Biografie

Eckart von Hirschhausen (* 25. August 1967 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Moderator, Kabarettist, Comedian und Schriftsteller.

Biografie
Ausbildung

Hirschhausen studierte mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes Humanmedizin an der Freien Universität Berlin, der Universität Heidelberg sowie der University of London. Die Frankfurter Allgemeine berichtete darüber: „Als Medizinstudent in einer englischen Klinik habe er erprobt, wie man sich bei Laune hält in einem humorfreien Raum. Er und seine Kommilitonen unterliefen subversiv die Kleiderordnung, indem sie an einem festen Tag in der Woche darum wetteiferten, wer unter dem Kittel die häßlichste Krawatte trug. Die stille, augenzwinkernde Freude beim Vergleich der Geschmacklosigkeiten sei gemeinschaftsbildend gewesen und habe spielerisch das Bonmot Oscar Wildes illustriert, das Leben sei zu wichtig, um es ernst zu nehmen“.

Von Hirschhausen wurde 1994 magna cum laude an der Universität Heidelberg zum Thema Wirksamkeit einer intravenösen Immunglobulintherapie in der hyperdynamen Phase der Endotoxinämie beim Schwein zum Dr. med. promoviert. Im Anschluss studierte er von 1994 bis 1995 ein Jahr lang Wissenschaftsjournalismus an der Freien Universität Berlin.

Wirken als Künstler

Ab 1996 schrieb er unter anderem für Focus und Der Tagesspiegel. Seinen wohl ersten Fernsehauftritt hatte er als zaubernder Gast-Kandidat in Jürgen von der Lippes Geld oder Liebe. Von 1998 bis 2003 moderierte er im hr-fernsehen die wöchentliche Ratgebersendung service: gesundheit und seit Januar 2004 verfasst er „die etwas andere Medizinkolumne“ Sprechstunde für das Wochenmagazin Stern.

Seit Mitte der 1990er Jahre trat Eckart von Hirschhausen als Stand-up-Comedian, Moderator und Zauberkünstler in Zaubershows, Varietés, Zirkussen sowie in fremden und mit eigenen Kabarettprogrammen auf der Bühne und im Fernsehen auf. Er gastierte unter anderem in Berlin, London und beim Köln Comedy Festival 1997. Hirschhausen betätigte sich als Ideenlieferant für die Sendungen Knoff-Hoff-Show (ZDF) und 7 Tage, 7 Köpfe (RTL). Seit dem 21. Januar 2004 löste er im Wissenschaftsmagazin W wie Wissen (Das Erste) in der eigenen Rubrik Dr. von Hirschhausen wills wissen zunächst Zuschauer-Fragen und vom 8. Januar bis zum 16. Juli 2006 gingen Hirschhausens WissensBisse abseitigen Nachrichten aus der Wissenschaft nach. Hirschhausen tritt regelmäßig in den Kabarettsendungen Ottis Schlachthof (Bayerisches Fernsehen) und im Quatsch Comedy Club (ProSieben) auf.

Ab Oktober 2007 war er regelmäßig zu Gast bei der ARD-Sendung Schmidt & Pocher; 2008 übernahm er eine Gastrolle als Moderator im Fernsehfilm Insel des Lichts. Seit September 2009 moderiert er gemeinsam mit Bettina Tietjen die Talkshow Tietjen und Hirschhausen im NDR-Fernsehen. Seit Mai 2010 moderiert er als Nachfolger von Jörg Pilawa die Quiz-Show Frag doch mal die Maus im WDR. Seit Sommer 2010 moderiert er zudem das Fantastische Quiz des Menschen in der ARD. Seit Sommer 2012 moderiert er gemeinsam mit Vince Ebert die Sendung Der dritte Bildungsweg im WDR.

Ähnlich wie Ludger Stratmann, der ebenfalls promovierter Mediziner und Kabarettist ist und in seinen Kleinkunstprogrammen zunächst auch Humorvolles rund um Arzt und Patient bot, entwickelt Eckart von Hirschhausen seinen Wortwitz und seine Situationskomik aus dem Unvermögen und Unwillen von Teilen seines Berufsstandes zu klarer und verständlicher Kommunikation sowie aus berufstypischen Ritualen, die, herausgehoben aus ihrem bürokratischen Umfeld, lächerlich und absurd wirken. Zu von Hirschhausens Stil schrieb die Welt am Sonntag 2005: „Seine Visitenkarte ist aus laminierter Pappe und gleicht der Chipkarte einer Krankenkasse. Er trägt ein abgeschabtes Hebammentäschchen bei sich, das er während seines Studiums auf einem Flohmarkt in San Francisco gekauft hat. In seinem grünen Kordanzug sieht er so verschmitzt und vertrauenserweckend aus wie ein englischer Landarzt.“

Sonstige Aktivitäten

Von Hirschhausen bot in der Vergangenheit wiederholt Seminare zum Thema Kommunikations- und Motivationstraining für Fach- und Führungskräfte an, wie zum Beispiel einen zweitägigen Kurs „Führen und Präsentieren mit Humor“. Laut Tagesspiegel ist von Hirschhausens wichtigster Tipp für eine gelungene Präsentation: „Machen Sie sich ein Sandwich. Damit ist nicht die mehrstöckige englische Gaumenfreude gemeint, auch wenn Hunger und Durst durchaus ernst zu nehmende Spaßbremsen sein können. Humor ist der leckere Belag zwischen zwei Scheiben relevantem Inhalt […].“ Zur Förderung des therapeutischen Lachens gründete er Ende 2008 die Stiftung Humor hilft heilen. Von Hirschhausen unterstützte die im April 2009 gescheiterte Berliner Pro-Reli-Kampagne.

Privates

Von Hirschhausen lebt, mit Unterbrechung für sein Studium an der University of London, seit seinem ersten Lebensjahr in Berlin. Sein Bruder ist der Wirtschaftswissenschaftler Christian von Hirschhausen.

Über sein Privatleben ist öffentlich nichts bekannt.

Ehrenamtliche Aktivitäten

Bereits im Medizinstudium interessierte sich Eckart von Hirschhausen für die u.a. vom US-amerikanischen Arzt Patch Adams propagierte positive Wirkung des Lachens. Gemäß dem Motto "Wer Schmerzen hat, sollte also nicht allein sein und etwas zu lachen haben." gründete er 2008 seine Stiftung HUMOR HILFT HEILEN, die Clowns in Krankenhäuser und Pflegeheime bringt (bereits in über 40 deutschen Städten), sich für die Weiterbildung von Ärzten, Pflegekräften und Clowns einsetzt und das therapeutische Lachen in Medizin, Arbeitswelt und Öffentlichkeit fördert. Des Weiteren engagiert sich von Hirschhausen für Gesundheit und Glück als Inhalte der Schulbildung und unterstützt den europaweiten Wettbewerb Be Smart Don’t Start zum Nichtrauchen an Schulen sowie als Lesebotschafter die Stiftung Lesen. Von ihm gefördert werden u.a. noch die Deutsche Krebshilfe, Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Ärzte ohne Grenzen. Außerdem ist er Mitglied des Kuratoriums der Bundesliga-Stiftung und des wissenschaftlichen Beirats des Netzwerkes "Singende Krankenhäuser".



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