Biografie

Der Geigen-Rebell

Anspruchsvolle Klassik-Kompositionen haben in der Unterhaltungsmusik nichts verloren? Rocksongs gehören auf Stromgitarren und nicht auf Geigen gespielt? Violinen-Ass David Garrett beweist seit seinem 2007er Album „Virtuoso“, auf dem er neben luftigen Interpretationen klassischer Komponisten auch Metallicas „Nothing Else Matters“ oder den „West Side Story“-Song „Somewhere“ auf der Geige performte, das Gegenteil. Seinen rebellischen Geist entdeckt der Geigenvirtuose freilich erst spät im Leben: Schon im Kindesalter hat das 1980 geborene Supertalent das Geigenspielen erlernt, Preise gewonnen und als Zwölfjähriger sogar seinen ersten Plattenvertrag erhalten. Doch irgendwann ist Schluss mit der „klassischen“ Karriere: Nach einem kurzen Gastspiel am Londoner Royal College of Music folgt David Garrett mit 19 Jahren seinem Bruder nach New York, wo er sich endlich frei entfalten und seiner kreativen Ader freien Lauf lassen kann.

David Garretts Erfolgsrezept

In den Staaten entwickelt er das Konzept, mit dem er schließlich nicht nur als klassischer Violinen-Virtuose, sondern auch als gefeierter Unterhaltungs-Entertainer seinen absoluten Durchbruch feiern wird: Er paart Interpretationen von Rock-Klassikern mit traditionellen Klassik-Highlights und begeistert mit seinen fingerflinken Versionen von Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“, U2s „Vertigo“, AC/DCs „Thunderstruck“ oder Michael Jacksons „Smooth Criminal“ ein bunt gemischtes Publikum, das so ganz nebenbei auch seine klassischen Stücke abfeiert. Mit diesem Konzept kann er 2011 neben einem renommierten Echo Klassik der Deutschen Phono-Akademie auch in der Kategorie Künstler Rock/Pop national einen der Musikpreise gewinnen – ein perfektes Beispiel für den gelungenen stilistischen Spagat, den der virtuose Künstler mit seinem einzigartigen Style vollführt.

Ein Popstar an der Violine

David Garrett ist spätestens mit seinem 2010er Nummer-1-Album „Rock Symphonies“ zum Violinen-Popstar aufgestiegen – ähnlich wie es Anfang des 19. Jahrhunderts Niccolò Paganini war, den Garrett 2013 bei seinem Schauspieldebüt in „Der Teufelsgeiger“ höchstpersönlich verkörpert. Auch seine Live-Auftritte haben mit einem Konzert im klassischen Sinne nicht mehr viel gemein: Die spektakulären Live-Events bieten mit ihren gleißenden Lightshows episches Entertainment der Spitzenklasse. David Garrett ist schon jetzt ganz oben auf dem Entertainment-Thron angekommen.