Nachdem ich in den 70er Jahren KARAT in der Originalbesetzung mehrmals gesehen hatte, war ich gespannt, wie sie mir ein halbes Leben später gefallen würden. Und ich wurde nicht enttäuscht!
KARAT haben die enorme Durststrecke, die alle Ostrock-Bands nach der Wende aushalten mussten, mit Bravour und ohne sichtbare Blessuren hinter sich gebracht. Claudius Dreilich, der nach dem Tod seines Vaters Herbert den sicheren Job bei IKEA aufgegeben und die Leadsängerposition bei KARAT eingenommen hat, ist endgültig in der Band angekommen und mit ihr verschmolzen. Sehr bewegend äußerte er auf die Frage, ob er seinen Vater vermisst: Immer, wirklich immer, wenn wir irgendwo spielen, ist mein Vater mitten unter uns. Und danach erklang der Schwanenkönig. Diese speziell bei Ostrock-Bands, und dort ganz besonders bei KARAT so typischen Texte auf ganz besonders hohem poetischen Niveau haben bis heute nichts von ihrer ganz eigentümlichen Fasination eingebüßt. Es sind große, zeitlose Songs, die an diesem Abend mit einer unglaublichen Spielfreude und Intensität über die Rampe kamen. Magisches Licht heißt einer der großen KARAT-Hits. Für mich war das Konzert in Rastatt ein besonderes Erlebnis mit magischer Musik der Extraklasse.
In Rastatt spielte nach KARAT noch eine zweite legendäre Ostrock-Band - CITY. Ich war auf diese Band besonders gespannt, denn ich kannte von ihnen außer 5-6 Titeln, darunter natürlich das legendäre Am Fenster mit Geigensolo, noch nichts. Die Titel, die ich kannte, waren anders als die von KARAT, aber ebenso tendenziell eher lyrisch. Beim Rastatter Konzert allerdings spielten die CITY-Jungs anfangs überwiegend weniger lyrische Songs. Ich will ihnen das nicht vorwerfen. In der Halle waren sicherlich genauso viele CITY-Fans wie KARAT-Fans. Aber für mich war der Bruch zu groß. Und die lyrischen Lieder, auf die ich mich eigentlich gefreut hatte (Casablanca, Wand an Wand, Am Fenster, ...), kamen nicht und kamen nicht. Nach etwa 45 Minuten ging ich dann raus aus dem Konzert. Sicher kamen meine CITY-Lieblingslieder später auch noch. Das Fenster sogar ganz bestimmt. Aber mir war es dann doch lieber, die magischen Melodien von KARAT mit aus dem Konzert hinauszunehmen als die von CITY an diesem Abend bevorzugte Gute-Laune-Musik. Wie gesagt: Die Jungs von CITY haben auch einen sehr guten Job gemacht. Für mich persönlich, aber das will ich wirklich nicht verallgemeinern, stimmte nur der Stimmungswechsel nach KARAT nicht ganz.
Rastatt - BADNER HALLE
11.05.13
Alle Erwartungen erfüllt von Manni 1950, 14.05.13
Es war ein super Abend mit den beiden Bands Karat und City.Die Halle läßt zwar sehr an Akustik zu wünschen übrig doch die Jungs haben alles gegeben und einen tollen Sound und tolle Texte haben den Abend zu einen Erlebnis gemacht.Lange habe ich nicht so gute deutsch-sprachige Musik und gute Inhaltsreiche und Sinnvolle Texte gehört. Freuen uns schon auf das Konzert Ostrock in Klassik in Berlin. Da können die Jungs wieder so richtig zeigen was sie können. Hoffentlich kommen die zwei bald mal wieder und dann vielleicht mal in die Durlacher Festhalle ( viel bessere Akustik ). Wir wünschen der Band weiter viel Erfolg und viele neue Überraschungen.
RASTATT - BadnerHalle
11.05.13
einfach nur GENIAL von silkeweber, 14.05.13
KARAT und CITY überzeugen immernoch.
Wahnsinns Texte, Wahnsinns Sound Wahnsinns Konzert...
Vielen Dank für dieses Erlebnis!!!
Über diesen Künstler
Künstler-Biografie
Karat ist eine 1975 gegründete Band aus Berlin, die zu den erfolgreichsten in der DDR gehörte und mit deutschsprachiger Rockmusik bis heute erfolgreich ist. Bekanntestes Lied der Band ist Über sieben Brücken mußt du gehn. Für die Dauer eines Markenlöschungsverfahrens nannte sich die Gruppe vom 1. Januar 2006 bis zum 19. Juni 2007 ersatzweise K…!Die... weiter lesen