Biografie

Die Wegbereiter des A-capella-Pop

„Das Leben ist grausam und schrecklich gemein?“ Als die Prinzen im Jahr 1991 die Single „Gabi und Klaus“ und ihr Debütalbum „Das Leben ist grausam“ veröffentlichen, meint es das Schicksal keineswegs gemein, sondern sogar ziemlich gut mit ihnen: Über eine Million Mal verkauft sich die Platte der A-capella-Pop-Truppe aus Leipzig und hat mit „Millionär“, „Mann im Mond“ und „Mein Fahrrad“ noch ein paar andere erfolgreiche Singles zu bieten, die im Laufe der Jahre zu absoluten Prinzen-Klassikern avancieren. Ein Erfolg, an den die Truppe um Sebastian Krumbiegel und Wolfgang Lenk, die ihre goldenen Stimmen bis Mitte der 80er Jahre im Leipziger Thomanerchor trainierten, schon gar nicht mehr geglaubt hat – schließlich ist ihnen bis dahin nur wenig musikalischer Erfolg beschieden.

Der ideale Erfolg

Erst als sie 1990 Musikproduzentin und NDW-Ikone Annette Humpe treffen, die Anfang der 80er mit Ideal (und ab 2003 mit Ich + Ich) Erfolge feierte, und sich aufgrund der Ähnlichkeit zu einem immer populärer werdenden Volksmusik-Duo von Die Herzbuben in Die Prinzen umbenennen, gerät die Karriere der Band in die richtigen Bahnen: Mit ihrem gefeierten Debüt und den nicht minder erfolgreichen Nachfolgern „Küssen verboten“ (1992), „Alles nur geklaut“ (1993) und „Schweine“ (1995) werden die Prinzen zu einer der erfolgreichsten Bands der 90er Jahre. 1992 sahnen sie den Popcorn-Award als erfolgreichste deutsche Band ab, 1993 gibts den Echo in der Kategorie „Gruppe National Rock/Pop“ und die Goldene Stimmgabel. Sowohl thematisch als auch musikalisch markiert „Schweine“ einen Wendepunkt in der rasanten Karriere der Band: Die Texte sind ernster und kritischer, die Musik weist plötzlich Rock- und Electro-Elemente auf.

Neue Wege

Auch wenn der Erfolg in den Folgejahren ein wenig abebbt, bleibt die zum Septett angewachsene Gruppe (bestehend aus Krumbiegel, Lenk, Tobias Künzel, Jens Sembdner, Henri Schmidt, Mathias Dietrich und Ali Zieme) ihrem einzigartigen Style stets treu und verfeinert ihn immer wieder durch spannende neue Elemente wie 60s- oder Akustik-Pop. Zwar muss die Band ab den 2000ern die deutsche Vocal-Krone an die Kollegen von Wise Guys abtreten, doch als Pioniere des A-capella-Pops werden Die Prinzen immer ihren festen Platz in der deutschen Musiklandschaft haben. Und als mitreißender Live-Act sowieso.