden Jahren gewann sie die Kategorien „Artist Of The Year“, „Best Female Singer“ und „Best Pop Artist“. Bei den MTV Europe Music Awards wurde Shakira 2005 in der Kategorie „Best Female Artist“ geehrt. 2005 erhielt sie außerdem einen American Music Award als „Best Latin Artist“ und drei Billboard Music Awards in den Kategorien „Latin Song of the Year“ mit La Tortura, „Latin Albums Artist of the Year“ und „Latin Album of the Year“ mit Fijacion Oral vol. 1. 2006 gewann sie als Choreographin den Best Choreography-Award für ihr Hips Don't Lie-Video bei den MTV Video Music Awards und den Song Of The Year-Award für Hips Don't Lie bei den Latinamerica MTV Music Awards. Daneben gewann Shakira 2006 fünf Latin Grammys, unter anderem in den Kategorien Album Of The Year und Song Of The Year. Ihr Song "La Despedida" aus dem Soundtrack zum Film "Love in the Times of Cholera" wurde 2008 bei der 65. Golden-Globe-Verleihung in der Kategorie "Bester Filmsong" nominiert. Sie erhielt in Deutschland sechzehnmal Gold und sechsmal Platin. 2009 wurde ihr der Ehrenpreises des Kinderhilfswerkes UNICEF sowie der Bambi in der Kategorie Pop International verliehen.


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