22.03.11 Martin Rütter im Interview

Hamburg (js) - Seine Show "Hund - Deutsch / Deutsch - Hund" begeistert nicht nur Hundefreunde: Bei seinen Auftritten beweist Tierprofi Martin Rütter echte Entertainerqualitäten. Im EVENTIM-Interview berichtet er über seinen Werdegang und verrät das Erfolgsgeheimnis seiner Show.

Mit deinem Bühnenprogramm „Hund - Deutsch / Deutsch - Hund“ bist du derzeit auf Tour. Was erwartet die Zuschauer?
Die Besucher können sich auf einen kurzweiligen, amüsanten Abend mit einem Mix aus Unterhaltung und Ratschlägen freuen. Im Endeffekt ist die Show ein Vortrag, nur in überspitzter Form. Es geht ja in meinem Programm um das Zusammenleben von Mensch und Hund und die großen und kleinen Missverständnisse, die entstehen können, wenn zwei unterschiedliche Arten mit zwei völlig verschiedenen Kommunikationsformen aufeinander treffen. Ich nehme die Leute mit auf eine humorvolle Reise durch diese Welt und halte ihnen den Spiegel vor. Dabei erhalten die Zuschauer eine Menge Informationen. Sie bekommen viele Tipps und sagen nachher, ich habe wirklich was gelernt. Und was uns ebenso freut: Wir sensibilisieren immer mehr Nicht-Hundemenschen für dieses Thema. Inzwischen sind gut 30 Prozent meiner Zuschauer gar keine Hundebesitzer, bei denen es sich aber herumgesprochen hat, dass sie eine sehr lustige Veranstaltung geboten bekommen.

Was ist für dich das Aufregendste an einer eigenen Tournee?
Es ist immer wieder aufs Neue ein wahnsinnig schönes und spannendes Gefühl, auf die Bühne rausgehen zu dürfen und dann tausende von Menschen in der Halle sitzen zu sehen, die nur wegen meiner Show gekommen sind. Dafür empfinde ich wirklich tiefe Dankbarkeit.

Was ist dein Geheimrezept - warum, glaubst du, bist du mit deinem Bühnen- und TV-Programm so erfolgreich?
Ich denke, dass wir bei dem sehr emotionalen Thema „Hund“ eine hohe Glaubwürdigkeit und nicht zuletzt sehr starke Fachkompetenz transportieren. Das merken wir nicht zuletzt auch an den vielen positiven Reaktionen der Zuschauer. Die Leute erkennen sich in den Fällen und Geschichten wieder, sie kennen die Probleme aus den eigenen vier Wänden. Die Fälle im TV oder die Anekdoten auf der Bühne sind ja echt, also absolut authentisch. Und durch die Lösungen bekommen die Zuschauer obendrein ganz viele, wertvolle Trainingstipps für ihren Alltag geliefert.

Wie gehst du mit dem Medienrummel um?
Relativ entspannt, auch wenn es natürlich viel anstrengender als früher ist, es gibt halt viel mehr Aufgaben und Anfragen. Wenn es zeitlich und vor allem thematisch passt, komme ich den Anliegen sehr gerne nach. Ich bin allerdings niemand, der zu komischen Promi-Partys rennt oder über den roten Teppich latschen muss.

Wie bist du zum Hundeprofi geworden?
Ich hatte schon in meiner Kindheit einen Draht zu Hunden. Ich habe die Hunde der Nachbarn ausgeführt und die Hunde meiner Tante ohnmächtig gekrault. Die hatte in den 80er Jahren eine Art Pflegestelle für gestrauchelte Hunde. Meine Tante hatte aber auch die besondere Gabe, Hunde, die anfangs absolut wunderbar waren, binnen weniger Wochen dermaßen verrückt zu machen, dass man das Haus nicht mehr betreten konnte. Mich hat darauf interessiert, warum so viele Menschen um mich herum Probleme mit ihren Hunden hatten. Nach meinem Abitur habe ich dann ein Jahr in Australien verbracht und hatte dort die Möglichkeit, australische Wildhunde zu beobachten und mit ihnen zu arbeiten. Das war das Schlüsselerlebnis.

Es heißt, dass das Herrchen dem Hund im Laufe der gemeinsamen Zeit immer ähnlicher wird. Entspricht das auch deiner Erfahrung?
Rein optisch nicht. Man kann aber schon beobachten, dass sich Hund und Halter im Verhalten und in ihren Charakterzügen mit der Zeit angleichen. Meine Hündin Mina wird zum Beispiel immer klüger. Meine Kinder sagen dann, sie wird verfressener.

Wo wärst du, wenn es mit der Karriere als Hunde-Coach nicht geklappt hätte?
Früher wollte ich eigentlich Sportjournalist werden, ich hatte auch angefangen, Sportpublizistik zu studieren. Doch ich habe bereits während meiner ersten Semester rund 60 Stunden pro Woche in meiner Hundeschule unterrichtet und musste mich letztlich für einen Bereich entscheiden. Es war definitiv die richtige Wahl.

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