Biografie

Deichkind ist eine Hamburger Hip-Hop- und Electropunk-Formation. Neben dem Sänger und MC Philipp Grütering, dem Bassisten und MC Sebastian „Porky“ Dürre ist seit Mitte 2008 Ferris MC als „Ferris Hilton“ Teil der Band. Bei ihren Shows wird die Band von ihrem Tour-DJ DJ Phono unterstützt.

Die Band hatte ihre ersten Erfolge um die Jahrtausendwende mit der Single Bon Voyage. Im Verlauf der 2000er griff ihr Stil immer mehr elektronische Elemente auf. Die bekanntesten Beispiele für diesen Elektro-angelehnten Hip-Hop-Sound sind die beiden Singles Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah) (2006) und Arbeit nervt (2008), die sich beide in den Charts platzierten.

Geschichte und Stilistik

Charakteristisch für die Hamburg-Bergedorfer Band sind die Texte, die meist ironisch-humorvoll bzw. prollig, aber von Zeit zu Zeit auch ernst bis hin zu melancholisch sind. Auf den beiden ersten Alben haben hörspielartige Zwischenspiele, sogenannte Skits, ihren festen Platz, bei denen es sich meist um nachgespielte Szenen aus dem Hamburger Alltag (spontaner MiniDisc-Mitschnitt auf der Hamburger Reeperbahn, ein Beschwerdeanruf des missmutigen Nachbarn Günther etc.) handelt.

Deichkinds Durchbruch im Mainstream markierte das 2000 erschienene Bon Voyage (mit Nina), dessen Video auf MTV und VIVA sehr häufig zu sehen war. 2002 knüpfte man mit der Single Limit an diesen Erfolg an.

Mit dem Stück Electric Super Dance Band nahm Deichkind für Mecklenburg-Vorpommern am Bundesvision Song Contest 2005 teil. Sie belegten letztlich den 14. Rang unter den 16 Bundesländern. Die Single zeichnete sich erstmals durch schnelle, elektronische Beats aus und läutete so einen Stil ein, den Deichkind selbst als „Tech-Rap“ bezeichneten. Die Band setzte weiter auf schräge bis groteske Texte und eine ebensolche Bühnenshow, in der sie mit Klarsichtfolie, Plastiksäcken, grünleuchtenden Knicklichtern und einer Menge Klebeband bekleidet auftreten. Konzeptionell wie musikalisch wurden auch Punk-Einflüsse immer deutlicher. Der Klang war wesentlich schneller und Break-lastiger als bisher, was sich auch auf dem Album Aufstand im Schlaraffenland (Mai 2006) fortsetzte. Dies zeigte sich auch in den Remixen der Single Remmidemmi (Yippie! Yippie! Yeah), die vom Produzenten-Duo Egoexpress und Scooter beigesteuert wurden. Der Hang der Band zum Experimentieren zeigte sich beispielsweise auf dem Album Noch Fünf Minuten, Mutti, das einen Titel (Da Wo) enthält, der zusammen mit dem Countrygeiger Lucious von Truck Stop aufgenommen wurde.

Zuletzt feierte Deichkind als Vorreiter des Elektro-lastigen Sounds in Deutschland ihre größten Erfolge und galten als „Inspiration vieler deutscher Hip-Hop-Protagonisten, die sich in jüngster Vergangenheit dem Elektro zuwenden.“

Seit 2005 ist der Bassist Sebastian „Porky“ Dürre Mitglied, seit 2007 festes Mitglied von Deichkind.

2006 musste Malte Pittner wegen privater Streitigkeiten die Band verlassen. Seit 2009 ist er Gitarrist bei Texas Lightning.

Im April 2008 gab Buddy Inflagranti seinen Ausstieg bei Deichkind bekannt. Er wurde dann durch Ferris MC ersetzt.

Am 21. Februar 2009 verstarb Sebastian „Sebi“ Hackert, Produzent der Band, im Alter von 32 Jahren in seiner Wohnung. Da er „maßgeblich mitverantwortlich“ für die musikalische Ausrichtung der Band war, ließen die Bandmitglieder zunächst offen, ob sie nach den bereits feststehenden Festivalauftritten im Sommer des Jahres die Band weiterführen wollen. Nach den Festivalauftritten entschied man sich allerdings zur Fortführung von Deichkind.

Anfang 2010 hatte das erste Theaterstück von Deichkind mit dem Namen „Deichkind in Müll – eine Diskurs-Operette“ in Hamburg Premiere.

Im Sommer 2012 hatten sie mit dem Album Befehl von ganz unten, das in Deutschland bis auf Rang 2 aufstieg, ihren bislang größten Charterfolg. Auch mehrere Singleauskopplungen daraus kamen in die Top100.

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